CDU kritisiert Vorgehen des Bürgermeisters

Die CDU-Gemeindeverbandsvorsitzende Editha Lorberg (von rechts), ihr Stellvertreter Gerhard Menke und die Bildungsausschussmitglieder Jessica Borgas, Christiane Lüßmann und Lydia Bock stellten ihre Bedenken hinsichtlich des geplanten Aufhebungsbeschlusses für die Konrad-Adenauer-Schule gestern der Presse vor. Foto: A. Wiese

„Beschluss zur Auflösung der Hauptschule zu diesem Zeitpunkt ist verfrüht“

Wedemark (awi). CDU-Gemeindeverband und Ratsfraktion sind sehr besorgt bezüglich der Entwicklung der Wedemärker Schullandschaft. Das gaben die Gemeindeverbandsvorsitzende Editha Lorberg, ihr Stellvertreter Gerhard Menke und die Bildungsausschussmitglieder Jessica Borgas, Christiane Lüßmann und Lydia Bock gestern bei einem Pressegespräch bekannt. Auslöser sei die von der Verwaltung geplante Aufhebung der Konrad-Adenauer-Hauptschule, die am 20. Oktober auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung steht.
Im Bildungsausschuss war der Beschlussvorschlag der Verwaltung letzte Woche mit den Stimmen von CDU und Elternvertretern abgelehnt worden. Aber die Eltern- und Schülervertreter haben im Rat weder Sitz noch Stimme. Die Veränderungen, die der Bürgermeister für die Wedemärker Schullandschaft angekündigt habe, seien problematisch, vor allem für Schüler mit Förderbedarf , so Lorberg. Die Schullandschaft insgesamt sei im Wandel begriffen und stehe vor großen Herausforderungen. Landespolitisch sei das aus ihrer Sicht nicht ausreichend abgedeckt, so die CDU-Landtagsabgeordente. Das gelte für Konzepte ebenso wie für Personalressourcen. Für die Wedemark bedeute das geplante Auslaufenlassen der Hauptschule (keine Einschulung mehr in fünfte Klassen ab Schuljahr 2015/2016) zusätzlich dazu, dass auch die Förderschule Lernen (Berthold-Otto-Schule) im Grundschulbereich nicht mehr einschulen dürfe, dass Schüler mit speziellem Förderbedarf in der Wedemark nicht mehr aufgefangen würden. Zumindest, so kritisiert Lorberg, hätte man in der Wedemärker Verwaltung die neue Schulgesetznovelle abwarten sollen, die auf Landesebene noch gar nicht beraten sei. „Es macht uns stutzig, dass der Bürgermeister zu diesem Zeitpunkt die Aufhebung der Hauptschule nicht als Vorschlag sondern wie in Stein gemeißelt in die Gremien einbringt“, so Lorberg gestern vor der Presse. Allein die in der Hauptschule aktuell eingerichtete Sprachlernklasse mit 28 Flüchtlingskindern in zwei Gruppen zeige die Notwendigkeit einer speziellen Förderung auf. Der Erhalt der Hauptschule dürfe auch nicht am Schulleiter festgemacht werden, macht Lorberg deutlich. Ungeachtet der unbestrittenen Verdienste von Schulleiter Wilfried Osing sei die Hauptschule mit einem sehr engagierten Kollegium so gut aufgestellt, dass sie auch unter anderer personeller Führung weitergeführt werden könne, wenn Osing seinen verdienten Ruhestand antreten sollte. Die aktuellen Ankündigungen zur geplanten Auflösung der Hauptschule verunsicherten Eltern, Schüler und Lehrer, kritisierte Gerhard Menke. Zum jetzigen Zeitpunkt sei es vor allem wichtig, Bedürfnisse festzustellen. Zu diesem Zweck forderere die CDU seit über einem halben Jahr eine Elternbefragung, wie es sie ja auch vor der Einführung der IGS gegeben habe. Geprüft werden müsse vor einem solchen Beschlussvorschlag, wie er dem Rat jetzt präsentiert werde, ob nicht eine Zusammenlegung beziehungsweise Zusammenarbeit von Haupt- und Realschule, die mit Sicherheit als nächstes von einer drohenden Auflösung betroffen sei, wenn sich die Entwicklung der Schullandschaft so fortsetze, möglich sei. Von aktuell neun allgemeinbildenden Schulen würden irgendwann nur noch drei bis maximal fünf übrigbleiben, befürchtet Menke. So ermögliche das Schulgesetz ja demnächst auch den Anschluss von Grundschulen an die IGS. „Es fehlt die Beteiligung der Eltern und Schulvorstände. Wir sind in einer Phase, wo wir nicht wissen, wie sich das mit der Inklusion entwickelt. Landesweit haben laut einer Studie nur 30 Prozent der Eltern von Kindern mit Förderbedarf eine Regelschule angewählt. Zu diesem Zeitpunkt genau die Schulen in der Wedemark abzuschaffen, die solche Kinder fördern können, ist eine Verkürzung des demokratischen Prozesses“, so Menke. Die CDU kündigte an, im Rat am 20. Oktober auf jeden Fall gegen den Aufhebungsbeschluss stimmen zu wollen und lädt interessierte Eltern zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Schullandschaft in der Wedemark“ am Donnerstag, 30. Oktober, um 19.30 Uhr im Gasthaus Bludau in Wennebostel ein. „Eltern müssen jetzt sagen, was sie wollen, bevor es zu spät ist“, betonten Lorberg, Menke und die anderen CDU-Ratsvertreter und hoffen auf eine Initiative der Wedemärker Eltern.