Deutsch-polnische Schülergruppe putzt Streuobstwiese heraus

Bürgermeister Tjark Bartels pflanzte eine Süßkirsche auf die Streuobstwiese zur Erinnerung an diesen Jugendaustausch. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Gegenseitige Schülerbesuche gehen ins dritte Jahr

Elze (hhs). Seit einer Woche herrschte guter Betrieb auf der Streuobstwiese in Elze in Verlängerung der Wasserwerkstraße: Etwa 30 Schülerinnen und Schüler arbeiteten im schweiße ihre Angesichts, wie es ein Beobachter ausdrückte: Sie mähten das kniehohe Gras, waren am Basteln und harkten das schnell getrocknete Heu zusammen. „Trotz der vielen Arbeit waren sie immer froh und guter Dinge“, sagte der Radfahrer, der hier jeden Tag vorbei gekommen war. Bei den vielen fleißigen Helfern handelte es sich um eine Gruppe von 14 Schülerinnen und Schülern der Schulen in Otrebusy und Nova Wies nahe Warschau.
„Dieser Austausch läuft jetzt schon im dritten Jahr“, erklärte Dieter Bartels, Lehrer an der Albert-Liebmann-Schule, der die gegenseitigen Besuche der Kinder und Lehrer von Beginn an mit organisiert hatte. „Einmal kommen die polnischen Gäste hierher, sie wohnen die Hälfte der Zeit im Heideheim, dann gehen sie in die deutschen Familien zu ihren Freunden“, erläuterte der Lehrer das Procedere. Einige Tage lang werde gearbeitet, immer in der Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wedemark, dem hiesigen NABU und der Kinder- und Jugendkunstschule. Ganz besonders bedankte er sich bei der Umweltbeauftragten der Gemeinde, Ursula Schwertmann, die die Veranstaltung hier mit allen Beteiligten koordiniert habe.
Derweil setzten die Kinder und Jugendlichen ihre Arbeit fort: Steinhaufen wurden aufeinander geschichtet. „Die Haufen erwärmen sich auch noch im Herbst, dann werden sie von Marienkäfern und Florfliegen aufgesucht und dienen ihnen dann als Winterunterkunft“, erläuterte Dieter Bartels den Sinn der Arbeit. Bürgermeister Tjark Bartels, der sich das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit dieses Jahres anschaute, gab zu bedenken, dass man die Steinhaufen besser mit einem Hinweisschild vor „Steineschwund“ durch Menschenhand sichern sollte. Dann sah er sich die handwerklichen Arbeiten an: Die Kinder waren damit beschäftigt, Nistkästen zu bauen und schwere Bänke als Sitzgelegenheiten zum Verweilen auf der Streuobstwiese. „Mit allen Maßnahmen wollen wir langfristige dafür sorgen, dass hier ein Magerrasen entsteht, der mehr Artenvielfalt als der jetzige Bewuchs entwickelt“.
Tjark Bartels bedankte sich im Namen der Gemeinde Wedemark bei den Kindern für ihren Einsatz. Sie sollten das Gruppenleben hier in Erinnerung behalten und er wünschte ihnen noch weitere schöne Erlebnisse während ihres Aufenthaltes hier. Er habe gehört, dass noch einige tolle Events auf dem Programm stünden, darunter ein Besuch im Heide-Park Soltau. „Ich wünsche Euch allen, dass Ihr viele neue Erkenntnisse aus diesem Besuch hier mit nach Hause nehmen könnt, unter anderem auch, dass man gemeinsam erledigte, erfolgreiche Arbeit immer wieder gern erinnert. Darin liegt auch der Sinn des Jugendaustausches“, endete Bartels seine kurze Ansprache. Dann musste er noch gemeinsam mit einem Vertreter der Region Hannover einen Baum pflanzen, eine Süßkirsche „Burlat“.