„… dass meine Seele singe!“

Starkes Trio mit Pianist Martin Schulte am Akkordeon, Sopranistin Sandra Engelhardt und Cellist Sven Holger Philippsen beim Neujahrskonzert in der St.-Martini-Kirche Brelingen. Foto: B. Stache
 
Klaus Mencke, Vorsitzender des Orgelbauvereins St. Martini Brelingen, begrüßt die Gäste zum Neujahrskonzert 2018. Foto: B. Stache

Brelinger Orgelbauverein veranstaltet Neujahrskonzert in St.-Martini-Kirche

Brelingen (st). Der Einladung zum Neujahrskonzert der St.-Martini-Kirchengemeinde Brelingen waren zirka 150 Gäste gefolgt. Der Orgelbauverein St. Martini Brelingen hatte das Konzert organisiert. Vorsitzender Klaus Mencke begrüßte mit den Worten „Herzlich willkommen zu Syringa mit dem Programm … dass meine Seele singe!“ die Konzertgäste und kündigte das Syringa-Ensemble an. Ihm gehören die Sopranistin Sandra Engelhardt, der Cellist Sven Holger Philippsen und der Pianist Martin Schulte an. Das Trio spielt seit vier Jahren in dieser Besetzung. Sandra Engelhardt studierte zunächst Musik-Erziehung und absolvierte ihr künstlerisches Diplom im Hauptfach Querflöte, bevor sie sich intensiver dem Gesang zuwandte. Als Solistin und Kammermusikpartnerin überzeugt sie bei ihren Bühnenauftritten mit einer farbenreichen Stimme sowie durch Stilsicherheit und Emotionalität im Ausdruck. Die Sopranistin unterrichtet an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Sven Holger Philippsen spielt als Cellist in stilistisch vielfältigen Formationen und Orchestern, beispielsweise als stellvertretender Solocellist der Westfälischen Kammerphilharmonie, in Niedersachsens JazzArtEnsembles und seit vielen Jahren im Villa-Lobos-Duo (Cello, Gitarre). Er ist unter anderem ECHO-Klassik-Preisträger 2010. Sven Holger Philippsen unterrichtet an der Musikschule der Landeshauptstadt Hannover und ist seit 2012 Dozent für Violoncello an der Musikhochschule Hannover. Der diplomierte Pianist und Chordirigent Martin Schulte zeichnet sich durch eine große stilistische Bandbreite aus, die ihn zu einem gefragten Kammermusikpartner und Begleiter für Solisten und Chöre macht. Mit seinen Chören nahm er mehrfach an überregional bedeutenden Festivals und internationalen Wettbewerben teil – unter anderem in Verona und Prag. Seine Leidenschaft für das Arrangieren und Komponieren führte zur Gründung seines Tonstudios „Klangbild“. Für seine Arbeit wurde er mehrfach mit ersten Preisen ausgezeichnet. „Syringa nimmt uns mit auf eine Reise durch die Klangwelten der Jahrhunderte. Der rote Faden in dem Konzert ist die Seele, die manchmal leicht ist, die aber auch leidet, sich auch wieder freut und dankbar ist – und es ist die Seele, die singt“, kündigte Klaus Mencke das Trio zum Neujahrskonzert an. Syringa eröffnete die musikalische Reise mit drei Stücken von Georg Friedrich Händel aus der Zeit des Barocks. Dazu passend begleitete Martin Schulte als Cembalist, Sven Holger Philippsen zeigte sein ganzes Können am Violoncello und Sopranistin Sandra Engelhardt überzeugte von Beginn an mit ihrer weichen, ausdrucksstarken Stimme. „Ach hätt ich Jubals Harf“ brachte Sandra Engelhardt äußerst beschwingt zum Vortrag. Das getragene Stück „Süße Stille, sanfte Quelle“ wurde in großer Ruhe intoniert. Sven Holger Philippsen und Martin Schulte überzeugten anschließend als Duo mit „Oblivion“ (Vergessenheit), einem Stück von Astor Piazzolla, dem argentinischen Bandoneon-Spieler und Komponisten, der als Begründer des Tango Nuevo gilt. Es folgten drei Stücke aus einer Sammlung englischer Lieder – bei „How can I keep from singing“ war Martin Schulte zum Akkordeon gewechselt. Er hatte sich während des Konzerts durch eine Vielzahl von Musikinstrumenten ausgezeichnet, die er zum Einsatz brachte: Klavier (Flügel), Cembalo, Akkordeon und als klanglichen Farbtupfer das Glockenspiel. Sven Holger Philippsen brachte als Solist „Play Bach funky“ ausdrucksstark zu Gehör – mit drastischen Sprüngen auf dem Griffbrett, ganz nah an Heavy Metal. Nach weiteren Stücken, unter anderem von Richard Strauß und Robert Schumann präsentierte sich Syringa mit dem Adele-Song „Someone like you“. Anfangs sehr gefühlvoll gesungen, mit intensivem emotionalen Ausdruck, voller Wehmut in der Stimme, aber auch starker Freude – alles in großer Harmonie mit Klavier und Violoncello, wofür es besonders lang anhaltenden Applaus gab. Bevor Sopranistin Sandra Engelhardt zum Konzertende „This day“ von Bob Chilcott anstimmte, verabschiedete sie sich mit Sven Holger Philippsen und Martin Schulte und wünschte allen Konzertgästen eine gute Reise durch das Jahr 2018. Als Zugabe durften sich die Gäste noch über Bob Chilcotts „Irish Blessing“ freuen. Das Syringa-Ensemble zog nach dem Konzert ein positives Fazit. „Wir haben uns sehr über die große Resonanz auf unser Konzert hier in Brelingen gefreut. Für Syringa war es ein stimmungsvoller Start ins Jahr 2018“, formulierte Martin Schulte. Am Sonnabend, 27. Januar, wird es ein weiteres Konzert in St.-Martini-Brelingen geben – zum Auftakt der Reihe WinterJazz Brelingen wird um 20 Uhr das Julie Campiche Quartet auftreten.