Ein Wedemärker leitet das Theatermuseum

Der Leiter des Theatermuseums im Schauspielhaus, Carsten Niemann aus Bissendorf-Wietze, mit einem Plakat der aktuellen Peter-Alexander-Ausstellung, die im Theatermuseum noch bis 11. Mai zu sehen ist. Foto: A. Wiese

Das ECHO verlost 5 x 2 Freikarten für die Peter-Alexander-Ausstellung in Hannover

Bissendorf-Wietze/Hannover (awi).
Er heißt Carsten Niemann – genauso wie Wedemarks Wirtschaftsförderer –, aber er fördert nicht die Wirtschaft, sondern das Theater: Carsten Niemann aus Bissendorf-Wietze ist seit 19 Jahren der Leiter des Theatermuseums Hannover im Schauspielhaus. Seit 20 Jahren leben er und seine Frau Anette in Niedersachsen, seit achteinhalb Jahren in der Wedemark. „Und wir fühlen uns hier sehr wohl, mögen die Dörfer, die Natur, besonders den Brelinger Berg“, versichert der 52-jährige Reiter und Hobbyimker, der im Imkerverein Wedemark aktiv ist.
Er würde sich allerdings wünschen, dass noch mehr Wedemärker den Weg nach Hannover in das Theatermuseum finden. Dort läuft zurzeit eine äußerst umfangreiche und exklusive Ausstellung über den 2011 verstorbenen Sänger und Schauspieler, Entertainer und Showmaster Peter Alexander. Das Theatermuseum im Schauspielhaus in der Prinzenstraße ist Hannovers Adresse für lebendige Theatergeschichte. Drei Etagen bieten Platz für wechselnde Sonderausstellungen, die sich Themen und Protagonisten rund um die darstellenden Künste auf kreative Weise annähern. Lesungen, Konzerte und Kindertheater sorgen darüber hinaus für ein abwechslungsreiches Programm. Und seit dem 14. Februar läuft die Sonderausstellung über das Leben von Peter Alexander. Sie ist in Zusammenarbeit mit einigen seinen engsten Vertrauten und unter Benutzung der größten Privatsammlung entstanden und setzt sich in mehr als 80 Fotografien und über 120 Exponaten aus dem Leben der Showlegende mit dem ersten deutschsprachigen Popstar auseinander. Die Sonderausstellung läuft noch bis zum Muttertag, 11. Mai. Museumsleiter Carsten Niemann stellt den Lesern des Wedemark ECHO 5 x 2 Freikarten mit freier Terminwahl inklusive einem Plakat zur Verfügung. Wer interessiert ist, schreibt eine Postkarte an den EXTRA-Verlag, Burgwedeler Straße 5, 30900 Wedemark, ein Fax an die Nummer (0 51 30) 9 76 93 46, oder eine e-Mail an redaktion@wedemark-echo.de, Stichwort Peter Alexander. Schön wäre es, wenn die Teilnehmer kurz beschreiben könnten, was sie persönlich mit Peter Alexander verbindet, welches Lied oder welcher Film ihnen vielleicht besonders in Erinnerung geblieben ist. Einsendeschluss ist am Dienstag, 25. März. Bitte die Telefonnummer für die Gewinnbenachrichtigung nicht vergessen.
Doch zurück zu Carsten Niemann: Dass er einmal das Theatermuseum in Niedersachsens Landeshauptstadt mit seiner mehr als 85-jährigen Geschichte leiten würde, hätte der heutige Bissendorf-Wietzer nicht gedacht, als er Germanistik, Theater, Film und Fernsehwissenschaften in Frankfurt am Main studierte und anschließend promovierte. Zunächst arbeitete er in der Feldforschung mit Schauspielern und kam im April 1993 an das Theatermuseum, das mittlerweile vom Kröpke-Center in die Prinzenstraße gezogen war. Er knüpfte Kontakte, organisierte erste Ausstellungen und bekam 1995 die Leitung übertragen. Die Konzeption des Museums änderte sich: Anstelle der früheren ständigen Ausstellung setzte Carsten Niemann zunehmend auf wechselnde Sonderausstellungen über Hildegard Knef, Liz Taylor, Heinz Rühmann und viele andere Schauspieler. Doch eine Peter-Alexander-Ausstellung über fast 300 Quadratmeter gab es hier noch nie. Parallel läuft eine kleine Kabinettausstellung über Gert Fröbe. (1913 bis 1988). Außerdem zeigt der Künstler Welf Schiefer Radierungen zum Thema Thomas Mann. „Wenn Saison ist wie jetzt haben wir fast jeden Nachmittag und Abend Veranstaltungen für alle Generationen, zum Beispiel jeden Sonntag Kindertheater“, berichtet Carsten Niemann, dem man die Begeisterung über seine Arbeit anmerkt. So werden Theaterzettel ab 1800 gesammelt und bis heute alle Produktionen dokumentiert, die im Haus entstehen. „Wir sind quasi das Hausmuseum des Theaters und möchten an eine Tradition erinnern“, erklärt Carsten Niemann die Motivation für seine Arbeit und die seiner beiden Kollegen, die je eine halbe Stelle besetzen sowie das Team von zehn Ehrenamtlichen. Selbstverständlich sind sie auch bei der langen Nacht der Museen dabei.
Das Theatermuseum in der Prinzenstraße in Hannover ist dienstags bis freitags sowie sonntags von 14 bis 19.30 Uhr geöffnet. Besucher mit einer Theaterkarte haben am Spieltag übrigens freien Eintritt.