Die CDU sieht nach dem Rechten

Die Vorsitzenden der DLRG-Ortsgruppe Wedemark, Wolfgang Klitsch und Sabine Hartmann (beide sitzend) begrüßten am Mittwoch die CDU-Fraktion Wedemark in ihrem Vereinsheim. Hier posieren sie mit den Politikern vor einem Aluminium-Rettungsboot, das 1992 in Zu

Sommertour führte Gemeindefraktion zur DLRG

Mellendorf (sb). „Wir haben Entzugserscheinungen, denn ohne Ratssitzungen können wir einfach nicht leben“, meint Jörg Friedrich Onnasch mit einem Augenzwinkern. Der Ratsherr der Gemeinde Wedemark besuchte mit der CDU-Fraktion im Rahmen der Sommertour seiner Partei die Wedemärker Ortsgruppe der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Mellendorf. Am vergangenen Mittwoch war dort nicht nur er, sondern unter anderem auch Ortsbürgermeister Rudi Ringe und die Vorsitzende der Jungen Union Wedemark, Jessica Borgas, zu Gast. Mit anderen CDU-Funktionären nutzen sie in diesen Wochen die Gelegenheit der Sommerpause, sich ein Bild von der Situation in Wedemärker Vereinen und Wirtschaftsunternehmen zu machen.
„Politik bedeutet ja nicht nur Beschlüsse zu fassen und Entscheidungen zu treffen. Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit in der Kommune ist es, Präsenz bei den Bürgern zu zeigen und zu erfahren, wie unsere Arbeit ankommt“, begründet Onnasch die Motivation zur Durchführung der Sommertour. Es sei für die politische Gestaltung der Wedemark enorm wichtig, die Probleme der Bürger, Vereine und Unternehmen zu kennen und zu verstehen. „Nur wenn wir wissen, wo Schwierigkeiten und Probleme liegen, können wir diese auch beheben“, erklärt Onnasch.
Im gemütlichen Rahmen fand am Mittwoch so der Besuch der Fraktion bei der DLRG statt. Auf der Terrasse des Vereinshauses direkt neben dem Mellendorfer Spaßbad machten sich die Politiker bei tropisch anmutenden Temperaturen, Sommerkulisse und Badegeräuschen ein Bild von der aktuellen Lage des Vereins. Gastgeber war der Vorstand der DLRG: Wolfgang Klitsch in der Funktion des ersten und Sabine Hartmann in der der zweiten Vorsitzenden begrüßten die CDU-Politiker zusammen mit Schatzmeister Uwe Roscher.
Bevor die drei Vereinsfunktionäre einen Rundgang durch das frisch renovierte Vereinsheim der DLRG boten, schilderten sie den Volksvertretern die aktuelle Lage ihres Vereins. „Wenn wir nach der Situation der DLRG-Ortsgruppe Wedemark gefragt werden, können wir uns nicht beklagen“, erklärt Klitsch. Der Verein zähle derzeit 438 Mitglieder, von denen rund zwei Drittel Jugendliche bis zu einem Alter von 17 Jahren seien. „Wir verstehen uns als Familienverein“, erzählt Roscher, „deswegen versuchen wir auch, unsere Beitragssätze so niedrig wie möglich zu halten“. Der Jahresbeitrag für Kinder koste so gerade einmal 35 Euro, für Erwachsene seien es zehn Euro mehr. Mit 81 Euro sei auch der Familienbeitrag außerordentlich günstig. „Die soziale Komponente wird in unserem Vereinsleben großgeschrieben“, betont der Vorsitzende der viertgrößten DLRG-Ortsgruppe des Kreises Hannover-Land.
Im Fokus der Arbeit stehe in der Wedemark die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. So werde nicht nur Schwimmunterricht angeboten; die Vereinsmitglieder könnten auch alle Rettungsschwimmer-Abzeichen erwerben und anschließend Rettungswachen am Steinhuder Meer oder am Natelsheidesee ableisten.
Ein Mammutprojekt, das in diesem Jahr eigentlich hätte enden sollen, ist der Umbau des Vereinsheims. Mit enormen ehrenamtlichen Anstrengungen ist es den Vereinsmitgliedern gelungen, die Kosten des Umbaus auf 53.000 Euro zu drücken. „Leider hatten wir im vergangenen Winter große Frostschäden an den Fliesen zu verzeichnen“, ärgert sich Klitsch. Dennoch sei er optimistisch, dass das Projekt noch in diesem Jahr endgültig zum Abschluss gebracht werden könne.
Wichtig ist Klitsch, Hartmann und Roscher die Wahrnehmung des Vereins in der Öffentlichkeit. „Viele Wedemärker denken, wir seien ein Verein nur für Mellendorfer“, sagen sie. Dabei spreche die DLRG-Ortsgruppe Wedemark sogar Schwimmbegeisterte über die Grenzen der Gemeinde hinaus an. „Wir hoffen, dass sich an dieser Auffassung etwas ändern wird und wir bald als Verein für alle Wedemärker wahrgenommen werden“, hoffen sie. Vielleicht war der Besuch der CDU-Fraktion hierfür der erste Schritt in die richtige Richtung.