Ein Jahr Integrationstreff in Elze

Fröhliches Gruppenbild: Jeden Dienstagnachmittag treffen sich Betreuer und Flüchtlinge in der alten Schule in der Poststraße in Elze, um bei einem Glas Wasser oder einer Tasse Kaffee organisatorische Dinge zu besprechen. Auch Deutschunterricht bekommen die Flüchtlinge im Nebenraum.
 
Gisela Bethge (stehend) ist für alle medizinischen Belange im Integrationstreff zuständig.

Für die Beteiligten auf beiden Seiten eine absolute Erfolgsgeschichte

Elze (awi). Genau ein Jahr ist es heute am 12. April her, dass der Integrationstreff Elze seine Arbeit aufgenommen hat. In den Räumen in der alten Schule an der Poststraße in Elze treffen sich jeden Dienstagnachmittag Ehrenamtliche mit Flüchtlingen, um ihnen Hilfe zur Selbsthilfe zu geben, wie es Helga Tänzer formuliert. Mittlerweile stehen rund 40 Personen in der Gästeliste, in der Familienmitglieder, Alter und Herkunft notiert sind. Auch Deutschunterricht wird hier erteilt für diejenigen, die noch keinen offiziellen Integrationskurs bekommen haben, damit sie sich zumindest verständigen können. Einige müssten aber auch erst zu den Alphabetisierungskursen des Interkulturellen Treffs nach Mellendorf, erklärt Helga Tänzer. Sie gehört zu den Hauptorganisatorinnen des Integrationstreffs. Jeder der Helfer hat hier einen Aufgabenschwerpunkt und außerdem bestimmte Familien, die er auch außerhalb des Integrationstreffs betreut, wenn es notwendig ist. „Aber wir haben feste Abmachungen. Unsere Handynummern sind natürlich bekannt. Außerhalb dieses Dienstagnachmittags rufen die Flüchtlinge uns aber wirklich nur in Notfällen an“, erzählt Helga Tänzer und berichtet stolz, dass das auch ganz prima klappt. Syrer, Afghanen, Kosovaren, Tschetschenen und Menschen aus Simbabwe kommen hier im Integrationstreff zusammen, trinken miteinander Kaffee und tauschen sich über die Erfahrungen aus, die sie in dem Land, das sie aufgenommen hat, gemacht haben.
Gisela Bethge ist Ansprechpartnerin für medizinische Belange der Flüchtlinge, für alle Fragen rund um Ärzte und Krankenkassen, während Helga Tänzer auf Job und Finanzen spezialisiert ist und beim Ausfüllen von Formularen hilft. Doris Heicke spielt mit den Mädchen und kleineren Kindern. Für die größeren Jungs würden sich die Ehrenamtlichen aus dem Integrationstreff ganz dringend noch jemanden wünschen, der sich mit ihnen beschäftigt. Zurzeit ist Sebastian von der IGS eingesprungen. Er absolviert hier seine sozialen Stunden. Aber der 14-Jährige könnte noch etwas tatkräftige Unterstützung gebrauchen. Wer Lust und Zeit hat, dienstags nachmittags von 15 bis 17.30 Uhr mit den Flüchtlingsjungs Fußball auf dem alten Schulhof zu spielen, ist herzlich eingeladen. Ein männlicher Begleiter, der ihnen auch die deutsche Sprache ein wenig näher bringt, wäre prima, meint Helga Tänzer. Marianne Heinecke kümmert sich um die leibliche Versorgung und übernimmt bei Bedarf Einzelbetreuung. Doch auch ohne akuten Hilfebedarf kommen die Flüchtlinge gerne zum Integratiostreff, um etwas zu trinken und neue Menschen kennenzulernen oder von 16 bis 17 Uhr im Nebenraum am Deutschunterricht teilzunehmen, der wichtig vor allem auch für diejenigen ohne Bleiberecht ist, damit diese wenigsten die nötigsten Sprachkenntnisse erwerben, denn ein Deutschkurs steht ihnen nicht zu. Die Ehrenamtlichen sind durch Lehrer oder den Interkulturellen Treff auf ihre Aufgabe vorbereitet worden, verfügen auch über das nötige Material und Unterlagen. Die Flüchtlinge, die schon gut Deutsch sprechen, dolmetschen auch für die, die noch so gut wie gar nichts verstehen. Selma aus Syrien beispielsweise spricht bereits sehr gut Deutsch, hilft ihren Landsleuten bei Behördengängen und den Kindern bei den Schularbeiten. Sie ist nämlich bereits seit drei Jahren hier. „Wir müssen merken, dass ihr wollt“, sagt Helga Tänzer immer wieder zu ihren Schützlingen. Diese Motivation sei das Allerwichtigste. Aber sie habe bereits viele positive Erfahrungen gemacht, beteuert Tänzer ebenso wie ihre ehrenamtlichen Kolleginnen. Und Waltraud Schütte, die in der Kinderbetreuung unterstützt und die „Wunschoma“ von Gulbarin (6) ist, hat ihre Flüchtlingskinder richtig lieb gewonnen.