Dudensen gewinnt Regionswettbewerb

Der Vorsitzende der Regionswettbewerbskommission, Prof. Dr. Axel Priebs, mit zwei Jurymitgliedern an der Elzer Pfarrscheune, deren Dach nach einer Spendensammlung im Kirchspiel neu gedeckt werden konnte. Foto: A. Wiese

Drei erste Preise gehen ins Neustädter Land – „Mit Erfolg“ für Elze und Resse

Region (awi). Der Regionswettbewerb 2014 „Unser Dorf hat Zukunft“ ist entschieden: Die Bewertungskommission unter der Leitung des Ersten Regionsrats Prof. Dr. Axel Priebs hat nach einer dreitägigen Bereisung gleich drei Neustädter Ortschaften für besonders preiswürdig befunden. Nur eine Stelle hinter dem Komma trennt Sieger Dudensen vom Zweitplatzierten Hagen. Bronze geht an Wulfelade. Einen Sonderpreis erkannte die Jury Altenhagen I (Springe) zu. Auch die weiteren Teilnehmer gehen nicht leer aus. Elze, Otze, Dollbergen, Weetzen, Mesmerode, Resse, Nöpke und Borstel wird die „Teilnahme mit besonderem Erfolg“ bescheinigt, verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von jeweils 500 Euro. Die offizielle Auszeichnung aller zwölf Ortschaften im Wettbewerb findet im Herbst statt.
Wedemark gratuliert Neustadt
Natürlich wären auch die beiden Wedemärker Wettbewerbs-Teilnehmer Elze und Resse gerne unter den drei Erstplatzierten gewesen. Dennoch zeigten sich Elzes Ortsbürgermeister Jürgen Benk und Jochen Pardey, der Vorsitzende des Vereins Bürger für Resse, am Sonnabend nicht allzu enttäuscht und gratulierten den Wettbewerbssiegern. „Leider haben wir keinen der ersten drei Plätze erreicht, aber ich denke, dass Elze bereits viel Zukunft aufweist und wir mit der Dorferneuerung auf gutem Weg sind“, so Jürgen Benk: „Wir gratulieren den Orten, die auf dem Siegertreppchen stehen und sich mit ihren Aktionen für die Zukunft rüsten und engagieren und wünschen ihnen viel Erfolg bei dieser großen Aufgabe. Ich möchte mich auf diesem Weg bei allen recht herzlich bedanken, die mit ihren Präsentationen vor Ort bei der Kita Zwergenburg, der Pfarrscheune Elze, der alten Elzer Schule und bei Kreuger’s beim Besuch der Regionsjury am Mittwoch ein eindrucksvolles Bild ihrer Aktivitäten gezeigt haben. Der Dank geht weiterhin an alle, die uns in den letzten Wochen aktiv unterstützt haben und allen, die sich an den Begehungen beteiligt und gezeigt haben, dass die Dorfbevölkerung hinter den Aktivitäten steht. Ohne diese großartige Zusammenarbeit hätten wir am Regionswettbewerb nicht teilnehmen können. Vielen Dank!“ Im Rahmen der Dorferneuerung seien zurzeit alle Weichen auf die Sanierung der alten Elzer Schule gestellt, betonte Benk. Dazu gehöre viel Planungsarbeit von Seiten der Verwaltung. Auch bei den übrigen Maßnahmen der Dorferneuerung seien zu Zeit die Planer am Werk. „Ich hoffe, dass wir bald den Arbeitskreis Dorferneuerung wieder aktiv in die Planung und Umsetzung einbinden können und sehe zu, dass immer mal wieder ein Zwischenbescheid erfolgt“, versprach der Elzer Ortsbürgermeister. Wo die Elzer mit Spendensammlungen, Boule- und Schachspiel, Heimatdichter und Biogasanlage aufwarteten, hatten die Resser mit dem bereits sprichwörtlichen „Resser Modell“ dagegen gehalten: 2006 gründeten sie einen Bürgerverein und stoppten in enger Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung die rückläufige Ortsentwicklung, indem sie für einen Aufschwung sorgten, dernicht nur bundesweit Beachtung fand. Und um das Resser Motto „Bürger lösen ihre Probleme selbst“ der Jury eindrucksvoll vor Augen zu führen, marschierten mehr als 100 Resser während der Bereisung der Regionsdelegation spontan mit Fahrrädern zu einer Demonstration am Moorinformationszentrum auf und forderten einen Fahrradweg zwischen Resse und Wiechendorf.
