Ein Künstler und die „Heimat"

In seinem Bild „Heimat" hat Ulrich Rauchbach seine Sicht auf seine Heimat global heruntergebrochen. Foto: A. Wiese

Ulrich Rauchbach aus Resse und seine Sicht auf die Wedemark

Resse (awi). Ulrich Rauchbach ist Künstler: Bilder, Collage, Skulpturen entstehen unter seinen Händen. Seine Spezialität ist BlueNotArt – Jazz, Blues und Rock. Aber er kann auch anders. Das belegt sein Bild Heimat, das der 68-Jährige in den vergangenen Monaten bei einer Ausstellung im Isernhagenhof in Isernhagen präsentierte und jetzt "nach Hause" geholt hat. Hier passt es auch wunderbar hin, denn das Werk heißt „Heimat". Rauchbach hat mit Sprühacrylfarbe und Schablone gearbeitet, die Sterne sind teilweise getropft, doch auch Aquarellfarbe und Zeichenstift kamen zum Einsatz, denn es zeigt quasi Rauchbachs Sicht aus dem All auf seine Wahlheimat Wedemark. Viele verschiedene Techniken, das ist kubistischer Stil, erklärt der Künstler, der irgendwann im Spätherbst seine nächste Ausstellung plant, wo, steht aber noch nicht fest. „Heimat" enthält für Rauchbachs Verhältnisse erstaunlich wenig Farbe, ist dies doch das Stilmittel, über das er sich am liebsten ausdrückt. Auf seiner Wedeside BlueNoteArt kann man sich einen Eindruck davon verschaffen. Seine Bilder thematisieren die Künstler der Musikrichtungen Jazz, Blues und Rockn Roll in den verschiedensten Stilen. Rauchbach malt nach Fotos, erarbeitet sich sein Motiv aus unterschiedlichen Bildern und Szenen. Er hat schon häufig in der Bluesgarage in Isernhagen ausgestellt. Hier passen seine Werke besonders gut hin und hier finden sich viele Liebhaber. Gerne möchte der Resser auch noch mal Heinz Rudolf Kunze und Klaus Meine malen. Das hätte dann auch wieder "Heimat"-Bezug. Die Wedemark im Allgemeinen und Resse im Besonderen ist seit sechs Jahren seine "Heimat". Vorher hat er in Engelbostel, also quasi um die Ecke, gewohnt. Vor 16 Jahren hat der Autodidakt erst mit dem Malen angefangen. Sein eigentlicher Beruf ist Schauwerbegestalter. Künstlerisch tätig war er also schon immer. Als ihn die Anfrage des Kunstvereins Burgwedel-Isernhagen erreichte, ein Objekt zum Thema "Heimat" zu erstellen, war sein Gedanke gleich: „Ja, ich mache was für die Wedemark, aber ich fasse das global an." Also stellte er sich selbst und das Universum dar: die Milchstraße als Galaxis, das Sonnensystem, den Planten Erde, Deutschland, die Wedemark und sein Haus in Resse. Im Hinterkopf hatte er dabei den Hit von Tempations aus dem Jahr 1971: „Papa was a Rolling Stone. Wo er seinen Kopf hingelegt hat, war sein Zuhause." Jetzt ist das Bild „Heimat" wieder zuhause bei Ulrich Rauchbach in Resse. In seinem Haus in der Beethovenstraße kann man sich bei einem Rundgang einen Eindruck vom Wirken des Künstlers verschaffen. Rauchbach würde sich aber auch freuen, wenn eine offzielle Wedemärker Institution Interesse an seinem „Heimat"-Bild hätte und er es öffentlich präsentieren könnte.