Dürr lobt Idee der Gemeindewerke

Im angeregten Gespräch: ( v. l.) Gemeindekämmerer und Gemeindewerke-Geschäftsführer Joachim Rose, Andrea Giese, Christian Dürr und Erik van der Vorm. Foto: A. Wiese

Rose: "Ab Januar wird Ökostrom vertrieben"

Wedemark (awi). Die politische Sommerpause nutzt der FDP-Landtagsabgeordnete und Fraktionschef Christian Dürr, um sich vor Ort in den Städten und Gemeinden umzuhören. "Hier kriegt man so manches mit", dass nicht bis in den Landtag dringt", weiß er aus Erfahrung. Letzte Woche stattete er der Wedemark einen Besuch ab, freudig empfangen von der Regionsvorsitzenden Andrea Giese und dem Ratsfraktionschef Erik van der Vorm. Wichtigstes Thema: Die neugegründeten Gemeindewerke. Kompetenter Berichterstatter: Gemeindekämmerer und Geschäftsführer der Gemeindewerke Joachim Rose. Einen sechsstelligen Betrag, berichtet Rose stolz, soll das Projekt in die Haushaltskasse spülen. Die Konzessionsverträge liefen ohnehin aus. Die Ausschreibung brachte ein großes Interesse zu Tage. EON Avacon machte das Rennen, die Gemeinde kaufte das Strom- und Gasnetz und verpachtete es zurück. Für den Bürger habe sich nichts verändert, allerdings merkt er auch finanziell nichts im Portmonee. Günstiger gibt es den Strom nicht. Gewinn macht die lediglich die Gemeinde. "Und auf diesem Weg ja auch der Bürger", betont Erik van der Vorm. Schließlich sei die Gemeinde so in der Lage, den Schulbau zu finanzieren und vieles mehr. Außerdem steht den Kunden jetzt mit dem neu eröffneten Gemeindebüro ein Ansprechpartner zur Verfügung, fügen Giese und van der Vorm hinzu. Dürr ist beeindruckt von der Schilderung der Gemeindewerke, vor allem als Rose ergänzt, dass ab Januar Ökostrom angeboten wird. Der zertifizierte Naturwatt-Strom wird allerdings das einzige Direktprodukt bleiben. Ab Herbst wollen die Gemeindewerke den Ökostrom bewerben. Billig werde er allerdings nicht sein, warnt Rose schon mal vor. "Ein bunter Markt im Strombereich ist für die Politik wünschenswert", freut sich Landtagsfratkionschef Christian Dürr.
Was mit Gas und Strom geht, müsste doch eigentlich auch mit DSL gehen, spinnt van der Vorm den Gedanken gleich weiter. Zwar gelte die Wedemark offiziell als gut versorgt, in der Praxis sei das aber weitem nicht der Fall. "Wäre schön, wenn die Gemeindewerke sich da auch noch reinhängen würden und wenn auch nur als Druckmkittel", so der FDP-Ratsfraktionschef. Dürr begrüßt diese Initiativen: " Es ist eine gute Idee, dass mittlere Kommunen da Lösungen suchen. Es funktioniert besser, wenn solche Dinge vor Ort entscheiden werden. Der Druck ist da, wo die Bürger an die Tür klopfen, viel größer." Das kann van der Vorm nur bestätigen: "Ministeriale braucht man, aber man nicht immer aus sie hören. Und wenn wir bürgernaher sind, könnte das dazu beitragen, dass die FDP wieder über zehn Prozent kommt." Das kann Dürr nur bestätigen. Seine Losung: "Ehrlich sagen, dass nicht alles geht und was geht, ehrlich vertreten."