Ein neues Getriebe für „Friederike“

Die „Große Friederike“ an der Osterriede zwischen Meitze und der Autobahn: So ein Getriebeaustausch ist ein enormer logistischer Aufwand. Fotos: A. Wiese

Wedemarks Expo-Windrad hat 125.000 Betriebsstunden auf dem Buckel

Meitze (awi). Die Rotoren stehen still, ein überdimensionaler blauer Kran wird aufgebaut, eine Autokolonne parkt unter dem Windrad im Windpark zwischen Meitze und Elze unweit der Autobahn. Viele mögen sich letzte Woche gefragt haben, was da wohl los ist. Die Antwort: Eigentlich nur eine Routineaktion. Die „Große Friederike“, wie das sogenannte „Expo-Windrad“ offiziell heißt, hat ein neues Getriebe bekommen.
Mit 100 Meter Nabenhöhe ist „Friederike“ bisher das größte Windrad in der Wedemark. Für den Getriebeaustausch ist ein erheblicher Aufwand erforderlich. Unter anderem lieferten insgesamt 14 Lastwagen Ballastmaterial für den Kran. Der hat ein Gesamtgewicht von 96 Tonnen, was notwendig ist, um das 11,5 Tonnen schwere, 3,5 Meter lange und 2,5 Meter breite Getriebe in 100 Metern Höhe aus der Kanzel des Windrads zu heben und das neue einzusetzen, erklärt Servicetechniker Jan Bellwinkel von der Firma Deutsche Windtechnik in Bremen, die mit der Betreibergesellschaft einen Vollwartungsvertrag hat. Dass das Getriebe abgängig war, ist bei Routineüberprüfungen aufgefallen, berichtet Bellwinkel. Solche Anlagen würden regelmäßig endoskopiert, Lager und Laufflächen überprüft. Für den Kranfahrer, der nicht sehen könne, was er macht, sei der Austausch des tonnenschweren Getriebes Millimeterarbeit, so Bellwinkel, die viel Routine erfordere.Die Windenergieanlage „Große Friederike“ vom Typ Südwind S77 ging Ende 2001 in Betrieb. Mit einer Nabenhöhe von 100 Metern und einem Rotordurchmesser von 77 Metern kommt sie auf eine Gesamthöhe von 138 Metern. Die Nennleistung beträgt 1,5 Megawatt. Die Anlage kommt bis heute auf etwa 125.000 Betriebsstunden, in denen sie etwa 43 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom erzeugt hat, berichtet Dr. Stefan Dietrich von der Projektkommuniaktion der Firma Windwärts Energie Hannover, einem Unternehmen der MVV Energie Gruppe, im Gespräch mit dem ECHO. Im Jahresdurchschnitt seien das fast 2,7 Millionen kWh pro Jahr, was rechnerisch dem Stromverbrauch von 870 Durchschnittshaushalten entspreche. Dadurch würden pro Jahr fast 2.100 Tonnen an CO2-Emissionen vermieden. Betrieben wird die Anlage von einer Betreibergesellschaft. Eigentümer sind 260 Privatanleger, viele davon aus der Region. Die Anlage ist die einzige, die Windwärts bislang auf dem Gebiet der Gemeinde Wedemark errichtet hat.

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