Die Rosetten der Kirchenfenster werden repariert und restauriert

Mitarbeiter der Glasmalerei Peters bauen die Bleiglasrosetten aus und verschließen das runde Loch mit einer Notverglasung. Foto: Friedrich Bernstorf
Brelingen. Die Bleiglasrosetten stellen in der sonst eher farblich schlicht gestalteten Brelinger Kirche bunte Farbtupfer dar. Jetzt sind alle Rosetten aus den 58 Fenstern ausgebaut worden. Sie werden von Spezialisten in der Glasmalerei Peters in Paderborn in den nächsten Wochen repariert und restauriert und dann wieder in die Fenster eingebaut.
Der damals im Königreich Hannover tätige Architekt Friedrich August Ludwig Hellner hatte die Rundbogenfenster in der 1849 geweihten Kirche als wichtiges Gestaltungselement eingesetzt. Die Rundbögen wiederholen sich in den Eingangstüren, in der Gestaltung des Altarraumes und auf Holzelementen im Innern des Gotteshauses. Die aus Eichenholz gefertigten Fenster, es sind nach Überzeugung der Restauratoren noch die Originalfenster, hat Hellner im Erdgeschossbereich eher klein gehalten. Auf der Emporenebene sind die Fenster deutlich höher und in größerer Anzahl vorhanden. Sie ermöglichen, dass der große Kirchenraum mit Tageslicht durchflutet wird. Die Fenster zeichnen sich nicht nur durch die bunten Bleiglasrosetten aus, sondern auch durch die auf die Spitze gestellten Holzrahmen, die mit schlichtem Fensterglas verglast sind. Die von Hellner in Brelingen verwendete Kombination von schmalen und breiteren Fenstern hat der Architekt bei den von ihm geplanten Kirchen hier erstmals eingesetzt.
Die Bleiglasrosetten sind jeweils aus verschieden farbigem Glas gestaltet. Diese Rosetten erzeugen bei Sonneneinstrahlung und bei einem bestimmten Sonnenstand ein buntes Farbenspiel auf dem mit Backsteinen ausgelegten Kirchenfußboden.
Bei der Restaurierung der Bleiglasrosetten werden defekte Glaselemente entweder ausgetauscht oder durch Kleben repariert. Außerdem sollen die aus Eisen hergestellten und stark verrosteten Windeisen, die für die Stabilität der Rosetten sorgen, ersetzt werden. Die Rosetten werden in etwa sechs bis acht Wochen wieder in die Fenster eingebaut. Bis dahin sorgt eine Notverglasung aus normalem Fensterglas dafür, dass sich keine Vögel oder Fledermäuse in die Kirche verirren. Die Restaurierung kostet rund 24.000 Euro. Diese Kosten trägt der Kirchenkreis Burgwedel-Langenhagen. Die Brelinger Kirche wie auch das Pfarrhaus und weitere Gebäude auf dem Pfarrgrundstück stehen unter Denkmalschutz.



Fotos: Friedrich Bernstorf