Delegiertenkonferenz nominiert Hauke Jagau

Hauke Jagau (rechts) freut sich über die erfolgreiche Wahl zum SPD-Kandidaten für das Amt des Regionspräsidenten. Matthias Miersch war unter den ersten Gratulanten. Foto: B. Stache
 
Helge Zychlinski (rechts) spricht zu den Teilnehmern an der SPD-Delegiertenkonferenz. Foto: B. Stache

SPD-Kandidat für das Amt des Regionspräsidenten erhält 94 Prozent

Mellendorf (st). „Diese Region braucht einen starken Regionspräsidenten“, mit diesen Worten eröffnete die Parlamentarische Staatssekretärin Caren Marks am Samstag im Forum des Schulzentrums Mellendorf den Wahlgang der SPD-Delegiertenversammlung zur Nominierung ihres Kandidaten für das Amt des Regionspräsidenten. Wenig später waren 167 abgegebene Stimmzettel ausgezählt: die Delegierten hatten sich mit 157 Ja-Stimmen, neunmal „Nein“ und einer Enthaltung für den derzeitigen Amtsinhaber Hauke Jagau ausgesprochen. Regionspräsident Jagau stand als einziger Kandidat zur Wahl. Er wird sich nun am Sonntag, 25. Mai, für die SPD um das Amt des Regionspräsidenten bewerben. An diesem Tag wählen die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland auch das Europäische Parlament – zum achten Mal. Zu den ersten Gratulanten im Mellendorfer Forum gehörte Matthias Miersch, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Region Hannover, der zuvor die Delegierten begrüßt hatte, darunter namentlich die Bundestagsvizepräsidentin Edelgard Bulmahn, Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok, den Präsidenten der Handwerkskammer Hannover, Walter Heitmüller, sowie Werner Preissner als neuen Vorsitzenden des DGB Kreisverband Region Hannover. „Ihr hättet euch keinen besseren Ort für diesen Nominierungsparteitag aussuchen können“, erklärte Helge Zychlinski, SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat der Gemeinde Wedemark sowie Bürgermeisterkandidat, in seiner Rede und fügte schmunzelnd hinzu: „Die Wedemark ist – mit dem Herzen gefühlt – der Mittelpunkt der Region.“ Zychlinski stellte den Teilnehmern die Wedemark vor und berichtete von den vielfältigen Aktivitäten sozialdemokratischen Handelns. Für die Versammlungsleitung wurden anschließend Caren Marks, die Landtagsabgeordnete Dr. Thela Wernstedt und der ehemalige Niedersächsische Finanzminister Heinrich Aller einstimmig gewählt. In seinem Grußwort erinnerte Walter Heitmüller auch an die Bedeutung des Regionspräsidenten: „Mit diesem Amt sind ein hohes Maß an Belastung, Verantwortung und Kompetenz verbunden. Der Regionspräsident hat erheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Region, auf ihre Außendarstellung, politische Diskussionen und auf die Qualität von Serviceleistungen, die die Verwaltung mit ihren Mitarbeitern für die Bürger, die heimische Wirtschaft und damit auch für das Handwerk erbringt.“ Der Handwerkskammerpräsident endete mit einem Appell an Hauke Jagau: „Lassen Sie die Bürokratie nicht so ausufern, wie wir das derzeit durch die neue Landesregierung erleben.“ Weitere Grußworte sprachen die Vorsitzende der SPD-Regionsfraktion Silke Gardlo und Werner Preissner. Unmittelbar vor der Wahl hatte Hauke Jagau, von 1996 bis 2006 Bürgermeister in Laatzen und seit acht Jahren amtierender Regionspräsident, eine fast einstündige Rede über seine Tätigkeit, aktuelle Regionsthemen sowie seine Motivation, erneut anzutreten, gehalten. Jagau schlug in seiner frei gehaltenen Rede, für die er begeisterten Applaus erhielt, einen weiten Bogen von der Fusion der Stadt- und Kreissparkasse in der Region über den Öffentlichen Personennahverkehr (Üstra/RegioBus), das Klinikum Region Hannover und den aha Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover. Weitere Themen waren unter anderem die Bildungspolitik, „hannoverimpuls“, die gemeinsame Wirtschaftsförderungsgesellschaft von Stadt und Region Hannover, die Haushaltslage der Region sowie „Wohnraum“ und „Nachhaltigkeit“. Lobende Worte fand Jagau für das Projekt MOORiZ (Moorinformationszentrum) in Resse. Zu seiner Motivation erklärte Jagau: „Ich bin hier groß geworden und finde es toll an meiner Aufgabe, dass ich von der Behinderteneinrichtung über den Handwerksbetrieb bis zum Kulturbereich die unterschiedlichsten Dinge kennenlernen darf. Die Region ist groß und sie ist vielfältig. Mir macht es Spaß, möglichst viel mitzubekommen. Und das möchte ich in den nächsten Jahren gerne weitermachen.“ Gegenüber dem ECHO äußerte sich Hauke Jagau unmittelbar vor Bekanntgabe des Wahlergebnisses: „Für die nächsten acht Jahre ist es das Wichtigste, dass wir hier wettbewerbsfähig bleiben. Dass sich die Wirtschaft so entwickelt, damit es hier Arbeit gibt. Weil die Menschen, die gut qualifiziert sind, sich aussuchen werden, wo sie hingehen können. Deshalb brauchen wir hier gute Arbeitsplätze und wir brauchen parallel dazu eine gute Lebensqualität, Kultur, Freizeitwerte, Schulen, ärztliche Versorgung und öffentlichen Nahverkehr. Das sind die Dinge, an denen wir arbeiten müssen, damit wir weiter eine attraktive Region bleiben.“ Die Delegierten sprachen ihrem Kandidaten für die Wahl des Regionspräsidenten am Sonntag, 25. Mai, ihr Vertrauen aus – mit 94 Prozent der abgegebenen Stimmen.