CDU vermisst Barrierefreiheit

Bruns hält Kritik an Jugendhallenanbau für überzogen

Mellendorf (sb). Seit Frühsommer letzten Jahres ziehen sich die Bauarbeiten hin, nun steht der Anbau an die Mellendorfer Jugendhalle unmittelbar vor dem Abschluss. Malerarbeiten und Elektroinstallationen sollen den Bau in den nächsten Wochen komplettieren. Bei einem Ortstermin machte sich der Wedemärker CDU-Gemeindeverband, angeführt vom Nachwuchs aus der Jungen Union, ein Bild von den Neuerungen. Schnell äußerten die Christdemokraten, denen beim Besuch auch Editha Lorberg angehörte, Kritik an der Konzeption des Dachgeschosses. Weil zum Anbau kein Aufzug gehört, erfülle er nicht die Kriterien der Barrierefreiheit, monierte die JU-Vorsitzende Konstanze Giesecke. Als Vertreterin der Gemeindejugendpflege konterte Ellen Bruns die Kritik umgehend. „Planungen wie dieser Anbau stoßen schnell an ihre Kapazitätsgrenze. Obwohl Behinderten der Zugang zum Dachgeschoss verwehrt bleibt, überwiegt die Entstehung eines neuen Rückzugsorts“, meinte sie und fügte an, dass sich „nicht jeder 80-Jährige“ in die im Obergeschoss geplante Kuschelecke der Jugendlichen verirren müsse.
Viel bedeutender als das kleine Manko des beschränkten Zugangs sei die Tatsache, dem gesamten Gebäude einen neuen Charakter verliehen zu haben. „Mit dem Anbau gelingt der Schritt weg vom Lagerhallenimage“, sagte Bruns. Zudem würden alle wichtigen Angebote im neuen Erdgeschoss stattfinden, was größtmögliche Gleichberechtigung schaffe.
Spätestens Anfang August muss der Anbau endgültig bezugsfertig sein, weil dann vier Wochen lang das Sommercamp der Gemeindejugendpflege stattfinden soll. Durch separate Schließkreise werden die neuen Räume unabhängig von der Jugendhalle nutzbar sein. Dem Sommercamp, sagte Bruns, solle im September eine große öffentliche Einweihungsfeier folgen. Ob der Anbau der gegenwärtigen Raumproblematik endgültigen Abbruch tun kann, bezweifelten sowohl Bruns als auch die Christdemokraten. Zur Klärung dieser Frage wird die baldige Erstellung eines Nutzungskonzepts beitragen. Wie Susanne Bischoff von der Gemeindeverwaltung angab, beliefen sich die Kosten für den Anbau auf insgesamt 189.000 Euro. Die lange Bauphase sei unter anderem dem parallelen Schulzentrumsneubau geschuldet.

BU: Die CDU-Politiker auf der strittigen Treppe: Weil sie den einzigen Zugang zum Obergeschoss darstellt, vermissen die Christdemokraten die Gleichberechtigung Gehbehinderter.
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