„Die Schwanenwiker“ stellen aus

Torsten Schütz freut sich mit Michaela Albrecht (rechts) und Angela Hennig über die Möglichkeit, seine reliefartigen Collagen im Mellendorfer Rathaus ausstellen zu können – mit „Campus“ (vorne), „Boote und Floß“ (links) sowie „Baugerüst“. Foto: B. Stache
 
Stefan Klipsch hat den „Mann mit Pistole“ und „Justitia“ geschaffen. Foto: B. Stache

„Augenhöhe – die Bürgergalerie“ präsentiert Kunstwerke im Rathaus

Mellendorf (st). Noch bis zum 9. Juni sind 50 Bilder und weitere Kunstobjekte, geschaffen von Bewohnern des Hauses Schwanenwik in Mellendorf, im Rathaus der Wedemark ausgestellt. Im Rahmen von „Augenhöhe – die Bürgergalerie“ präsentieren sich auf den Fluren in Parterre und im ersten Stock die sehenswerten Werke von 14 Künstlern: von Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Voraussetzungen, die sich im Haus Schwanenwik, einer Einrichtung für psychisch Genesende, treffen, um gemeinsam künstlerisch zu arbeiten. Die Werke für die Ausstellung „Die Schwanenwiker“ sind in verschiedenen Zeiträumen entstanden und so vielseitig und vielgestaltig wie die Teilnehmer selbst. Die Schwanenwik-Künstler malen und plastizieren zum Teil schon viele Jahre lang unter Anleitung von Angela Hennig. Sie ist seit 18 Jahren als Kunsttherapeutin tätig. „Mir geht es bei der Arbeit mit den Menschen im Haus Schwanenwik darum, das oft verschüttete Potential wieder zu wecken – über das Medium der Gestaltung“, erklärte Angela Hennig anlässlich der Ausstellungseröffnung am Mittwochnachmittag im Rathaus. „Dazu gehören unter anderem Malen, Zeichnen und Plastizieren. Darüber können Gefühle, Fantasien, alltägliche Erlebnisse und das, was innerlich bewegt, individuell ausgedrückt werden.“ Mit der Ausstellung sollen die „Schwanenwiker“ einen Schritt in die Öffentlichkeit machen und damit auch Begegnungen mit anderen Menschen ermöglichen. Im Haus Schwanenwik, dessen Verwaltungssitz das Haus Mohmühle in Gailhof ist, leben 43 Bewohner. „Wir versuchen, unsere Klienten mit verschiedenen Therapien zu möglichst selbstbestimmtem Leben zu führen. Die Kunsttherapie ist ein Teil davon“, machte Michaela Albrecht, Heimleitung des Hauses Schwanenwik, deutlich. In Anwesenheit der Wedemärker Kulturbeauftragten Angela von Mirbach hatte Michaela Albrecht in ihrer Eröffnungsrede zur Ausstellung die beiden Einrichtungen für psychisch Genesende vorgestellt. Die stationären Wohnheime Haus Mohmühle und Haus Schwanenwik stehen seit 1996 unter der privaten Trägerschaft von Günther Niermann, dessen Sohn Kai im Rahmen der Unternehmensnachfolge die Geschäfte weiterführt. Die Heimleiterin ging auch auf die psychischen Beeinträchtigungen der Schwanenwik-Bewohner ein und erläuterte den Begriff der „Psychose“. Mit dem Zitat des deutschen Künstlers Joseph Heinrich Beuys (1921-1986) „Kunst ist Therapie“ wandte sich Michaela Albrecht „der belebenden und heilenden Wirkung künstlerischen Tuns“ zu. Sie nutzte die Gelegenheit, einige der ausstellenden Künstler vorzustellen, darunter Torsten Schütz. „Torsten Schütz verfügt über viel Fantasie, ist gerne unterwegs und verarbeitet die Entdeckungen auf seinen Streifzügen in seiner ´Kunst`“, hieß es. Auf die Frage nach dem Ursprung seiner Werke erklärte Torsten Schütz: „Ich habe eine vage Idee. Frau Hennig unterstützt mich bei der Verwirklichung mit Material und weiteren Ideen.“ Und so schuf er beispielsweise die drei reliefartigen Collagen „Campus“, „Boote und Floß“ sowie „Baugerüst“, die sich im ersten Stock des Mellendorfer Rathauses den Besuchern präsentieren. Alle Kunstwerke der Ausstellung „Die Schwanenwiker“ werden zum Kauf angeboten. Die Preislisten liegen im Rathaus aus.