„Eine zukunftsorientierte Ausrichtung“

An ungewöhnlichem Ort fand die jüngste Sitzung des Ortsrat Bissendorf statt, anstelle des Bürgerhauses war die Bibliothek in Bissendorf der Veranstaltungsort der Ortsratssitzung. Foto: L. Irrgang

Anhörung des Ortsrates zum Gewerbegebiet Schlager Chaussee

Bissendorf (ig). Die Erstellung eines Bebauungsplanes für das Gebiet an der Schlager Chaussee in Richtung Ortsausgang hinter der Bahnschranke auf der linken Seite beschäftigte den Ortsrat Bissendorf in seiner jüngsten Sitzung. Da der Ortsrat die Sitzung öffnete entstand eine lebhafte Diskussion mit Anwohnern und Gewerbetreibenden. „Wir wünschen uns für dieses Gebiet eine zukunftsorientierte Ausrichtung“, betonte Bissendorfs Ortsbürgermeisterin Susanne Brakelmann, zwar sei es ein kleines Gewerbegebiet an der Bahn, jedoch sollte auch hier klar geregelt sein, „wie gearbeitet und wie gewohnt wird.“ Auf der Sitzung anwesende Gewerbetreibende befürworteten eine zweite Zufahrt an der Westseite. Diese ist zwar auch in dem Planungsentwurf für den Bebauungsplan genannt, von der Notwendigkeit möchte sich der Ortsrat aber bei einem Ortstermin ein genaues Bild machen. Eine Anwohnerin machte deutlich, dass es der Bereich mittlerweile aus ihrer Sicht zu einem Wohngebiet entwickelt habe, „ungefähr ab der Stichstraße.“ Dies sei genau der Grund dafür, warum man sich jetzt um einen Bebauungsplan bemühe, machte Fritz Schöning (SPD) deutlich, „denn dass sich hier die Wohngebiete stärker ausbreiten als das Gewerbegebiet ist nicht Sinn der Sache.“ Dies mache schon allein der Unterschied beim Bodenpreis deutlich, „denn in einem Gewerbegebiet ist der Bodenpreis deutlich niedriger.“ Außerdem solle dem dortigem Gewerbe auch durch den Bebauungsplan Sicherheit gegebene werden, „was beispielsweise Lärm angeht“, betonte zudem die Ortsbürgermeisterin, „neu in das Gebiet Hinzugezogene sollen klare Rahmenbedingungen vorfinden, denn auch in dem Fall eines Eigentümerwechsels möchten wir das bestehende Gewerbe in dem Gebiet geschützt wissen.“ Dass gerade die zugenommene reine Wohnbebauung weniger schützenswert ist, betonte Manfred Homann (CDU), „denn die Grundlage, dass in diesem Gebiet überhaupt Wohnbebauung zulässig war, war die betriebliche Nutzung der Fläche in Verbindung mit einer so genannten Dienstwohnung.“ Ohne den gewerblichen Betrieb wäre auch nie eine Wohnbebauung entstanden. Die nun schon bestehende Wohnbebauung habe Bestandsschutz, ergänzte Schöning, „aber es sollen von nun an keine weiteren Wohnhäuser errichtet werden.“ Für die Beschilderung des Gewerbegebietes Bissendorf stimmte der Rat einem Antrag der CDU bei einer Enthaltung zu. „Die bisherige Beschilderung ist ein Schandfleck für das Gewerbegebiet.“ Zwar habe der Bürgermeister zugesichert, dass in diesem Jahr in dieser Hinsicht noch etwas passieren soll, „aber durch den gestellten Antrag gibt es nun auch eine offizielle Arbeitsgrundlage“, machte Manfred Homann deutlich. Abgerückt ist der Ortsrat in dem Antrag von der Bennennung von klaren Standorten für die Wegweiser, vielmehr ist der Antrag so formuliert, dass alle in dem Gewerbegebiet ansässigen Firmen bei einer Beschilderung für das Gebiet berücksichtigt werden sollen.
Beschlossen wurde außerdem die Einrichtung einer 30 km-Zone für den Ortsteil Bissendorf –Wietze für die Straße „Wietzestrand“, „hierbei handelt es sich um eine nicht ausgebaute Straße, an welcher aufgrund der Schule viele Kinder unterwegs sind“, machte Manfred Homann deutlich. Durch Beschluss des Ortsrates sollen zudem die Gedenktafeln für die gefallenen Soldaten der Weltkriege aus einer mittlerweile geschlossenen Gaststätte gesichert werden, Heidemarie Heinzelmann (SPD) hatte den Antrag gestellt, „diese Tafeln sollten nicht im Müll landen, das wäre sehr schade.“ Dies unterstützten auch alle übrigen Ortsratsmitglieder, als „ein Stück Geschichte“ bezeichnete Andrea Giese (FDP) die Tafeln, eine Sicherung sollte so schnell wie möglich umgesetzt werden, betonte zudem Ortsbürgermeisterin Brakelmann.