Defibrillator hängt bei Pagel

Die Spender Antje und Gerd Kaufmann übergeben den Defibrillator an den Verein Bürger für Resse. Er ist im Vorraum des Frischemarkts Pagel nun 365 Tage im Jahr frei zugänglich. Foto: N. Mandel

Familie Kaufmann spendet Ressern lebensrettendes Gerät

Resse (nm). Seit drei Jahren gab es nun schon Bestrebungen, einen öffentlich zugänglichen Defibrillator im Ortsteil Resse zu installieren. Am letzten Freitag war es nun endlich soweit: Der Defibrillator wurde dem Verein Bürger für Resse von Familie Kaufmann kurzerhand gespendet. In Eigenleistung wurde er im Vorraum des Frischmarkts Pagel neben dem Geldautomaten angebracht. „Der Vorraum ist vierundzwanzig Stunden offen und somit im Notfall für alle erreichbar“, erklärt Gerd Kaufmann, Gründungsmitglied des Vereins und ehemaliger stellvertretender Ortsbürgermeister. In 85 Prozent aller plötzlichen Herztode liegt anfangs ein sogenanntes Kammerflimmern vor. Ein Defibrillator kann diese elektrisch kreisende Erregung im Herzen durch gleichzeitige Stimulation von mindestens 70 Prozent aller Herzmuskelzellen unterbrechen. Dabei zählt im Ernstfall jede Minute. Verhandlungen mit der Gemeinde Wedemark waren ergebnislos geblieben, da diese das lebensrettende Gerät im Mooritz anbringen wollte, weil es eine öffentliche Einrichtung sei. „Als solche hat das Moorinformationszentrum natürlich auch nur begrenzte Öffnungszeiten, der Defibrillator wäre im Notfall gar nicht durchgängig zugänglich gewesen“, ergänzt seine Frau Antje Kaufmann, die amtierende stellvertretende Ortsbürgermeisterin ist. Die Idee, den medizinischen Schockgeber außen am Feuerwehrgebäude anzubringen, scheiterte an den berechtigten Vorbehalten der Wehrverantwortlichen. Denn dann hätte der Kasten entsprechend nicht nur gegen Diebstahl, sondern vor allem gegen große Kälte oder Hitze gesichert werden müssen. Das elektrische Gerät wird in der Medizin eingesetzt, um Patienten im Falle von Herzrhythmusstörungen wie z.B. Vorhofflimmern Stromstöße zu versetzen. Als technisches Hochleistungsgerät muss es natürlich auch vor Witterungseinflüssen geschützt werden. So kam man schließlich auf den Vorraum des Frischmarktes, der all die notwendigen Voraussetzungen erfüllt. Defibrillatoren werden auf Intensivstationen, in Operationssälen, in Notaufnahmen, sowie in Fahrzeugen des Rettungsdienstes bereitgehalten und können im Notfall zur Erstversorgung eingesetzt werden. „Wenn wir nur ein Leben damit retten können, hat sich die Anschaffung schon mehr als gelohnt“, sagt Gerd Kaufmann.
Eine circa zweistündige Schulung zum Umgang mit dem Defibrillator der Marke Philips ist für den 21. Februar um 19 Uhr im Moorinformationszentrum geplant. Der HeartStart FR3 ist auch von Nichtmedizinern leicht zu handhaben. Die medizinische Einweisung ist kostenlos und wird von Wedemärker Notfallmedizinern durchgeführt. Interessierte Resser können sich unter der Mailadresse antje_kaufmann@t-online.de dazu anmelden, es gibt maximal dreißig Plätze.