Die FDP hat sich noch nicht entschieden

Bei ihrem traditionellen Gänseessen auf dem Hof Rust in Ibsingen zeichnete Kreisvorsitzender Gerhard Kiehr (r.) Erik van der Vorm für 40 Jahre FDP-Mitgliedschaft aus. Die Ortsverbandsvorsitzende Andrea Giese und der Landtagsabgeordnete der FDP, Hermann Grupe, aus Stadt Oldendorf gratulierten. Foto: A. Wiese

Parteivorsitzende Andrea Giese: „Wenn eigener Kandidat, dann qualifiziert“

Ibsingen (awi). Die spannende Frage, ob der FDP-Ortsverband Wedemark für die Bürgermeisterwahl am 9. Februar einen eigenen Kandidaten ins Rennen schicken wird, bleibt offen. Auch beim traditionellen Gänseessen der Partei in Ibsingen bekamen die Wedemärker Mitglieder und ihre Gäste aus den benachbarten Ortsverbänden darauf keine Antwort von der Wedemärker Vorsitzenden Andrea Giese. „Wir werden uns demnächst entscheiden, aber noch ist der Prozess nicht abgeschlossen“, betonte Giese, aber sie verriet: „Wir werden nur dann einen Kandidaten aufstellen, wenn er deutlich für dieses Amt qualifiziert ist, also die entsprechende Verwaltungserfahrung mitbringt.
Ein reger Austausch über das Für und Wider eines eigenen Kandidaten entspann sich, während die Liberalen den knusprigen Gänsebraten mit Klößen und Rotkohl verzehrten. Und doch blieb das Thema nur ein Randthema. Nachdem
die Ortsvereinsvorsitzende Andrea Giese die befreundeten Verbandsvertreter begrüßt hatte wie Nils Hillerscheid aus Burgdorf und Lothar Reinhard und Gerd Münster aus Neustadt sowie den Kreisvorsitzenden Gerhard Kiehr aus Hannover, überließ sie dem Gastredner des Abends das Feld. Referent Hermann Grupe aus Stadt Oldendorf ist Mitglied des Landtages für die FDP und agrarwirtschaftliche wie verbraucherschutzrechtlicher Sprecher. Er berichtete, dass im landwirtschaftlichen Bereich des Landtages viele Nicht-Fachleute unterwegs seien. Da müsse er als FDP-Mann manchmal die Biobauern vor den eigenen Parteikollegen von den Grünen schützen, weil die Vorschriften einfach zu eng gefasst seien. Die Wahrnehmung der Bevölkerung habe sich verschoben. 5.000 Hühner würden in der Bevölkerung schon als Massentierhaltung bezeichnet. Die Grünen propagierten die Haltung von 30.000 Hühnern aber als „bäuerlichen Betrieb“. Ab 40.000 Hühnern sei aber bereits von Tierquälerei die Rede. Ihr Parteikollege habe erfrischend ehrlich referiert, freute sich die Ortsverbandsvorsitzende Andrea Giese. Einen Betrieb wie den von Rust in Ibsingen lobte Grupe ausdrücklich. Er sei eng auf den Verbraucher und seine Bedürfnisse ausgerichtet. Hermann Grupe genieße als Ausschussvorsitzender Landwirtschaft parteiübergreifend große Anerkennung, so Giese. Er stehe für ideologiefreie und pragmatische Problemlösungen. Zum Beispiel verteufele er die Gülle nicht, die für viele Böden in Niedersachsen als Dünger benötigt werde. Grupe ist selbst Landwirt und baut Mais für Biogasanlagen an. Aber er achte darauf, dass ein Anteil von elf Prozent bei den Flächen für den Mais nicht überschritten werde, trug der FDP-Abgeordnete seinen Parteifreunden vor. Schließlich liege Vielfalt und eine naturnahe Bewirtschaftung der Böden im Interesse der Landwirtschaft selber. Durch das gute Abschneiden der FDP bei den Landtagswahlen Anfang des Jahres war Grupe trotz Lis-tenplatz 15 gerade noch so reingerutscht. Doch für seine Fraktion sei er mit seinem Fachwissen eine echte Bereicherung, betonte Andrea Giese. Eine Ehrung gab es auch noch: FDP-Ratsherr Erik van der Vorm wurde vom Kreisvorsitzenden Gerhard Kiehr für 40 Jahre Mitgliedschaft in der FDP mit einer Urkunde und einer Plakette ausgezeichnet.