„Ehrenamt ist das Salz in der Suppe“

Bürgermeister Helge Zychlinski (hinten Mitte) mit dem Ehrennadelträgern Jürgen Wilke (von links), Ursula Kiegeland, Günter Stechmann, Waltraud Wolffrom, Gerhard Kutzner, Siglinde Göing, Heinrich Friedrich Querfeld und Inge Winnat. Foto: A. Wiese

Gemeinde verleiht acht Ehrennadeln für ehrenamtliches Engagement

Bissendorf (awi). An acht langjährig ehrenamtlich Tätige in der Wedemark – vier Männer und vier Frauen – hat Bürgermeister Helge Zychlinski am Mittwochabend im Bürgerhaus in Bissendorf die Ehrennadel der Gemeinde verliehen. Menschen wie Siglinde Göing, Ursula Kiegeland, Gerhard Kutzner, Heinrich Friedrich Querfeld, Günter Stechmann, Jürgen Wilke, Inge Winnat und Waltraud Wolffrom seien „das Salz in der Suppe unserer Gesellschaft“, doch könne kein Spruch die Bedeutung des Ehrenamts wirklich zum Ausdruck bringen, so Zychlinski.
Er begrüßte zwölf Wedemärker, die die Ehrennadel der Gemeinde bereits erhalten haben, Gemeinderatsmitglieder und die Sprecher der Fraktionen von CDU, SPD und Grünen im Rat sowie die meisten Ortsbürgermeister der Dörfer, aus denen die aktuellen Ehrennadelträger kommen. Ehrenamtliche, so der Bürgermeister, leisteten „tagtäglich wichtige Arbeit für unsere Gesellschaft“ und hätten dabei ein sehr breites Spektrum an unterschiedlichen Tätigkeiten. Die Ehrennadelverleihung der Gemeinde Wedemark solle eine klare Botschaft an die Gesellschaft sein. Die Ausgezeichneten ständen für die Vielfältigkeit als Querschnitt der Gemeinde. Es seien gerade die Tätigkeiten, die nicht immer gleich erkannt würden, die eine Auszeichnung besonders verdient hätten. Unter den zu Ehrenden seien viele dabei, die, ohne dass sie die Öffentlichkeit gesucht hätten, zum Teil Jahrzehnte tätig gewesen seien. Heute böte sich die Gelegenheit, genau diese Tätigkeiten in den Fokus zu nehmen. Ausdrücklich betonte Helge Zychlinski, dass die acht Wedemärker an diesem Tag nur stellvertretend für viele andere ständen, „denen wir als Wedemärker Zivilgesellschaft Dank schulden“. Darum sei es auch Ziel dieser Veranstaltung, im Anschluss an den offiziellen Teil im Rahmen des Empfangs miteinander ins Gespräch zu kommen. Dann folgte der Aufruf und die Vorstellung der Ehrennadelträger, denen der Bürgermeister persönlich die Nadel ans Revers heftete.
Siglinde Göing (60) aus Gailhof ist seit Jahrzehnten ein engagierter und fleißiger Teil der Dorfgemeinschaft: als Schriftführerin im Schützenverein Sichere Hand, als Kassiererin im Bürgerverein, als Organisatorin der Gailhofer Volkstanzgruppe und als fleißiges Mitglied der Wedemärker Landfrauen. Stets sei ihr Ziel, am Funktionieren der Dorfgemeinschaft zu arbeiten, bei allen Dingen, die in Gailhof zu tun seien, sei Siglinde Göing dabei.
Ursula Kiegeland (77) aus Berkhof hat bereits vor der Gründung des DRK-Ortsvereins Elze-Bennemühlen beim Blutspenden geholfen. Seit 1961 ist Ursula Kiegeland beim Blutspenden als Helferin im Einsatz. Damals lief die Blutspendenaktion in Elze noch über die Freiwillige Feuerwehr. 1970 wurde der DRK-Ortsverein Elze-Bennemühlen gegründet und auch hier brachte sich Kiegeland ein. Von Mai 1980 bis 2001 war sie Schriftführerin, ab Januar 2001 bis März 2013 übernahm sie das Amt „Soziales“ und damit auch zahlreiche Geburtstagsbesuche. Auch im Arbeitskreis Wedemark des DRK war Ursula Kiegeland etwa zehn Jahre als Schriftführerin tätig und kann insgesamt auf 40 Jahre Vorstandsarbeit zurück-
