Ein neues Gesicht in der FW-Agentur

Heute noch Berthold-Otto-Förderschule, morgen schon „Mehr Generationen Haus“: Die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier (von rechts) und die Mitarbeiter der Freiwilligenagentur, Anne-Kathrin Kracke und Daniel Diedrich, freuen sich über das neue Schild im Eingangsbereich. Foto: A. Wiese

Anne-Kathrin Kracke bringt langjährige Erfahrung im Ehrenamt mit

Mellendorf (awi). Hier wird sie für ihren Job natürlich bezahlt, doch dass Anne-Kathrin Kracke jede Menge Erfahrung in ehrenamtlicher Arbeit mitbringt, das kommt ihr bei ihrer neuen Aufgabe in der Freiwilligenagentur der Gemeinde auf jeden Fall zugute. Denn hier hat sie es fast ausschließlich mit Ehrenamtlern zu tun. Sie dürfen mit ihren unterschiedlichen Gruppen nämlich das Mehrgenerationenhaus nutzen, in dem jetzt auch Daniel Diedrich und Anne-Kathrin Kracke von der FW-Agentur ihr Büro haben. Hauptberuflich hat Kracke schon in Walsrode mit Langzeitarbeitelosen und für eine Gewerkschaft gearbeitet. Ehrenamtlich ist sie besonders stark in der DLRG engagiert, in die sie bereits mit drei Jahren eintrat. Seit ihrem 14. Lebensjahr hilft sie beim Schwimmunterricht, betreut zudem Kinder- und Jugendfreizeiten. Außerdem engagiert sie sich beim Verein Hoppenbank, einem Verein für ehemalige Straffällige. Sie stamme aus einem kleinen Dorf, wo das Ehrenamt Pflicht sei und es auch für jeden selbstverständlich sei, in seiner Freizeit etwas für die Gemeinde zu tun, erklärte Kracke bei ihrem offiziellen Pressevorstellungstermin. Studiert hat sie Soziologie und ihren Bachelor gemacht. Doch eine Arbeit im wissenschaftlichen Bereich liege ihr nicht. Der Job bei der Freiwilligenagentur sei genau das Richtige für sie. „Ich will Gruppen helfen, sich zu vernetzen, ihnen hier im gerade entstehenden Mehrgenerationenhaus eine Heimat bieten“, sagt die junge Frau, die sich mit Daniel Diedrich auf Anhieb gut verstanden hat und jetzt in Bomlitz wohnt. Beide verkörpern die Freiwilligenagentur und werden die zahlreichen Gruppen betreuen. Möglich geworden ist dies durch Bundesfördermittel, die für das Mehrgenerationenhaus fließen. Mit 30.000 Euro im Jahr ist Krackes bis 2020 befristete Stelle so für drei Jahre sicher. „Wir müssen gucken, wie sich das Haus entwickelt und angenommen wird“, spricht die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier die Zeit nach 2020 an. Eine Anschlussförderung sei nicht ausgeschlossen. Möglicherweise werde es sich bis dahin aber auch alleine tragen. Daniel Diedrich schließt nicht aus, dass das LEADER-Programm die Stelle mitfinanzieren könnte. Und schließlich ist auch Anne-Kathrin Kracke selbst für die Akquise von Fördermitteln zuständig. Zunächst einmal steht für Diedrich und Kracke jedoch an, Qualitätskriterien für die Freiwilligenagentur zu entwickeln. Dafür müssen sie bis Januar 2018 noch drei Workshops besuchen. „Doch dann haben wir bei den Kommunen in der Region eine Vorreiterfunktion“, sagt Daniel Diedrich zufrieden. Beide freuen sich unheimlich darauf, das Mehrgenerationenhaus zunehmend mit Programm zu füllen und dabei dennoch mit der bis 2020 auslaufenden Förderschule eng und gut zusammenzuarbeiten. Hier gelte es zum einen die Generationen, zum anderen die Kulturen zusammenzubringen, betont Anne-Kathrin Kracke. Nähkreis und offene Treffs, ein Mittagstisch für Menschen, die sonst alleine essen müssten – beliefert von der Mensa – , ein Großelternstammtisch, ein Spieletreff, ein Blindencafé und ein Europa-Kino-Frühstück – all diese Ideen gilt es für Diedrich und Kracke umzusetzen, und man merkt im Gespräch, wie sehr sich beide auf diese anspruchsvolle Aufgabe freuen.