„Der Schwan könnte noch leben!“

Sucht vergeblich nach seinem mittlerweile nicht mehr lebenden Partner, der Schwarzschwan oder auch Trauerschwan im Meitzer Busch. Foto: L. Irrgang

Hund tötete schwarzen Schwan im Meitzer Busch

Meitze (ig). Trauer, Enttäuschung und auch eine gehörige Portion Wut, genauso lässt sich wohl die Stimmungslage von fast allen Anwohnern des Meitzer Busches umschreiben. Lebten seit circa Januar diesen Jahres noch zwei für diese Gefilde eher sehr selten vorkommenden Schwarzschwäne im Bereich der Wietze im Meitzer Busch, muss das eine Tier seit kurzem ohne seinen Partner auskommen. Wie Anwohner das ECHO informierten, wurde eines der beiden Tiere von einem Hund angefallen und erheblich verletzt. Im Bereich des Schapersteges, einer Brücke über die Wietze, sei es wohl gewesen, an welcher ein Hundehalter mit seinen beiden Jagdhunden auf die im Uferbereich sitzenden schwarzen Schwäne traf. „Die Hunde waren jedoch entgegen der gesetzlichen Vorschriften nicht angeleint“, so Anwohnerin Heike Müller gegenüber dem ECHO. Mindestens einer der frei laufenden Hunde stürzte sich auf den einen der beiden Schwäne und verletzte diesen erheblich. Das Tier hatte durch die Bisse neben einem gebrochenen Flügel auch tiefe Fleischwunden erlitten. Die verständigte Tierrettung brachte den schwer verletzten Schwan in die Tiermedizinische Hochschule nach Hannover. Hier konnten die Tierärzte den Flügel nicht mehr retten und mussten amputieren. Alle Bemühungen waren jedoch umsonst, denn in der Zwischenzeit ist der Schwan nach Informationen des ECHO nicht mehr am Leben.
Was die Anwohner des Meitzer Busches jedoch ganz besonders ärgert, ist die Tatsache, dass dieser Vorfall hätte verhindert werden können. „Wenn dieser Hundehalter die gesetzlichen Vorschriften zum Leinenzwang beachtet hätte, würde das Tier noch leben“, so Müller, „dafür kann man kein Verständnis haben, denn gerade jetzt ist Brut und Setzzeit und die Tiere, die in der Natur leben, stehen gerade durch die Leinenpflicht unter einem besonderen Schutz.“ Doch Hunde gerade zu dieser Zeit frei und unangeleint in der Natur laufen zu lassen, sei verantwortungslos. „Der Schwan könnte heute noch leben“, so die Meinung der Anwohner, denen sehr wohl bewusst ist, dass der Gang in die Öffentlichkeit mit diesem Thema den verstorbenen Schwan nicht wieder lebendig macht, „aber uns ist es auch wichtig, einmal deutlich zu machen, dass die gesetzliche Leinenpflicht durchaus ihren Sinn und Zweck hat.“
Von dieser Aufregung bekommt der verbliebene Schwan nichts mit. Schwäne sind sehr treue Tiere und bleiben meist ein Leben lang mit ihrem einmal auserwählten Partner zusammen. Beobachtet man nun den Schwarzschwan im Meitzer Busch, muss man nicht in irgendein Lexikon schauen, wie diese Schwanengattung eigentlich offiziell eher genannt wird; man kann es dem Tier, das immer noch auf der Suche nach seinem verschwundenem Partner zu sein scheint, geradezu ansehen. Denn in der Fachwelt ist der Schwarzschwan auch als Trauerschwan bekannt.