Die Sache mit dem Nein-Gefühl

So sieht ein Neingefühl aus, demonstrierten die Schauspieler der Theater- pädagogischen Werkstatt Osnabrück den Hellendorfer Schülern. Foto: A. Wiese

Verein Gegenwind bringt „Mein Körper gehört mir“ auch weiterhin in die Schulen

Hellendorf (awi). Seit vielen Jahren setzt der Verein Gegenwind auf Präventionsarbeit mit Theaterprojekten – mit Erfolg. „Mein Körper gehört mir“ tourt mit schöner Regelmäßigkeit durch die Grundschulen der Wedemark, denn das
Medium Theater ist in besonderer Weise dazu geeignet, nicht nur einen Tatbestand an sich darzustellen, sondern darüber hinaus Gefühle nachempfindbar zu machen. In der Grundschule Hellendorf erlebten die Schüler hautnah, was es mit dem Nein- und dem Ja-Gefühl auf sich hat und wie wichtig es ist, seinem Gegenüber die entsprechende Reaktion rechtzeitig zu vermitteln. Die Kinder wurden einbezogen, konnten ihre Meinung äußern und sahen bei zweimal gespielten Szenen, wie unterschiedlich die jeweilige Reaktion des Betroffenen den Ablauf der Handung veränderte. „Mein Körper gehört mir“ ist ein interaktives dreiteiliges Theaterprojekt, ein Präventionsansatz, der gezielt zu den potenziellen Opfern, nämlich den Kindern führt. Dabei muss gar nicht unbedingt der
sexuelle Missbrauch sofort im Fokus stehen. Die Schauspieler spielten den Hellendorfer Grundschülern zum Beispiel eine Szene aus dem Schulbus vor, wo ein Schüler einem Mädchen auf die Pelle rückt und ihr den Arm um die Schultern legt. Schon das ist viel mehr Nähe, als sie will. Als sie beim zweiten Durchspielen der Szene rechtzeitig laut „Nein“ ruft, ist die unangenehm zu werdende Situation nicht nur sofort vorbei, sie fühlt sich auch gut und selbstbewusst. Und ähnlich ist es bei der Szene mit der Haarbürste: Sage ich sofort Bescheid, dass es ziept und weh tut, muss ich die Situation nicht lange aushalten und kann sie positiv verändern, lernten die aufmerksam zuschauenden Kinder.