„Doppelt und dreifach überplant“

Die BfW-Vertreter Bernd Schützendübel (links), Manfred Kleinke und Birgit Weikum reagierten mit Galgenhumor auf die Bauleitplanungen der Gemeinde und sehen darin „massive handwerkliche Fehler“. Foto: S. Birkner

BfW übt vernichtende Kritik an Bebauungsplänen

Bissendorf-Wietze (sb). Mit massivem Unverständnis hat das Forum Bürger für Wietze (BfW) auf die für den Ort vorgesehenen Bebauungspläne der Gemeinde reagiert. Sie waren mit dem Ziel entworfen worden, der von Baumbestand und kleinen verstreuten Häusern im Wald geprägten, unkontrollierten baulichen Entwicklung des Ortes vorzubeugen.
„Wir möchten klarstellen, dass wir nicht gegen Richtlinien und Festlegungen sind, die dazu beitragen, den Wohnwert in Bissendorf-Wietze zu erhöhen“, stellten Birgit Weikum, Bernd Schützendübel und Manfred Kleinke vorgestern zu Beginn eines Pressegespräches klar. Die jetzt vorgestellte Bauleitplanung sei allerdings weit davon, dem Bürger Vorteile zu verschaffen. Im Gegenteil seien „massive handwerkliche Fehler“ und die Undurchschaubarkeit der Pläne schlichtweg unkonstruktiv. Die drei Bürgervertreter reagierten gar mit Zynismus auf die Planungen. „Die Pläne sind für Experten, für Bürgerinnen und Bürger und allemal für Ratsmitglieder nicht lesbar“, schreiben sie in einer Pressemitteilung. Darin heißt es auch, „keinen Ansatz von planerischen Gedanken“ in dem Entwurf erkennen zu können.
Jetzt besteht das primäre Ziel darin, Nachbarn und Mitbürger für das Thema Bauleitplanung zu sensibilisieren. „Bevor sie rechtskräftig werden, sollen die Bissendorf-Wietzer begreifen, was die Entwürfe für sie bedeuten“, sagten die Bürgervertreter. Die Initiative stellt sich zur Verfügung, bestmögliche Hilfe beim Verständnis der Pläne zu leisten.
Durch die „handwerklichen Fehler“ sei späterer Ärger vorprogrammiert. Was für viele Bürger zum jetzigen Zeitpunkt noch irrelevant sei, könne schon in wenigen Jahren schwerwiegende Konsequenzen haben. Mit der Errichtung eines im Bebauungsplan vorgesehenen Wanderweges entlang der Wietze sei zum Beispiel die Entwertung vieler Grundstücke verbunden. Dort geplante Grünflächen haben weniger Wert als Bauland und sei ohne Enteignungen praktisch nicht realisierbar. Selbst die „Unverkäuflichkeit von Grundstücken“ drohe. Auch schreibt der Gemeindeentwurf die Unteilbarkeit mehrerer Flächen vor. „Es wäre damit unmöglich, ein beispielsweise 1800 Quadratmeter großes Grundstück in zwei Hälften zu splitten“, beklagten Weikum, Schützendübel und Kleinke. Das führe zwangsläufig zu Ungerechtigkeiten.
„Wir haben nun die große Hoffnung, dass sich die Gemeinde unserer Entschärfungsvorschläge annimmt“, sagten die BfW-Vertreter, die auf rege Resonanz der Bissendorf-Wietzer hoffen. Als ersten kleinen Erfolg sicherte die Bürgerinitiative zu gegebenem Zeitpunkt die Auslegung der Pläne im Kirchenvorraum. So müssen die Dorfbewohner zur Einsicht nicht extra im Mellendorfer Rathaus erscheinen.