„Ein Weltstar zu Besuch“

Professor Andor Izsák trägt sich zur Freude von Bürgermeister Helge Zychlinski in das Goldene Buch der Gemeinde Wedemark ein. Foto: B. Stache

Prof. Andor Izsák trägt sich ins Goldene Buch der Gemeinde Wedemark ein

Bissendorf (st). Anlässlich seines Besuchs trug sich Professor Andor Izsák am Montagnachmittag im Kavaliershaus in Bissendorf in das Goldene Buch der Gemeinde Wedemark ein. „Ich freue mich sehr, dass Andor Izsák heute in die Wedemark gekommen ist, um das Symposium ´Erinnern – Wozu?` zu begleiten. Und wenn wir einen Weltstar zu Besuch haben, dann gehört er auch ins Goldene Buch“, erklärte Bürgermeister Helge Zychlinski sichtlich erfreut. „Ich kenne ihn seit einiger Zeit als Ehrenpräsidenten der Siegmund-Seligmann-Stiftung. Die Villa Seligmann ist ein ganz bedeutendes, jüdisches Kulturzentrum, wo ich schon einige Male zu Gast war.“ Professor Andor Izsák sorgte nach dem Eintrag in das Goldene Buch mit seinem Klavierspiel für den feierlichen, musikalischen Rahmen des Symposiums. Der ungarische Organist, Musikwissenschaftler und Dirigent wurde am 6. Juli 1944 in Budapest geboren. Mit dem Kantor Marcel Lorand gründete er 1962 den Lewandowski-Chor und führte erstmals nach dem Holocaust wieder synagogale Chormusik auf. Er war über Jahre Dozent am Béla-Bartók-Konservatorium und an der Fodor-Musikschule, arbeitete als Chor- und Operndirigent und war Gründer des ungarischen Zweiges des Music Information Center (MIC). 1988 siedelte er nach Deutschland über und war in Augsburg an der Gründung des Europäischen Zentrums für jüdische Musik (EZJM) beteiligt. Nach einem Zwischenspiel in München kam er nach Hannover. Das EZJM wurde 1992 ein Institut an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Dort führte Andor Izsák den Studiengang „Synagogale Musik“ ein und wurde 2003 auf die entsprechende Professur berufen. Als Präsident der Siegmund-Seligmann-Stiftung war er am Erwerb der Privatvilla von Siegmund Seligmann in Hannover für das EZJM im Jahr 2008 beteiligt. Die Seligmann Villa wurde am 17. Januar 2012 vom damaligen Bundespräsidenten Christian Wulff und den Spitzen der Landes- und Kommunalpolitik eingeweiht. Hier findet die synagogale Musik, die inzwischen von zahlreichen prominenten Chören aufgeführt wird, eine dauerhafte Heimat. Nach rund zwei Jahrzehnten als Direktor des EZJM ging Andor Izsák zum 1. Oktober 2012 offiziell in den Ruhestand. Bis heute realisiert der zum Ehrenpräsidenten der Siegmund-Seligmann-Stiftung ernannte Andor Izsák weitere Konzertveranstaltungen.