Die junge Geschichte eines alten Dorfes

Zum Redaktionsteam gehören Günter Depke (von links) Gerda Reineking, Hermann Kracke, Georg Kuske, Friedrich Bernstorf, Christa Bürger und Jürgen Benk.
 
Den Einband für das Meitzer Buch hat Karsten Molesch gestaltet. Das Bild zeigt die Kapelle im Hintergrund und das für Meitze typische Fachwerk mit Raseneisenstein.

Erstmals wird Meitzer Dorfgeschichte in einem Buch veröffentlicht

Meitze. Über Meitze und Ereignisse und Entwicklungen in diesem Dorf wurde in den letzten Jahrzehnten oft geschrieben. Jetzt arbeitet eine Projektgruppe, die überwiegend aus Einwohnern des Ortes besteht, erstmals an einen Buch. „Meitze – Die junge Geschichte eines alten Dorfes“ lautet der Titel des Druckwerks, das voraussichtlich im nächsten Frühjahr erscheinen soll. Seit etwa zwei Jahren beschäftigt sich die Projektgruppe mit der jüngeren Dorfgeschichte. Bei der Themenauswahl wird der Bogen gespannt vom Ende des 2. Weltkrieges über die Aufgabe der Selbstständigkeit der Gemeinde Meitze und die Integration in die Gemeinde Wedemark bis hin zum Schulwesen und der Kirchengeschichte. Aber auch das Vereinsleben, die Landwirtschaft und die gewerbliche Entwicklung dieses Dorfes an einer einst bedeutenden Handelsstraße spielen ihre Rollen in den Kurzgeschichten. Wenngleich der Schwerpunkt auf der jungen Geschichte dieses Dorfes liegt, gibt es auch einen Rückblick in die Vorgeschichte mit den verschiedenen Varianten der Namensdeutung von Meitze.
Nicht nur Texte sondern auch viele Bilder sollen die Leser dieses Buches in die einzelnen Geschichten begleiten. Die Projektgruppe kann dabei auf den riesigen Fundus von etwa 20 000 Fotos zurückgreifen, die der frühere Lehrer Georg Kuske in seinem Archiv hat.
Diese Fotos und Kuskes umfangreiche Sammlung von Zeitungsartikeln, in denen über Meitze in den vergangenen etwa 60 Jahren berichtet wurde, haben schon im Jahr 2015 den Anstoß zu diesem Buchprojekt gegeben. Georg Kuske hatte bei Ortsbürgermeister Jürgen Benk angeregt, das Material seines Archivs über Meitze auszuwerten, aber auch für die Nachwelt zu erhalten. Jürgen Benk holte den früheren HAZ-Redakteur Klaus von der Brelie, der in Meitze lebte, mit ins Boot. Er übernahm federführend die Arbeit an diesem Projekt und bildete eine kleine Arbeitsgruppe mit Benk und Meitzer Einwohnern. So entstand schon früh eine Themensammlung, die bis heute Basis für den Inhalt des Buches geblieben ist. Der Tod von Klaus von der Brelie im August 2016 unterbrach die Arbeit, bis Günter Depke die Initiative ergriff, das Buchprojekt fortzusetzen. Er ist als Koordinator tätig.
Die Arbeit der Meitzer Autoren begleitet jetzt der im Ruhestand lebende Redakteur Friedrich Bernstorf aus Brelingen. Für die Gestaltung des Buches konnte die Projektgruppe den in Meitze lebenden Diplom-Designer Karsten Molesch gewinnen.
„Meitze hatte immer Bedeutung durch die Handelsstraßen und im 18. Jahrhundert mehr Einwohner als Mellendorf“, beschreibt Günter Depke. Für ihn ist aber noch offen geblieben, warum in diesem Dorf nie jemand eine Kirche gebaut hat. Früher gehörte Meitze zur Kirchengemeinde Brelingen, jetzt zu Elze-Bennemühlen. In dem Buch wird auch der Wandel in Meitze beschrieben. „Meitze war früher ein Bauerndorf, heute steht keine Kuh mehr in unserem Dorf im Stall“, macht Günter Depke deutlich. Die Autoren widmen sich auch dem Kriegsende in Meitze und dem Ungang mit Kriegsgefangenen im Dorf. Dazu gibt es auch ein Interview mit einer Zeitzeugin. „Das klingt nicht alles immer positiv“, sagt Depke. Aber über das Schicksal von Kriegsgefangenen ist wenig dokumentiert. Depke ist überzeugt, dass die Arbeit an der Dorfgeschichte nicht aufhört, wenn das Buch fertig ist.
Meitzer Einwohner und weitere an diesem Buch Interessierte haben bereits jetzt die Möglichkeit, Exemplare zum Preis von 20 Euro zu bestellen. Dazu werden die Mitglieder des Redaktionsteams, das sind Jürgen Benk, Christa Burger, Günter Depke, Hermann Kracke, Georg Kuske und Gerda Reineking, die Meitzer Haushalte besuchen, nachdem in den vergangenen Tagen ein Werbefaltblatt im Ort verteilt worden ist. Bestellungen per Mail sind an guenter.depke@t-online.de und mh.kracke@gmx.de möglich. Die Vorabbestellungen helfen den Organisatoren, die Auflagenzahl des Buches besser kalkulieren zu können.



BU: Den Einband für das Meitzer Buch hat Karsten Molesch gestaltet. Das Bild zeigt die Kapelle im Hintergrund und das für Meitze typische Fachwerk mit Raseneisenstein.

BU 2: Zum Redaktionsteam gehören Günter Depke (von links) Gerda Reineking, Hermann Kracke, Georg Kuske, Friedrich Bernstorf, Christa Bürger und Jürgen Benk.