David und sein rosa Pony

David liebt sein rosa Plüschpony Fred und wird dafür ausgelacht. Foto: A. Wiese

Theaterstück räumt mit Geschlechterklischees auf

Mellendorf (awi). Die Mellendorfer Grundschüler gingen begeistert mit, ergriffen Partei für den gemobbten David, der wegen seines Lieblingsspielzeugs ausgelacht wurde und machten anschließend beim Rollenspiel mit, wo sie abwechselnd ihre Mitschüler auslachten und selber ausgelacht wurden. „Ein tolles und ganz wichtiges Theaterstück“, resümierte Schulleiter Thomas Wenzel, der sich die erste von zwei Aufführungen ansah. Gender-Mainstream – das sei ein Thema, wo mittlerweile keiner mehr wegsehen könne. Fred ist das Lieblingskuschelpony von David. Der geht in die erste Klasse und nimmt Fred eines Tages mit in die Schule, um ihn am Lieblingsspielzeugtag seinen Schulkameraden vorzustellen. Leider geht das ziemlich schief. David wird ausgelacht, weil er „Mädchenspielzeug“ mag. Fred wird von seinem Freund kurzerhand zum Fußball umfunktioniert und landet im Matsch. David ist so eingeschüchtert, dass er Fred liegen lässt und sich ein neues Spielzeug zulegt, ein „Jungenspielzeug“, einen Roboter. Doch dass der nicht nur nervt, weil er immer das Gleiche plappert, auf das er nun mal programmiert ist, sondern David auch um den Schlaf bringt, merkt dieser schnell. Zum Glück hat sein Freund Fred gerettet, ein Einsehen mit David und ist selbst ganz begeistert von dem Roboter. So ist am Ende alles wieder im Lot. Das Gespräch mit den Kindern über die Geschichte und ihre Thematik und ein Rollenspiel sind für die Verarbeitung der „Nachricht“ wichtig. Das Theaterprojekt thematisiert einschränkende Rollenbilder, denen Mädchen und Jungen täglich begegnen. Das Bundesfamilienministerium unterstützt die Aufführung des Stückes daher. Durchgeführt wird das Projekt von Pinkstinks Germany, einer jungen Organisation, die gegen Produkte, Werbe- und Medieninhalte agiert, die Kindern eine einschränkende Geschlechterrolle zuweisen.