Ein Zeitreisender stiftet Unruhe

Während einer hektischen Prügelszene wird William Dyrd wieder zurück in die Vergangenheit teleportiert.

GM-Musical als Projekt zum Jahresabschluss

Mellendorf (sb). Fast ausschließlich eigens komponierte Musikstücke, durchweg selbstgeschriebene Theaterdialoge und ein eigenes Bühnenbild – für ihren Jahresabschluss hatte die Klasse 9C des Gymnasiums Mellendorf ihre ganze Kreativität spielen lassen. Am vergangenen Dienstag führte die älteste Musikprofil-Klasse der Schule ihr Musical „Differences – zwischen zwei Welten“ vor rund 100 Zuschauern in der Agora auf und erntete dabei die Früchte ihrer Arbeit.
Das Musical erzählt die Geschichte von William Dyrd, einem von Jakob Remmers dargestellten Musikkomponisten aus dem Barockzeitalter. Als er vor die Aufgabe gestellt wird, innerhalb eines Tages ein komplettes Stück für den schlosseigenen abendlichen Ball zu komponieren, gerät er vor Verzweiflung und Stress in einen Zeitstrudel und landet in der Gegenwart. Er findet sich im selben Schloss wieder, in dem er eben noch Musik komponieren sollte. Allerdings ist dieses inzwischen zu einer modernen Musikschule geworden und Dyrd kommt zu einem denkbar ungelegenen Zeitpunkt: Die geordneten Musikschüler leben schon seit jeher im Konflikt mit den dortigen Straßenbewohnern, den Rastas. Die Lage eskaliert, nachdem sich beide Anführerinnen der rivalisierenden Gruppierungen in Dyrd verliebt haben. Eine Schlägerei, in deren Mitte sich Dyrd befindet, bringt wiederum eine Situation außergewöhnlicher Hektik mit sich, sodass der Barockkomponist von seinem kurzen Ausflug wieder um gut 300 Jahre in die Vergangenheit zurückteleportiert wird. Und auch für die Musikschüler und die Rastas hat das Erscheinen Dyrds im Endeffekt ein Gutes: Nach der Eskalation erkennen sie, dass die ewige Rivalität nur zu Zerstörung führt und setzen ihren Streitigkeiten ein für allemal ein Ende.
Als Organisator für das Stück war der Musiklehrer der Profilklasse, Ulrich Hauptmeier, verantwortlich. Er führte und koordinierte die insgesamt 21 Gymnasiasten während der Vorbereitungs- und Probenzeit bis hin zur Aufführung. „Es war immer wieder zu bemerken, wie außerordentlich kreativ die Schüler waren“, erzählt er. Auch das Engagement der Darsteller und Musiker sei zu jeder Zeit hervorragend gewesen, so Hauptmeier. „Wir haben zwar schon drei der vier Musik-Wochenstunden zum Proben genutzt, das hat aber bei Weitem nicht ausgereicht“, sagt er. Deswegen hätte es neben mehreren Nachmittagsproben auch ein komplettes Probenwochenende gegeben. Sein besonderes Lob sprach der Musiklehrer Joanna Berth aus, die die Rolle der Elisabeth aufgrund einer Erkrankung innerhalb kürzester Zeit übernahm und fehlerfrei darbot.
Seit inzwischen fünf Jahren existiert am Gymnasium Mellendorf das Musikprofil. Jährlich gibt es eine Klasse mit zwei zusätzlichen Wochenstunden Musik und erhöhtem Anforderungsniveau.