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Gerhard Kutzner (79) aus Bissendorf hat als langjähriger Leiter des Richard-Brandt-Heimatmuseums viele Besucher mit der Geschichte der Wedemark vertraut gemacht. Unermüdlich war er für das Museum im Einsatz, kümmerte sich um den Erhalt der vorhandenen Exponate und den Ankauf neuer Objekte. Aus der ganzen Region kamen Besucher ins Museum nach Bissendorf. Schulklassen konnten mit Kutzners Erklärungen die Vergangenheit an vielen Gegenständen des Alltags erfassen. „Wann immer man Herrn Kutzner erreichen wollte, hieß es ,Versuchen Sie es doch mal im Museum‘“, berichtete Helge Zychlinski. Kutzner habe mit Herzblut das Werk des Museumsgründers Richard Brandt fortgesetzt.
Heinrich Friedrich Querfeld (75) aus Hellendorf hat 34 Jahre lang unzähligen Suchtkranken und ihren Familien geholfen. Zum Jahresende 2013 hat er das Amt und die Tätigkeit der Suchtkranken-Hilfe aus Altersgründen abgegeben und vertrauensvoll in jüngere Hände gelegt. Heinrich Friedrich Querfeld habe in seinem Ehrenamt Familien gerettet, Existenzen sozial und wirtschaftlich gesichert und Maßstäbe gesetzt, betonte der Bürgermeister in seiner Laudatio.
Günter Stechmann (68) aus Mellendorf hat als Vorsitzender des MTV Mellendorf in den vergangenen Jahren den Bau des Sportparks mit kaum nachvollziehbarem Zeitaufwand vorangetrieben und sich damit allerhöchsten Res-pekt verdient. Ein solches Engagement sei nichts Alltägliches, so Zychlinski. Stechmann habe einen mutigen Weg beschritten, der ihm selbst auch viele Bauchschmerzen und schlaflose Nächste bereitet habe. Tag und Nacht sei er auf der Baustelle und für den Verein unterwegs gewesen. Günter Stechmann und der MTV hätten gezeigt, wozu ehrenamtlich geführte Vereine in der Lage seien, „und zwar mit einem solchen Maß an Engagement, dass man nur den Hut ziehen kann“, so Zychlinski. Mit dem Sportpark habe er sich und dem MTV ein Denkmal gesetzt.
Jürgen Wilke (77) aus Elze hat Akzente in einem ganz anderen Bereich gesetzt. 1985 trat Wilke in den Männergesangverein in Elze ein und wurde bereits ein Jahr später zum zweiten Notenwart gewählt. 1987 stieg er zum ersten Notenwart auf und bekleidete dieses Amt bis 1993. Seit Januar 1992 bis heute ist Jürgen Wilke Schatzmeister des MGV Concordia Elze und kann auf eine fast 30-jährige Vorstandsarbeit verweisen. Auch dies sei ein wertvoller Beitrag für die Dorfgemeinschaft von jemandem, der zwar nicht immer in der ersten Reihe gestanden, sich aber jahrzehntelang in zweiter Reihe engagiert habe.
Inge Winnat (78) aus Abbensen war 25 Jahre lang Vorsitzende des DRK Abbensen-Negenborn-Duden/Rodenbostel. Sie organisierte die Altennachmittage und Busfahrten für ältere Bürger. Inge Winnat habe in ihrem dörflichen Bereich „in herausragender Weise gewirkt“, so Zychlinski. Sie habe alle Jubilare regelmäßig besucht, gesellige Kaffeenachmittage mit leckerem Kuchen organisiert und das Dorfleben mehr als bereichert. Auch dass sie mit ihrer Nachfolgerin Rebecca Schamber eine ausgesprochen junge Vorsitzende herangezogen habe, die dem DRK lange erhalten bleiben werde, spreche für ihr Engagement.
Waltraud Wolffrom (66) aus Scherenbostel blickt auf eine zwanzigjährige hervorragende und sehr erfolgereiche ehrenamtliche Arbeit als Vereinsvorsitzende der Spiel- und Sportgemeinschaft Scherenbostel von 1993 bis 2013 zurück. Auch in diesem Fall betonte der Bürgermeister in seiner Laudatio „das unglaubliche Engagement, das seinesgleichen sucht“. Waltraud Wolffrom gehöten nicht zu denen, die die Arbeit nur organisierten, und verteilten, sondern sie habe tatsächlich immer selbst mit angepackt. Sie habe die Sparten immer wieder zu Vielfalt ermuntert und man habe von ihr niemals ein schlechtes Wort gehört, betonte Bürgermeister Zychlinski. Waltraud Wolffrom zeichne sich neben ihrem Engagement für den Verein durch eine besondere Herzlichkeit aus.