Demo gegen „Rausschmiss für Senioren“

Bürgermeister Helge Zychlnski bemühte sich in der Diskusson mit den Damen des DRK am Haus am Sande um eine Lösung und räumte Fehler in der Kommunikation ein. Mit dabei: Ortsbürgermeisterin Christa Goldau (Mitte) sowie Rolf Reupke und Anna Beckmann vom Seniorenbeirat (links). Foto:s A. Wiese

Bürgermeister Helge Zychlinski entschuldigt sich für mangelnde Kommunikation

Mellendorf (awi). Bürgermeister Helge Zychlinski persönlich stand den Damen des DRK Mellendorf am Dienstagnachmittag vor dem Haus am Sande Rede und Antwort, als diese wortreich und mit Pappschildern gegen den „Rausschmiss für Senioren“ protestierten. Der Bürgermeister hatte nicht nur Raumangebote in der evangelischen oder katholischen Kirchengemeinde, dem DLRG-Heim oder der Jugendhalle in der Tasche, sondern lud die Seniorinnen auch alle zum Kaffeetrinken ins Café Vatter ein. Der Verärgerung von Sprecherin Elke Fritzenwalder tat das jedoch keinen Abbruch. Sie hatte mit ihren langjährigen Mitstreiterinnen vom DRK, die mit den Senioren einmal wöchentlich gemeinsam Karten spielen, Kaffee trinken und Kuchen essen, und nach gut einem Jahr gerade erst im Haus am Sande heimisch geworden waren, die Mini-Demo initiiert, um ihrer Forderung nach einem neuen Raum Nachdruck zu verleihen. Denn dass die Gemeinde im Haus am Sande erneut für mindestens ein Jahr eine Krippengruppe unterbringen muss (das ECHO berichtete), dafür haben die betroffenen Damen sogar Verständnis. Dass sie selbst davon aber erst vor wenigen Tagen erfahren haben, als sie die Mitteilung bekamen, den Raum ab 1. August nicht mehr nutzen zu können, dann bereits letzte Woche die bisher genutzten Räume vom Bauhof geräumt und ihre Sachen an einen unbekannten Ort gebracht wurden – dafür bringen ElkeFritzenwalder und ihre Mitstreiterinnen absolut kein Verständnis mehr aus. „So geht man mit Senioren nicht um“, hielt sie Bürgermeister Helge Zychlinski vor und hatte sich auch nicht gescheut, den Rundfunk zu informieren, der am Dienstagnachmittag ebenfalls einen kurzen Beitrag über den „Umgang mit Senioren in Mellendorf“ brachte. Dennoch gelang dem Bürgermeister mit seiner Angebotsliste von Räumen die Wogen zu glätten. Er entschuldigte sich für das unsensible Vorgehen der Verwaltung und garantierte eine schnelle und für die Senioren kostenfreie Lösung. Bis Redaktionsschluss sah es so aus, als sei das evangelische Gemeindehaus für die DRK-Senioren die beste Lösung. Allerdings müssten sie dann vom Dienstag auf den Montag ausweichen.