Cirkus Minimum: Abschiedsvorstellung

Carmen Frank und Ricardo Köhler sagen Dankeschön.
 
Clown Peppino bezieht das Publikum mit ein.

Sonnabend um 17 Uhr letzte Vorstellung zum Sonderpreis von zehn Euro

Mellendorf (awi). Wenn sich am nächsten Sonnabend, 29. Juli, um 17 Uhr das letzte Mal der Vorhang des Cirkus Minimum auf dem Platz an der Ecke Celler Straße/Industriestraße neben dem famila-Markt öffnet, ist dies zugleich die Abschiedsvorstellung und ein ganz herzliches Dankeschön der Familie Köhler/Frank an die Wedemärker, die die Zirkusfamilie nach dem Unfall beim Feuerschlucken von Ricardo Köhler so selbstverständlich unterstützt haben, in dem sie zur Sondervorstellung kamen und Kindergartenbesuche organisierten. Der Dank geht an die Gemeinde, an das Team von famila und vom Spaßbad, das den Zirkus für den famila-Tag engagierte, auch wenn der im
wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fiel und an die vielen Menschen, die in den letzten Wochen Genesungswünsche für Ricardo Köhler aussprachen, mit kleinen Spenden helfen wollten, weil der Zirkus seine Nachfolgeengagements wegen des Unfalls absagen musste und immer wieder fragten: „Spiel Ihr denn zum Schluss noch einmal?“ Und das werden Ricardo Köhler, Carmen Frank und ihre Söhne Samuel und Ricardo Junior jetzt am nächsten Sonnabenbd tun: Und zwar noch einmal zum absoluten Sonderpreis von zehn Euro pro Person. Schon am nächsten Tag, am Sonntag, werden sie mit dem Abbau des Zeltes beginnen und nach Wettmer weiterziehen. Dort dürfen sie am übernächsten Wochenende auf dem Dorfplatz am Ortsrand spielen: Am Sonnabend, 5. August, um 17 Uhr und am Sonntag, 6. August, um 11 Uhr. In Wettmar werden sie ebenso das komplette Programm zeigen wie am Sonnabend in Mellendorf. Für die Kindergärten und auch bei der Extra-Vorstellung für die Flüchtlingsfamilien am 11. Juli hatte es in Absprache mit den Organisatoren der Sondervorstellungen verkürzte Vorstellungen gegeben. So hatte Samuel Frank zeitweise ein Engagement bei einem anderen Zirkus angenommen, um diesem auszuhelfen, der Zirkuschef hatte noch nicht wieder sein komplettes Repertoire abspulen können oder Nummern waren aus Zeitgründen aus dem Programm genommen worden. Dafür war aber bei einer Kindergartenvorstellung der achtjährige Joel mit einer beeindruckenden Balancierübung auf einer Rolle eingesprungen. Er ist jetzt nicht mehr dabei und Ricardo Köhler hat nach dem Unfall seine Feuerschluckernummer endgültig aus dem Programm nehmen müssen. Doch stellen die Familienmitglieder, die seit Generationen der Zirkustradition verhaftet sind, auch so ein beeindruckendes eineinhalbstündiges Programm auf die Beine. Ricardo, der Jüngste im Bunde, bringt mit seinen Späßen als Clown Peppino die Zuschauer immer zum Lachen und bindet gerade auch die Kinder geschickt in seine Nummern ein. Geschickt gelingt es ihm damit, die Zeiten zwischen den Auftritten seines Vaters und seines Bruders zu überbrücken. Deren Herz, das merkt man schnell, gehört den Pferden. Wenn sie ihre beiden Welsh-Hengste durch die Manege tanzen lassen, die fünf schneeweißen Ponystuten auf die Bande klettern und sich geduldig von den Kinderhänden streicheln lassen oder der Friesenhengst Hektor mit dem Winzling Tiger die Maxi-Mini-Nummer durchzieht, merken nicht nur Pferdekenner, wieviel Arbeit und gegenseitiges Vertrauen hier investiert wurde. Samuel Frank arbeitet an einer noch ganz frischen Akrobatikübung, die vor allem die Herzen der jungen Mädchen höher schlagen lässt, und er schickt die Esel durch die Manege, die eigentlich nur bei ihm richtig gehorchen, so der Stoßseufzer von Mama Carmen, die bei einer Vorstellung mit den drei Grauen eingesprungen war und ein leichtes Autoritätsproblem mit den Langohren hatte, wovon die Zuschauer freilich nichts bemerkten. Da ist die Routine Trumpf. Schließlich darf auch die Tellerjonglage von Zirkuschef Ricardo Köhler nicht fehlen, bei der es um viel Geschick und Tempo geht. Und auch die Hundenummer gehört fest ins Programm. Dann zeigen die drei Terriermischlinge dem Publikum, was sie drauf haben. „In die Wedemark werden wir in den nächsten Jahren immer gern zurückkommen“, versichert die Zirkusfamilie und hofft am Sonnabend auf viele Besucher.