CDU Wedemark auf Sommertour

Die CDU-Politiker mit Friedel Bernstorf um das Grab von Auguste Vortmüller. Foto: CDU Wedemark

Dornröschenschlaf endet für Schneewittchen im Grab

Brelingen. Der erste Anlaufpunkt ihrer diesjährigen Sommertour führte die CDU-Ratsfraktion auf den „alten“ Friedhof nach Brelingen. Dass bereits diese Behauptung nicht ganz den Tatsachen entspricht, erläuterte Friedel Berns-
torf den Ratspolitikern bereits zu Beginn ihrer Besichtigung.
„Eigentlich müsste es „mittelalter“ Friedhof heißen, denn der älteste Friedhof befindet sich an der Brelinger Kirche, allerdings ist hiervon kaum noch etwas zu erkennen“, so Bernstorf. Friedel Bernstorf ist kein Gästeführer der Gemeinde, aber er hat sich diesem Projekt „Friedhof“ in Brelingen angenommen und hierzu bereits diverse Führungen im Zusammenhang mit „Kultur im Dorf“ ausgeführt. Anfang 2007 reichte dem Brelinger der Anblick von seinem Haus aus auf die „Friedhofsruinen, die zu seiner Kindheit ein echter „Abenteuerspielplatz“ waren. So wendete er sich damals an die „1-Euro-Jobber“ der Volkshochschule, die zu dieser Zeit noch nach gemeinnützigen Aufgaben suchten. Ungefähr drei Wochen brauchten die circa 20 Arbeiter um sich einen Weg durch das verwilderte Anwesen des alten Friedhofs zu bahnen und diesen aus seinem Dornröschenschlaf zu erwecken. „Heute haben wir schon einen großen Teil des Weges zurückgelegt“, berichtet Friedel Bernstorf. „Allerdings werden die weiteren Arbeiten noch zusätzliche 5.000 bis 7.000 Euro in Anspruch nehmen. Geld, das derzeit nicht zur Verfügung steht“. Mit vielen interessanten Geschichten führte Friedel Bernstorf die CDU-Politiker durch die Grabreihen vorbei an alten Grabsteinen, die nicht nur Auskunft über ihr Alter sowie den Namen und das Alter des Verstorbenen gaben, sondern zum Teil auch über dessen Charakterzüge. Am Ende des Rundgangs standen die Teilnehmer der Führung an „Schneewittchens Grab“. Dort ruht Auguste Vortmüller, eine Ur-Groß-Tante des Brelinger Ortsratsmitglieds Cord-Peter von der Wroge, die als 22-jährige nach einer Tanzveranstaltung zu Bett ging und am nächsten Morgen nicht mehr erwachte, was für die damalige Zeit sehr mysteriös gewesen sei. Sie sei zudem von solcher Schönheit gewesen, dass man sie deshalb „Schneewittchen“ nannte. Ihren Sarg habe man nicht in der Erde vergraben, sondern in einer Gruft beigesetzt in der Hoffnung, sie würde wie Schneewittchen aus dem Schlaf erwachen und ihrem Grabe wieder entsteigen. Heute ziert ein eine Tonne schwerer Stein ihre letzte Ruhestätte. Im Anschluss besuchten die CDU-Politiker die evangelische Kindertagesstätte in Brelingen, um sich vor Ort darüber zu informieren, wie hier die Hortsituation gesehen wird. Empfangen wurden sie von der neuen Leiterin Silke Kuschel und der Pastorin Debora Knoblauch sowie Annemarie Henning und Christiane Höppner-Groth vom Kirchenkreisamt Burgdorfer Land. Wie die Fraktion um ihren Vorsitzenden Sven Sobanski erfuhr, geht es der Kirche in erster Linie darum, die Trägerschaft des Horts zu behalten. Wo der Anbau der neuen Räume erfolgt, ob an Schule oder Kita, wäre zweitrangig. Dies sei eine Entscheidung des Gemeinderats, erklärte man einstimmig. Die CDU-Fraktion legt ihren Schwerpunkt bei der diesjährigen Sommertour auf die Bereiche Tourismus und Naherholung, um sich ein intensives Bild von den Angeboten der Wedemark zu machen.