Das Spiel mit Licht und Schatten

Ulrich Saloga nennt sich Malbildhauer. Was in dieser Kombination alles entstehen kann, zeigt er zurzeit und am Sonnabend persönlich in der Gärtnerei Borgas in Mellendorf. Foto: A. Wiese

Malbildhauer Ulrich Saloga stellt in der Gärtnerei Borgas aus

Bissendorf-Wietze/Mellendorf (awi). Ein Malbildhauer, was ist das denn nun wieder, werden sich viele fragen. Ist das ein Bildhauer, der malt, oder ein Maler, der Skulpturen macht? Ist das Handwerk oder Kunst? Ulrich Saloga, der für sich selbst den Begriff Malbildhauer® erfunden hat, sagt dazu: „Alles und nichts ist richtig. Als Malbildhauer breche ich mit allen Traditionen der Malerei aus Jahrhunderten und befreie das Bild von Rahmen und Wand. Meine Malbildhauerei löst nicht nur Teile aus Gemälden heraus. Sie verändern sich und werden zu Skulpturen oder schweben frei im Raum.“ Vor allem aber gilt für den Künstler aus Bissendorf-Wietze: Keine Regeln. Kein Limit. „Ich spiele mit Licht und Schatten, Bergen und Tälern. Das Quadrat löst sich auf, das Bild wandelt vom Objekt zum Subjekt“, verrät der 59-Jährige. Und weil man das am besten im wahrsten Sinne des Wortes begreifen kann lädt Saloga am Sonnabend, 8. April, in den Außenbereich der Gärtnerei Borgas ein. Denn dort stellt er seit zwei Wochen seine Bilder aus. Denn er malt unter anderem auch wetterfeste Bilder für draußen. Und so hat er Dolf Borgas für seine Arbeiten und eine Ausstellung im Außenbereich der Gärtnerei an der Brelinger Straße in Mellendorf begeistern können. Sie sind dort seit etwa zwei Wochen zu sehen und zu kaufen. Das reicht Ulrich Saloga jedoch nicht. Er möchte persönlich am nächsten Sonnabend von 9 bis 16 Uhr dort sein und malen. Und er bringt auch ein paar seiner Exponate mit, um zu zeigen, was man alles farblich gestalten kann: Eine Uhr, Damenpumps, Hüte, Handtaschen, eine Gitarre oder auch eine Schaufensterpuppe. Ich hoffe, ich kann Leute für die Malerei begeistern und kreative Anregungen geben. Fragen beantworte ich sowieso und Tipps gebe ich gerne. Bei
entsprechender Resonanz würde ich das auch gerne öfter mal wiederholen", meint der Malbildhauer aus der Wedemark.
Den gelernten Elektromaschinenbauer aus Werdohl im Sauerland hat es nach der Bundeswehrzeit nach Niedersachsen, zunächst nach Hildesheim, und vor fünf Jahren nach Bissendorf-Wietze verschlagen. Seit er das Atelier an der Industriestraße auf dem Kreativhof in Mellendorf gefunden hat, ist er absolut „happy“. Er steht dazu, dass er Autodidakt ist: Langeweile beim Sonnen im Garten ließ ihn vor 15 Jahren erstmals zufällig zu Leinwand und Farben greifen, die seine Lebenspartnerin da „so rumstehen“ hatte. Aus der Landschaftsmalerei fand Saloga den Weg zu Expressionismus und Abstraktion. Spachtelmassen und farbige Untergründe gestalten seine Bilder dreidimensional. „Das ist eine ganz neue Welt“, schwärmt der Künstler. „Ich möchte die Leute animieren, dass sie Lust bekommen, selber was zu malen oder etwas Neues auszuprobieren, auch wenn sie schon jahrelang malen. Etwas ausprobieren, experimentieren – das ist es, was Ulrich Saloga fasziniert. „Es gibt eigentlich nichts, das man nicht bemalen kann“, schmunzelt er und zeigt als Beweis auf einen Kleiderbügel, einen Bauhelm und Bilder in den verschiedensten dreidimensionalen Formen vom Kreuz bis zum Pfeil oder rechten Winkel. Alles sind auf Rahmen gespannte, miteinander verbundene Leinwände. Spachtelmasse kaschiert die Tackernadeln, Farben sind übereinander aufgetragen, so wie es dem Künstler gerade in den Sinn kam. „Jeder kann malen“, sagt Ulrich Saloga: „Das ist nur das Problem der Technik. Es gibt Gesetzmäßigkeiten der Farbenlehre, die man beachten kann, aber nicht muss.“ Und wer jetzt neugierig geworden ist, sollte unbedingt am Sonnabend in der Gärtnerei Borgas in Mellendorf vorbeischauen.