Deutsch-polnische Kooperation klappt gut

Gregor Schnupp (von links), Claus Schütte und Pater Marian Skóra mit den Jugendlichen sowie Betreuern des Auschwitzbegegnungsprojekts vor dem Hauptgebäude des CVJM-Begegnungszentrums in Abbensen. Foto: B. Stache
 
Pater Marian Skóra (von links) schaut Andreas Reich, Tom Böhm und Paulina Stańczyk beim Zuschneiden von Spanplatten zu. Foto: B. Stache

Auschwitzbegegnungsprojekt bringt junge Menschen zusammen

Abbensen (st). Dies war das 44. Treffen des Auschwitzbegegnungsprojekts (ABP), das wieder einmal junge Menschen aus Polen und Deutschland zum gemeinsamen Kennenlernen und Arbeiten zusammengebracht hat. Das CVJM Freizeit- und Begegnungszentrum in Abbensen diente den Teilnehmer eine Woche lang als Quartier und Arbeitsstelle zugleich. Von polnischer Seite nahmen Pater Marian Skóra und acht Schüler der Berufsschule Don Bosco aus Oświęcim (Auschwitz), die vom Salesianerorden geführt wird, daran teil. Der Koordinator des ABP der Landeshauptstadt Hannover, Fachbereich Jugend und Familie, Claus Schütte und sein Betreuerteam waren mit bis zu 25 Schülern dabei. Die deutschen Teilnehmer im Alter von 16 bis 18 Jahren, die in der Berufsvorbereitung oder -ausbildung stehen, kamen vom Kolping-Berufsbildungswerk Hettstedt/Sachsen-Anhalt, der Berufsbildende Schule 6 (BBS 6) der Region Hannover sowie der Werk- statt- Schule e. V. Hannover. Das ABP fand 1994 in Auschwitz seinen Anfang. Seither finden diese 14-tägigen Begegnungen jeweils zwei Mal im Jahr statt – im Wechsel zwischen Oświęcim und Abbensen sowie Berlin, die je eine Woche als deutsche Gastgeber fungieren. Kommende Woche wird die Gruppe in Berlin zu Gast sein. „In Polen arbeiten wir bei den Begegnungen in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau“, erklärte Marian Skóra im Gespräch mit Gregor Schnupp, Leiter des CVJM Freizeit- und Begegnungszentrums. „Wir dürfen die Geschichte nicht vergessen, die Geschichte kommt zurück“, mahnte der Pater. „Wir freuen uns über die langjährige Freundschaft und die Möglichkeit, das Projekt auch hier bei uns in Abbensen durchzuführen“, sagte Gregor Schnupp. Koordinator Claus Schütte unterstrich zugleich die Bedeutung des gegenseitigen Kennenlernens der jungen Menschen beim gemeinsamen Arbeiten und in der Freizeit. „Unsere Kooperation zwischen der BBS 6 und dem CVJM-Heim beinhaltet Wohnen, Essen und Arbeiten sowie Kennenlernen. Die jungen Leute aus Polen und Deutschland arbeiten in dieser Woche auf dem CVJM-Gelände, pflastern Wege, sind in der Geländepflege aktiv und renovieren den Kiosk“, beschrieb Claus Schütte das Tätigkeitsfeld und fügte an: „Die Schüler und Betreuer übernehmen eine Botschafterfunktion des jeweiligen Landes.“ Neben den handwerklichen Arbeiten nahm die Gruppe auch an einem Empfang von Bürgermeister Thomas Hermann in Hannover teil und besuchte das Eishockeyspiel EC Hannover Indians gegen EHC Timmendorfer Strand 06. Ein Besuchsprogramm führte die ABP-Teilnehmer in die Gedenkstätte Bergen-Belsen. „Meine Großmutter ist im Lager Auschwitz am 14. Dezember 1941 gestorben. Heute sind wir Polen und Deutsche Freunde – und das ist gut so“, erklärte Pater Marian Skóra, der die Gruppe des ABP schon zum zwölften Mal begleitet. Die 17-jährige Paulina Stańczyk besucht die 2. Klasse Technik und Tischler an der Salesianer Berufsschule in Auschwitz. Sie hatte von dem Projekt gehört und sich darauf gefreut, neue Menschen kennenzulernen und mit ihnen zusammenzuarbeiten. „Dadurch festigen wir die gute Verbindung zwischen unseren beiden Ländern“, erklärte sie. Ähnlich äußerte sich auch der gleichaltrige Tom Böhm, der seine Ausbildung im Fachbereich Holzbearbeitung beim Kolping-Berufsbildungswerk Hettstedt durchführt. „Mir macht die Zusammenarbeit mit den polnischen Gästen viel Spaß.“ Die jungen Leute verständigten sich in Deutsch, Englisch und der Zeichensprache. „Die Musik hilft dabei“, so Koordinator Schütte, für den das Motto des ABP auch bei dieser Begegnung in Abbensen wieder seiner Bedeutung gerecht wurde: „Von der Hand in den Kopf ins Herz.“