„Das gibt uns auf jeden Fall Sicherheit“

RegioBus-Mobilitätstrainer Mustapha Berchid beobachtet, wie Rosemarie Kunz mit ihrem Rollator in den Bus einsteigt und gibt Tipps. Fotos: A. Wiese

Teilnehmer beurteilen Mobilitätstraining von RegioBus sehr positiv

Mellendorf (awi). Ohne Angst und Zeitdruck das Ein- und Aussteigen üben – das ist die Intention hinter dem Mobiliätstraining von RegioBus. Und viele Wedemärker griffen diese Anregung am Donnerstag dankbar auf. Zehn mobilitätseingeschränkte Menschen nahmen dankbar das von der Behindertenbeauftragten der Region, Renate Conrad, organisierte Angebot des Shuttle-Service zum Fritz-Sennheiser-Platz an und übten dann dort an bereitgestellten Bussen – einer mit Stufe, einer mit ausgeklappter Rampe. Die RegioBus-Busse sind mittlerweile alle mit den Rampen ausgestattet, die mechanisch vom Fahrer ausgeklappt werden müssen. Der schiebt dann auch den Rollstuhl in den Bus und sorgt dafür, dass dieser sicher steht: mit dem Rücken in Fahrtrichtung zum Fahrer, auf den extra dafür vorgesehen neun Plätzen, die auch mit speziellen Haltesignalknöpfen für Rolli-Fahrer wie zum Beispiel Christina Seitz ausgestattet sind. Die freut sich über die Gelegenheit zum Live-Training am Bus. „Ich habe eigentlich immer Hemmungen, die Fahrer um Hilfe zu bitten. Aber heute habe ich gelernt, dass das unnötig ist. Klar, sind die Fahrer manchmal unter Stress, aber sie müssen uns Rolli-Fahrern in den Bus helfen. Und es fahren wohl nur noch wenige Fahrzeuge von Subunternehmern, die nicht mit Rampen ausgestattet sind. Das ist gut zu wissen, denn mit der S-Bahn fahre ich wegen des großen Abstands zwischen Gleis und Tür auch nicht gerne. Beim Erixx ist das besser gelöst.“ Rosemarie Kunz lässt sich von Mobilitätstrainer Mustapha Berchid erklären, wie sie mit ihrem Rollator gut und sicher in den Bus und auch wieder heraus kommt, ohne dass der mit Einkäufen beladene Rollator kopflastig wird. Sie ist nicht unbedingt auf die Rampe angewiesen, sondern kommt auch so über den mittleren Eingang in den Bus. Den vorderen Eingang sollten jedoch auf jeden Fall sehbehinderte oder blinde Menschen benutzen, rät Nicolas-Peter Mundey von der RegioBus Uwe Nautscher, der sich mit seinem Stock vorsichtig an den Bus heran-
tastet. An der modernen Haltestelle am Fritz-Sennheiser-Platz signalisieren ihm Rillen in dem Quadrat um das Haltestellenschild, wo der Bus mit seiner Vordertür zum Stehen kommen wird. Er steigt dann beim Fahrer ein, setzt sich am bes-ten auf die für Schwerbehinderte reservierten Plätze direkt hinter dem Fahrer, die ebenfalls mit speziellen Haltesignalknöpfen wie die Rollstuhlplätze ausgestattet sind, und kann von dort aus auch mit dem Fahrer kommunizieren, ihm beispielweise sagen, wo er aussteigen möchte. Die Teilnehmer des Trainings am Donnerstag waren sich
einig, dass sie hiervon viel Positives und nützliche Tipps mit nach Hause nehmen und sicherlich einmal öfter Bus fahren werden.