Drei-Dörfer-Treff wird dringend benötigt

In Scherenbostel soll Notfallunterkunft für Flüchtlinge eingerichtet werden

Scherenbostel (awi). Das 15. Bürgermeisterfrühstück im Heide-
gasthof Löns in Resse hat Bürgermeister Helge Zychlinski genutzt, um den Ortsbürgermeistern und ihren Stellvertretern mitzuteilen, dass die Unterbringung der Flüchtlinge sich für die Gemeinde mittlerweile so zuspitzt, dass auch von der Nutzung öffentlicher Einrichtungen nicht mehr abgesehen werden kann. Die ersten, die damit konfrontiert werden, sind die Scherenbosteler. Der Drei-Dörfer-Treff in der ehemaligen Schule wird als Übergangslösung zur Notfallunterkunft ausgerüstet. Für die kulturelle Nutzung bedeutet das zunächst das Aus. Am 27. November erwartet die Besucher im Drei-Dörfer-Treff noch einmal wie geplant ein Abend über das Leben unter und mit dem Vesuv. Auch der lebendige Adventskalender am 4. Dezember findet noch planmäßig statt. Danach wird das Programm wegen der neuen Nutzung der Räume eingestellt, erklärte die stellvertretende Ortsbürgermeisterin Marion Brüggemann-Behnke. Bürgermeister Helge Zychlinski bedankte sich bei ihr und Ortsbürgermeister Gerd Dolle für den offenen Umgang mit dem Thema und die Unterstützung, die er und die Verwaltung aus Scherenbostel erfahren würden. Geplant ist, die beiden ehemaligen Klassenräume als Wohn- und Schlafräume nach Geschlechtern getrennt für Flüchtlinge herzurichten. Die Verwaltung befinde sich noch im Prüfverfahren, so Zychlinski. Doch zeichne sich schon ab, dass Containerlösungen nicht praktisch und vor allem auch viel zu teuer seien. In Scherenbostel sei alles vorhanden, was benötigt werde, auch sanitäre Einrichtungen und eine kleine Küche. Zychlinski hofft in Absprache mit den Nutzern, die Nutzung der Turnhalle, wenn auch vielleicht in eingeschränktem Maße, erhalten zu können. Er hoffe, dass die Menschen in Scherenbostel gut aufgenommen würden und sei dem Ortsrat für seine offene Haltung sehr dankbar. Die Familie, die letztens so kurzfristig bei der Gemeinde vor der Tür stand und als Übergang in den Container am Kindergarten in Elze untergebracht worden war, hat vorübergehend eine Unterbringungsmöglichkeit auf dem Gelände des CVJM-Heims in Abbensen gefunden. Die Gemeinde sucht weiterhin dringend privaten Wohnraum zur Miete und prüft auch andere Möglichkeiten, um die zugewiesenen Flüchtlinge angemessen unterzubringen.