Das „making-of" von Lindbergh

Künstler Torben Kuhlmann und imago-Vorsitzende Ute Loewener beim Rahmen der Bilder für die Ausstellung. Foto: A. Wiese

imago präsentiert Kinderbuchautor Torben Kuhlmann

Bissendorf (awi). Seit Sonntag ist beim imago Kunstverein in Bissendorf das making of des Kinderbuches "Lindbergh – die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus" zu sehen: Aquarelle, Zeichnungen, Skizzen und mehr. Bis 19. Oktober präsentiert Torben Kuhlmann seine Werke und steht am Sonntag, 5. Oktober, von 15 bis 17 Uhr zum Künstlergespräch bereit. Am 28. September beim Bissendorfer Sonntag liest Hanne Fahnemann aus Lindbergh vor. Finissage schließlich ist am Sonntag, 19. Oktober, von 15 bis 17 Uhr.
Torben Kuhlmann wurde 1982 in der niedersächsischen Kleinstadt Sulingen geboren. Schon früh zeigte sich seine kreative Ader; mit Bauklötzen im Büro seines Vaters und wackeligen Gerümpel-Seifenkisten im Garten, aber auch mit Buntstiften und Wasserfarben. Im Kindergarten und später in der Schule war er schnell als guter Zeichner bekannt. Kleine Flugzeuge, kuriose Maschinen und dampfende Eisenbahnen zierten schon damals seine Arbeitshefte. Seine Begeisterung für die Malerei und Zeichnung wuchs beständig und erste kleine Ausstellungen dokumentieren seinen Weg. Zeichenstift und Aquarell wurden zu seinen bevorzugten Techniken. Ferner beherrscht er die Acryl- und Ölmalerei, sowie das digitale Arbeiten mit Photoshop und Painter.  Im Sommer 2005 begann er nach dem Abitur und dem Zivildienst sein Studium an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg im Studiengang Illustration und Kommunikationsdesign. Seit 2006 arbeitet er neben seinem Studium als freiberuflicher Illustrator, seit April 2010 für die Werbeagentur Jung von Matt in Hamburg. Im Juni 2012 schloss er mit seinem ersten Kinderbuch „Lindbergh – Die Geschichte einer fliegenden Maus“ erfolgreich sein Studium mit der Diplomprüfung ab. „Manchmal erleben die Kleinsten die größten Abenteuer!“
„Das Schönste an Bildergeschichten ist, dass man manchmal nur einen Rahmen schaffen muss, der die Fantasie von Kindern und Erwachsenen beflügelt. Mein Ziel  bei Lindbergh war es, den Leser zum heimlichen Zeugen eines großen Abenteuers zu machen – mit einem unerwartet kleinen Helden!", erzählt Torben Kuhlmann und sagt über seine Arbeit: „Die Luftfahrt hat mich immer schon fasziniert. Für meine Diplomarbeit hätte ich auch ein Sachbuch illustrieren können, aber ich wollte lieber eine abenteuerliche Geschichte in Bildern erzählen. Der Held ist realistisch gestaltet, eine Maus, wie man sie kennt – doch dann tut sie Dinge, die man von einer Maus nicht erwartet. Im Hintergrund des Bildes ist der Hamburger Hauptbahnhof angedeutet, allerdings noch kolossaler als in der Realität. Die Maus im Vordergrund soll möglichst klein wirken, obwohl sie auf diesem Bild auch wieder so groß erscheint wie die Menschen – das ist ein Spiel mit der Perspektive. Die Uhr, auf der die Maus sitzt, ist im Buch ein Symbol für den Fortschritt: In der Kanalisation sieht man die Maus neben einer zerbrochenen Taschenuhr, und auf der Suche nach Einzelteilen für ihr Flugzeug nimmt sie Uhren auseinander. Die Maus auf der Uhr ist startbereit – doch wie sie fliegt, muss der Betrachter sich selbst vorstellen. Die Spannung wird im Bild nicht aufgelöst.
In Bleistiftskizzen spiele ich verschiedene Szenen durch, schnell und locker. Bleistift eignet sich zum Experimentieren, denn man kann korrigieren. Die Vorzeichnung koloriere ich mit Aquarellfarbe. Die Menschenmenge wollte ich möglichst locker malen – wie wenig Farbflecken es doch braucht, damit man Menschen erkennt! Für die Atmosphäre ist die Lichtdramatik entscheidend, doch vieles entsteht unbewusst. Dass etwa die Dampfwolken, die Balustrade und der große Zeiger der Uhr lauter Linien bilden, die auf die Maus zielen, war kein geplanter kompositorischer Kniff. Für den Flügel der Maus wollte ich einen starken Kontrast als Blickfang. Mit Rubbelkrepp habe ich dafür gesorgt, dass das Papier weiß bleibt. Die Farbgebung der Sepia-Töne verankert die Geschichte in der Zeit: Als würde man in vergilbten Fotos blättern.“ Die Ausstellung ist dienstags bis freitags von 11 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr geöffnet, sonnabends von 11 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr sowie sonntags von 15 bis 17 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung.