Cleverer Marktvorteil

örgen Hemme sorgt für Transparenz in der Produktion. Foto: G. Gosewisch

Milchhof Hemme will mit neuer Verpackung punkten

Sprockhof (gg). Bekannt ist der Milchhof Hemme in Sprockhof seit 18 Jahren für seine eigene Molkerei und die Milchauslieferung auf Bestellung direkt an die Haustür der Kunden. Steigende Nachfrage in den letzten Jahren und ein neuer Vermarktungsweg über 250 Einzelhandelsfilialen der Edeka führten nun zur Expansion. Mit einem Investitionsvolumen von 2,5 Millionen Euro hat Geschäftsführer Jörgen Hemme eine neue Molkerei aufgebaut und in Betrieb genommen. Das verschafft ihm freie Verarbeitungskapazitäten, die derzeit mit 2,7 Millionen Tonnen vermarktete Milchmenge pro Jahr notiert sind.
Gentechnikfrei werden die Milchkühe auf dem landwirtschaftlichen Betrieb mit Futtermitteln aus eigener Produktion versorgt. Zugekauft werden nur Einzelkomponenten, kein Mischfutter. Nach Hemmes Auskunft sei es ein Leichtes, auch ein Bio-Siegel zu erwerben. Dafür müsse nur die Unkrautbekämpfung beim Maisanbau umgestellt werden und die Mineraldüngung auf dem Weiden auch. Alles andere entspräche schon der Bio-Verordnung und zwar schon seit vielen Jahren. Der Dioxinskandal ist für Hemme sowieso kein Thema, weil alle Futterkomponenten überprüft sind, ebenso wie die Milch. 320 Milchkühe werden auf dem Milchkarussell, zweimal am Tag gemolken, um drei Uhr morgens und um 15 Uhr nachmittags. Zweimal werden dann auch Parameter je Kuh erfasst, die zur Kontrolle der Gesundheit dienen. Die Milch geht vom Melken aus direkt in die Kühlung und wird noch am selben Tag in der Molkerei neben der Melkanlage verarbeitet und verpackt.
Über 20.000 Besucher zählt der Hemmehof pro Jahr, die sich vor Ort überzeugen, wo die Milch herkommt. Vom Melken über die Kühlung, zur Verarbeitung und Verpackung bis hin zur Auslieferung bleibt alles in einer Hand mit kürzesten Wegen. „Wir beliefern auch Schulen in Hannover und in der Region mit steigenden Mengen. Das liegt am Geschmack, auch darauf sind wir stolz“, so Jörgen Hemme. Das besondere ökologische Plus biete die neue Verpackung. Sie stammt aus der Innovations-Schmiede der Schwedischen Firma Ecolaine, einst auch Erfinder des Tetrapacks. Die neue flexible Milchtüte mit Griff und festem Boden besteht zu sechzig Prozent aus Plastik und zu vierzig Prozent aus Kreide und reduziert das Abfallvolumen gegenüber dem Tetrapack um 66 Prozent. 40 Beschäftigte arbeiten für den Milchhof, zu dem auch ein Zweitbetrieb in der Uckermark im Land Brandenburg gehört. In der Region dort ist die Hemme-Milch das dritt-stärkste Produkt am Markt. „Hier ist das noch anders.“, erklärt Andreas Laubig, Edeka Geschäftsbereichsleiter Minden-Hannover und weiter, „Wir hoffen, dass der Kunde die regionale Qualität dieses Premiumprodukts erkennt und annimmt.“