Demenzbetreuung besser verstehen

Die Teilnehmer der Schulung für Angehörige von Demenzerkrankten mit Dozentin Anna Paduano (knieend links) von Wörheide Konzepte neben Anna Beckmann, Vorsitzende de Senioren Engel Wedemark. Foto: Privat

Kostenlose Schulung „Begleitung im Andersland“ abgeschlossen

Wedemark. 32 pflegende Angehörige und Betreuer sowie Betreuerinnen des Gemeinnützigen Vereins „Senioren Engel Wedemark e.V.“ haben ihre spezielle Ausbildung für die Betreuung an Demenz erkrankter Menschen abgeschlossen.
Es waren spannende und hochinteressante Themen, die immer wieder nachgefragt und diskutiert werden konnten, erklärte Organisatorin Anna Beckmann. Die „Begleitung im Andersland“ ist eine anstrengende und kräftezehrende Aufgabe für pflegende Angehörige, aber auch für außen stehende Betreuer, die oftmals Enttäuschungen und große Hilflosigkeit, Trauer, Tränen und Wut mit sich bringen können. Zu erkennen, dass die eigenen Eltern oder Partner nicht mehr in ihrer Welt erreicht werden können, ist einfach schwer verständlich. Und dass die Konstellation Kinder/Eltern, die bisher normal war, sich plötzlich umkehrt, die Kinder für die Eltern die Verantwortung und Pflege übernehmen müssen, ist kaum zu verkraften, weiß Beckmann. Auch diesen negativen Gefühlen durfte in den zwei Gruppen nachgegangen werden. In Deutschland leiden über eine Million Menschen an einer Demenzerkrankung. Mehr als 80 Prozent werden in der Familie gepflegt, überwiegend (83 Prozent) sind Frauen die Pflegepersonen, die oft auch schon im Rentenalter beziehungsweise nebenbei noch berufstätig sind. „Zwischen Liebe und Pflichtgefühl, Anhänglichkeit und Selbstständigkeit, zwischen Hoffnung und Erschöpfung, Gelassenheit und Verbitterung, Selbstverständlichkeit und Nicht-mehr-können, Traurigkeit und Stärke“, beschreibt Beckmann die Situation der pflegenden Angehörigen. Das ist der bittere Alltag pflegender Angehöriger, die sich mit einer ganz besonderen Lebens- und Pflegesituation auseinander setzen müssen.
Die Dozentin – Anna Paduano von „Wörheide Konzepte“ – konnte an den acht Schulungsabenden immer fachgerechte Hilfe und Hinweise geben, um emotionale Probleme durch die Demenzkranken zu mildern, besser verstehen und ertragen zu können. Ebenso wie das große Interesse an Fachfragen zu rechtlichen Aspekten der Pflegeversicherung, zum Betreuungsrecht, Vollmachten, Patienten- und weiteren –verfügungen sowie die schwierigen Entscheidungen, zu Hause zu pflegen oder Heimeinweisungen, wurden geduldig und fachgerecht beantwortet.
„Es gibt in diesen problematischen Situationen so viele Gefühle und Gesprächsbedarf, dass wir gerne weitere Treffen vereinbaren würden“
Das war die einheitliche Meinung der Teilnehmenden. Und so hat sich der Gemeinnützige Verein Senioren Engel entschlossen, einen Gesprächskreis zu organisieren, an dem sich alle Interessierten beteiligen können. Weitere Termine mit Ortsangabe werden demnächst veröffentlicht. Fragen beantwortet die erste Vorsitzende der Senioren Engel, Anna Beckmann, unter Telefon (0 50 72) 18 32 oder per Mail an a-beckmann@htp-tel.de.