Einmal die Arbeitswelt kennenlernen

Die beiden Praktikanten Mark Niklas Will (von vorne) und Pascal Römer beim Einsortieren der Produkte in die Regale.
 
Ann-Kathrin und ihr Kollege betrachten einen Flyer der Polizei.

Schüler der IGS Wedemark waren zwei Wochen im Praktikum

Von Kira Dähnhardt

Wedemark. Einmal die Arbeitswelt kennenlernen und bisherige Berufswünsche ausschließen, bestätigen oder ganz neu entdecken – das konnten die 150 Schüler des neunten Jahrgangs der IGS Wedemark in den zwei Praktikumswochen vom 8. bis 19. August. „Ich wollte einmal sehen, was auf der anderen Seite passiert", begründet Laurin Klus seine Praktikumswahl. Gemeinsam mit Lea Kötters absolviert der ehemalige Patient sein Praktikum bei der Praxis für Ergotherapie von Elena Schulze-Reimann und Alexandra Gehrke in Bissendorf. Die Praktikanten unterstützen die Inhaberinnen, indem sie Organisatorisches erledigen und die Materialvorbereitungen übernehmen. Hausbesuche machen beide Schüler am Liebsten, jedoch begleiten sie nur Therapiestunden mit körperlicher Behandlung. „Die Ergotherapie besteht aus breit gefächerten Bereichen, da sind Flexibilität und Kreativität sehr wichtig", meint Ergotherapeutin Elena Schulze-Reimann. Zudem hält Lea das Interesse an Menschen und in diesen Bereich der Behandlung sowie die Eigenschaft kommunikativ und ohne Kontaktängste zu sein, für wichtig.
In einen ganz andere Berufsrichtung hat Ann-Kathrin Klinkott hinein geschnuppert, nämlich bei der Polizei. Zuerst bekam sie eine gründliche Einführung in Hannover, jetzt begleitet Ann-Kathrin die Polizisten in Mellendorf auf Streife und zu Einsätzen. Jedoch ist das nicht alles. „Was die meisten Leute nicht wissen ist, dass die Arbeit eines Polizisten zu etwa 50 Prozent aus Schreibarbeit besteht. Jeder Anruf, jeder Schritt wird protokolliert", berichtet die Schülerin. Aber auch der anstrengende Schichtdienst, in dem Polizisten arbeiten, hält Ann-Kathrin nicht davon ab ihren Berufswunsch weiter zu verfolgen. Selbstbewusstsein hält die Praktikantin in diesem Job für wichtig. „Man kann nur ein guter Polizist werden, wenn man es aus Überzeugung tut. Aber am Tollsten ist wirklich, wie sich die Kollegen hier um mich kümmern. Ich darf eigenständig arbeiten und die Dinge aus nächster Nähe miterleben", erzählt Ann-Kathrin.
Mark Niklas Will und Pascal Römer verbringen die zehn Praktikumstage im Supermarkt famila in Mellendorf. „Ehrlich gesagt hat mein Vater mich auf die Idee gebracht, bei famila mein Praktikum zu machen. Außerdem war ich am Zukunftstag hier und da hat es mir sehr gefallen",erklärt Mark Niklas Will. Von 9 bis 14.30 Uhr heißt es für die beiden Praktikanten Waren annehmen und einsortieren, den Warenspiegel prüfen und eine Mindesthaltbarkeitskontrolle durchführen. „Manchmal kann es ein bisschen eintönig werden, da ist es ganz erfrischend wenn man von einem Kunden um Hilfe gebeten wird", berichten die beiden Jungen. Famila freut sich über jeden Praktikanten, da der Markt auch junge Erwachsene ausbildet und so in den direkten Kontakt mit Schülern kommt. "Es kommt durchaus vor, dass Praktikanten später unsere Auszubildenden werden", so der stellvertretende Marktleiter Mark Rintelmann.
Im Autohaus Ernst Lindmüller am Ortsausgang von Mellendorf absolviert Mark-Martin Hillmer sein Praktikum. Seit Kindheitstagen war es sein Wunsch, einen Beruf auszuüben, der etwas mit Autos zu tun hat. Jetzt hat der Schüler die Chance dazu. Gemeinsam mit einem Kollegen betreut er die Kunden, übernimmt die Kundenannahme und hilft in der Werkstatt. „Ich habe gar keine negativen Erfahrungen gemacht. Besonders positiv sind das Arbeitsumfeld und der tolle Umgang mit den Kollegen. Aber am meisten Spaß macht ´das Schrauben´ an den Autos in der Werkstatt", erklärt der Schüler zufrieden.
Ich, Kira Dähnhardt, bin die Praktikantin in der Redaktion des Wedemark ECHO. Seit meinen Kindsheitstagen mit Karla Kolumna aus ´Bibi Blocksberg` ist es mein Traum, Journalistin zu werden. Der Arbeitsalltag ist ziemlich stressig und anstrengend, denn man steht ständig unter Zeitdruck, um die Artikel fertig zur nächsten Ausgabe zu haben. Trotz Müdigkeit oder schlechter Laune sind Höflichkeit und ein freundliches Lächeln auf den Lippen bei Pressegesprächen oder Terminen das A und O. Doch jeder Tag im Leben eines Journalisten ist einzigartig und voller Überraschungen – kein Tag gleicht dem anderen. Wichtig sind dafür Spontanität, Flexibilität und Kreativität. Ich durfte besondere Persönlichkeiten, wie den Bürgermeister, Bundes- und Landtagsabgeordnete treffen und bin am aktuellen Geschehen hautnah dabei. Die komplett vielseitigen Aufgaben eines Journalisten habe ich selbstständig erledigt - Kurzmeldungen, alleinige Pressegespräche, Fotos und das Verfassen eines eigenen Artikels. Und wenn ich dann mein Kürzel vor einem Artikel in der Zeitung sehe, überkommt mich jedes Mal ein bisschen Stolz – und Hektik, Stress und Zeitdruck sind vergessen. Aber ganz ehrlich: Ich freue mich auch schon wieder auf die Schule am Montag, die ist nämlich bei Weitem nicht so anstrengend!