Ein Hauch von Professionalität

Für die Dorfgemeinschaft ein geselliges Treffen, für die kleinen Rennfahrer ein ganz besonderes Highlight: das Scherenbosteler Seifenkistenrennen und seine 230 Meter lange Abfahrt am Fuhrenkamp. Foto: S. Birkner

Scherenbosteler Seifenkistenrennen entwickelt sich von Jahr zu Jahr weiter

Scherenbostel (sb). Jedes Jahr aufs Neue ist es ein Dorffest der besonderen Art. Wenn in Scherenbostel wie am letzten Sonntag Seifen-
kisten den Fuhrenkamp hinunterjagen, findet dort nicht einfach nur ein Rennwettbewerb statt. Die Dorfgemeinschaft hat dann endlich mal Gelegenheit, sich bei einer öffentlichen Veranstaltung zu treffen und bietet den startenden Kindern auf diese Weise ganz nebenbei eine ansehnliche Kulisse für die 230 Meter lange Abfahrt.
Am letzten Wochenende kamen bei herrlichen Spätsommerwetter um die 500 Menschen an den Drei-Dörfer-Treff, um bei den Zieleinläufen dabeizusein. Jens Dietrich, einer der Mitorganisatoren, ist stolz auf diese Resonanz. „Was wir vor vier Jahren als reinen Spaßwettbewerb ins Leben gerufen haben, hat sich zum echten Event gemausert“, meinte er. 2008 wollten die Scherenbosteler eine Veranstaltung schaffen, die Jung und Alt gleichermaßen ködert. „So haben wir beschlossen, die Jungen fahren und die Alten helfen zu lassen“, blickt Dietrich zurück. Daraus ist inzwischen schon ein kleines Stück Scherenbosteler Identität erwachsen: Planer und Organisatoren, Kinder und Väter, Feuerwehr und Vereine markieren sich das Seifenkistenrennen Jahr für Jahr im Terminkalender und lassen das Dorf näher zusammenrücken. Technisch hat sich seit dem ersten Rennen einiges getan. „Damals sind längst nicht alle Starter im Ziel angekommen“, erinnert sich Dietrich, der heute ganz andere Bedingungen als noch bei den ersten Auflagen sieht. Inzwischen verleihen Lasermessgerät, Startampel und Geschwindigkeitsmessung der Veranstaltung eine professionelle Note. Die Startrampe ist längst nicht mehr klein und provisorisch, sondern schließt an einen mannshohen Anhänger an. Und nicht zuletzt haben sich die Seifenkisten selbst verändert: Inzwischen arbeiten die Konstrukteure mit geringem Luftwiderstand, beschwerenden Gewichten und speziellen Achsen und Reifen, um ihr Kind später unter den Schnellsten wiederzufinden. „In diesem Jahr war die Bestzeit mit 27 Sekunden um ein Zehntel besser als im letzten Jahr. In Anbetracht der kurzen Strecke ist das schon ein enormer Fortschritt“, sagt Dietrich, der für das nächste Jahr Großes ankündigt. Dann sollen neben den Kindern nämlich endlich auch die Erwachsenen in einer eigenen Wertungsklasse fahren dürfen. Die 36 Teilnehmer starteten in drei Alterklassen, sodass sich am Sonntag die folgenden Platzierungen ergaben. Fünf- bis Siebenjährige: 1. Johann Willeke (Hannover), 2. Henri Brüggebors (Elze), 3. Felix Dude (Bückeburg). Acht- bis Elfjährige: 1. Nils Aßmus (Abbensen), 2. Sam Janoske (Hannover), 3. Janne Dude (Bückeburg). Zwölf- bis Sechzehnjährige: 1. Rene Binde (Langenhagen), 2. Lea Riemenschneider (Langenhagen), 3. Marc Roden-
bostel (Scherenbostel).