Das Ende des Buches verrät sie nie

Autorin Christina Bacher aus Köln las am Montag vor den interessierten Sechstklässlern aus der IGS in der Bibliothek in Mellendorf. Foto: A. Wiese

Autorin Christina Bacher las bei IGS-Buchwoche für die sechsten Klassen

Mellendorf (awi). Es gibt keinen besseren Trick, Kinder zum Lesen zu animieren, als ihnen spannende Geschichten vorzulesen, aufzuhören, wenn es am spannendsten ist und sie das Ende selber lesen zu lassen. Und so erklärte Autorin Christina Bacher den Sechstklässlern der IGS gleich zu Beginn der Lesung im Rahmen der IGS-Buchwoche: „Ich beantworte euch jede Frage, nur die nach dem Ende des Buches nicht!“ Büchereileiterin Martina Popan freute sich, dass passend zur Bibliothekswoche die Lesungen mit der Kölner Autorin in der Mellendorfer Bücherei im Schulzentrum organisiert werden konnten. „Ich lese gerne in einer Bücherei“, erzählte Christina Bacher, deren Fahrt- und Hotelkosten von der Büchereizentrale in Lüneburg übernommen wurde, während die Kosten für die Lesung selbst die IGS trug. Für die Sechstklässler war der spannende Vormittag mit der Autorin Christina Bacher, die ihre Jugendkrimiserie „Bolle und die Bolzplatzbande“ zusammen mit Co-Autor Ulrich Noller schreibt, nur der Auftakt für eine Woche, die ganz den Büchern gewidmet sein soll. So werden die IGS-Schüler sich unter anderem noch in einem Lesewettbewerb messen und eine Bu chrallye veranstalten. Und in einigen von ihnen wird vielleicht dabei auch der Wunsch geweckt, einmal Autorin zu werden. „Ich schreibe Geschichten, seit ich in der dritten Klasse bin“, verriet Christina Bacher. Und solange hegte sie auch schon den Berufswunsch Autorin zu werden. Daher fiel ihr die Entscheidung auch nicht schwer, als sie vor einiger Zeit ihren bisherigen Beruf als PR-Beauftrage für einen Verlag aufgab, um sich ganz dem Schreiben und Lesereisen zu widmen. „Als PR-Beauftragte muss man immer auf dem Handy erreichbar sein, als Autorin, die schreibt und vorliest, braucht man Ruhe“, erklärte die 37-Jährige, die „nebenbei“ auch noch als Journalistin für die Kölner Obdachlosenzeitung „Draussenseiter“ schreibt und als Mutter zweier Kinder voll eingespannt ist. Doch die Zeit zum Schreiben nimmt sie sich. „Bolle und die Bolzplatzbande“ ist eine sehr erfolgreiche Jugendkrimiserie, von der bereits vier Bände erschienen sind. Der fünfte Band wird im Februar herauskommen, berichtete die Autorin. Sie stellte den Wedemärker IGS-Schülern am Montag anhand des ersten Bandes „Die Fahrradleiche“ die handelnden Personen vor. Gespannt lauschten die Sechstklässler der Story von Vladimir aus Tadschikistan, der nach Köln zieht und gleich des Fahrraddiebstahls verdächtigt wird. Als sie soweit gelesen hatte, legte Christina Bacher das Buch aus der Hand und wandte sich an die Schüler: „Und was tut man, wenn man unschuldig des Fahrraddiebstahls verdächtigt wird?“ Die Schüler waren sich schnell einig: „Man muss selbst herausfinden, wer der wirkliche Fahrraddieb ist.“ Und genau das machen Vladimir und seine Freunde dann auch. Aber bis es soweit ist, haben sie noch viele aufregende Abenteuer zu bestehen. Christina Bacher verstand es insbesondere durch ihre ausgezeichnete Betonung und die Ausgestaltung der verschiedenen Akzente der Handelnden die Lesung fesselnd zu gestalten, und garantiert waren die Ausleihexemplare von „Die Fahrradleiche“ in der Bücherei anschließend vergriffen.