Ehepaar hat nur einen Tanztee versäumt

Marianne Müller-Huth und Karl-Friedrich Müller sind von Anfang an begeisterte Gäste beim Tanztee der Ortsräte im Gasthaus Bludau und freuen sich auf die zehnte Veranstaltung am Sonntag, 22. Oktober. Foto: A. Wiese
 
Freuen sich auf den zehnten Tanztee im Gasthaus Bludau in Wennebostel am nächsten Sonntag, 22. Oktober 2017, von 15 bis 18 Uhr: Wennebostels Ortsbürgermeister Achim von Einem, Christane Engelmann und Marion Brüggemann-Behnke. Foto: A. Wiese

Am Sonntag steigt bereits die zehnte Veranstaltung in Wennebostel

Wennebostel (awi). Beim ersten Tanztee der Ortsräte Scherenbos-tel und Wennebostel vor fünf Jahren im Gasthaus Bludau im März schneite es auf einmal, doch die tanzfreudigen Gäste ließen sich nicht abschrecken. Der Erfolg hielt bis heute an: am nächsten Sonntag, 22. Oktober, von 15 bis 18 Uhr steigt bereits die zehnte Veranstaltung unter der Schirmherrschaft der Ortsbürgermeister Jürgen Engelmann und Achim von Einem im Gasthaus Bludau bei Kaffee, Kuchen und Live-Musik, zu der alle Tanzbegeisterten jeder Altersgruppe herzlich eingeladen sind.
Zu den Gästen der ersten Stunde gehört auch das Ehepaar Marianne Müller-Huth (68) und Karl-Friedrich Müller (79). Eine einzige der bisher neun Veranstaltungen haben die Wennebosteler versäumt, weil sie auf einer Hochzeit eingeladen waren. „Es gibt nicht so viele Möglichkeiten zusammen tanzen zu gehen“, bedauern beide. Und das ist schade, denn sie tanzen ausgesprochen gern, beherrschen jeden Standard- und Latein-Tanz von Disco Fox über Tango bis zum Langsamen Walzer. Karl-Friedrich Müller ist vielen Wedemärkern mit Sicherheit schon einmal aufgefallen, denn er tanzt auch gern alleine: bei öffentlichen Veranstaltungen, einfach überall dort, wo gute Musik ist. Gelernt hat er das Tanzen „unterwegs in Süd-
amerika“, da natürlich hauptsächlich lateinamerikanische Tänze. Unterwegs, das war vor allem 1958 bis 1960, als Müller zur See fuhr und viel in den USA war, ihn das Rock‘-n‘-Roll-Fieber voll gepackt hatte und Elvis Presley omnipräsent war. Den Walzer habe er dann in Europa gelernt, wenn er in verschiedenen Häfen an Land ging, wo die Seeleute dann Geld für Getränke und Frauen ausgegeben hätten, berichtet er augenzwinkernd. Um das Tanzen sei man jedenfalls nirgends herumgekommen. Schwieriger als in Europa sei es in den USA gewesen, wo es typische Tanzlokale bis Anfang der 60er Jahre nicht gegeben habe „und wenn, waren sie streng in schwarz und weiß getrennt“, so Müller. „Uns Seeleute haben sie überall schnell erkannt“, berichtet er. Über das Tanzen sei er überall schnell mit Menschen in Kontakt gekommen. Als es mit dem Seemanns-Dasein vorbei war und Müller seinen zweiten Beruf als Speditionskaufmann lernte, blieb er in Deutschland und besuchte eine Tanzschule. Da habe er immer genug Frauen zum Tanzen gehabt. Seine jetzige und zweite Frau Marianne lernte er 1992 kennen und ist mit ihr mittlerweile 25 Jahre verheiratet. Keine Frage, wo beide sich kennengelernt haben: natürlich beim Tanzen in Hannover. Seit 2008 lebt das Ehepaar in Wennebostel, vorher seit 1995 in Bissendorf. Vom Tanztee-Angebot der Ortsräte sind beide begeistert und machen auch im Bekanntenkreis Werbung dafür.
„Hier kann man nette Leute aus dem Dorf und den anderen Ortschaften der Wedemark treffen, zu guter Tanzmusik auf einer ausreichend großen Tanzfläche tanzen und die Stimmung ist hier immer sehr schön. Uns gefällt besonders der Generationenmix“, berichtet Marianne Müller-Huth. Bei im Schnitt immer mindestens 100 Besuchern sind alle Altersgruppen vertreten, von jungen Leuten in den Zwanzigern bis zu Senioren im Alter von Marianne Müller-Huth und ihrem Mann. Der Vorteil bei solchen Veranstaltungen sei, ergänzt er, dass man alle Figuren so und in der Reihenfolge tanzen könne, wie man wolle. Das sei beim Besuch einer Tanzschule eben nicht möglich. Und zu viele Vorschriften, wie er sich zu bewegen hat, das mag Karl-Friedrich Müller nun mal nicht. Sie schmunzelt: „Mein Mann macht halt auch gerne Döneken, das passt nicht zu einer Tanzschule.“ Beim Tanztee im Gasthaus Bludau sei das jedoch keine Problem.