Doch war das ganz offensichtlich nicht das, was die Jury sehen wollte. „Ausschlaggebend für die Vergabe des ersten Platzes nach Dudensen war für die Jury, neben der exzellenten Präsentation durch ein engagiertes Team, vor allem die Tatsache, dass hier aus einem durchdachten Leitbild schrittweise lebendige Maßnahmen für die Dorfentwicklung umgesetzt werden“, begründete Prof. Dr. Axel Priebs die Entscheidung der Jury. Auch in den Bewertungskategorien Ortsbild und Dorferneuerungsprogramm konnte Dudensen punkten. Besonderes Lob bekam die Ortschaft für „Erhalt und Stärkung einer lebendigen Ortsmitte“ – dem Oberthema des Regionswettbewerbs 2014. Vorbildlich für die Kommissionsmitglieder waren hier Projekte wie die multifunktionale Kirche oder der Mehrgenerationen-Spielplatz: „Der demografische Wandel wird in Dudensen ernst genommen!“
Noch ein Entwicklungsschritt
Wie Dudensen gehört auch Hagen zum Dorferneuerungsverbund Mühlenfelder Land. Die Jury attes-tierte dem Wettbewerbssieger 2011, noch einmal einen Entwicklungsschritt gemacht zu haben. Hohe Anerkennung fand die Leistung der Dorfgemeinschaft, alle wichtigen Funktionen des öffentlichen Lebens – Schule, Feuerwehr, KiTa, Sportstätten – räumlich konzentriert zu haben. Mit der Integration des Kriegerdenkmals in die Dorfmitte, stelle Hagen überdies überzeugend unter Beweis, dass sich die Ortschaft nicht nur zukünftigen Herausforderungen sondern auch ihrer Vergangenheit stelle. Ausschlaggebend für Vergabe auch des dritten Platzes nach Neustadt war für die Jury „die bemerkenswerte Entwicklung, die viele dörflich geprägten Ortschaften im Neustädter Land genommen haben. Wie in Hagen ist auch in Wulfelade die Dorfgemeinschaft weiter aktiv geblieben und kämpft um die Zukunft ihres dörflichen Lebens, und das heißt in erster Linie: die vorhandene Qualität erhalten und sie für die kommenden Generationen sichern.“ Dieses „Superteam“ habe sich gegenüber 2011 noch einmal verbessert, betonte die Jury. Es sei imposant zu sehen, wie Wulfelade Aufgaben der Kommune übernommen habe und dafür gezielt Kooperationen suche. Nicht nur am Bespiel des Dorfgemeinschaftshauses werde deutlich, wie „aktiv und engagiert in Wulfelade“ gearbeitet werde: „Die Dorfgemeinschaft lebt ihr Leitbild!“
Dudensen erhält für den ersten Platz im Regionsentscheid eine Siegprämie in Höhe von 2.500 Euro, Hagen 2.000 Euro und Wulfelade 1.500 Euro. Der mit 1.000 Euro dotierte Sonderpreis geht nach Altenhagen I. Großes Lob gab es von der Bewertungskommission hier vor allem für die Gründung der Genossenschaft „Dorf-Kultur-Erbe“, die in der Dorfmitte ein Ladengeschäft, Café und Gaststätte entwickeln und betreiben will: „Hier wird der Zukunftswille der Dorfgemeinschaft deutlich.“ Bemerkenswert sei auch die Rolle der örtlichen Kirchengemeinde: „In Altenhagen steht die Kirche wirklich im Dorf!“
„Platzvergabe war schwer“
„Es war wieder ganz schwer, die Plätze zu vergeben. Die Kandidaten lagen sehr eng zusammen“, kommentierte Regionsrat Prof. Dr. Axel Priebs zusammenfassend die Jury-Entscheidung: „Alle zwölf Teilnehmer waren sehr gut vorbereitet und engagiert in der Präsentation. Mir hat besonders die Bereitschaft der Einwohnerinnen und Einwohner imponiert, sich für ihr Gemeinwesen einzusetzen. Die starken Bande im Zusammenleben zeigen, wie sehr sie sich mit ihren Orten identifizieren. Meine Gratulation gilt allen Orten im Wettbewerb.“ Der Wettbewerb richtet sich an Ortschaften bis zu 3.000 Einwohnerinnen und Einwohnern mit überwiegend dörflichem Charakter. Ein besonderer Schwerpunkt des Regionsentscheids 2014 liegt auf dem Thema „Erhalt und Stärkung einer lebendigen Ortsmitte“. Bewertet werden Planungskonzepte zur Dorfentwicklung und zur Stabilisierung gewachsener Strukturen, das kulturelle Leben, die bauliche Gestaltung sowie der Umweltschutz. Die Zukunftsperspektiven in den Dörfern zu verbessern und die Lebensqualität in den ländlichen Räumen zu steigern ist Ziel von „Unser Dorf hat Zukunft“. Dazu gehören auch der Erhalt und die Entwicklung von Nahversorgungsmöglichkeiten, von dörflich angepassten Wirtschaftsstrukturen, Perspektiven für den Fremdenverkehr und die Versorgung durch erneuerbare Energien. Der Wettbewerb will dazu anregen Stärken, Schwächen und Chancen zu analysieren und daraus ein ganzheitliches Konzept für die Entwicklung der Ortschaften zu erarbeiten.