Einzigartig in Europa

Waschen der Ginsengwurzeln auf der FloraFarm.
 
Gesine Wischmann präsentiert eine Ginsengwurzel.

Ginsengernte auf der FloraFarm

Heidekreis. „Gut Ding will Weile haben“ – in kaum einem anderen Bereich steckt in diesem Sprichwort soviel Wahrheit, wie beim Anbau von Ginseng. Die seit Jahrtausenden geschätzte Heilpflanze braucht Zeit, viel Zeit, um all die Wirkstoffe anzureichern, die ihren legendären Ruf begründen und sie weltweit so begehrt machen. Und da bekanntermaßen Geduld nicht jedermanns Sache ist, gibt es europaweit nur einen Ort, an dem die anspruchsvolle „Menschenwurzel“ professionell kultiviert wird. Im kleinen Ort Bockhorn bei Walsrode, inmitten der Lüneburger Heide, hat sich vor mehr als 30 Jahren Landwirt Heinrich Wischmann der Herausforderung gestellt, und mit viel Engagement und Ausdauer seine Vision „Ginseng made in Germany“ wahr werden lassen. Heute wachsen in den einzigartigen Ginseng-Gärten der FloraFarm auf gut neun Hektar Ginsengwurzeln in Premiumqualität, die zu Arzneimitteln und Kosmetika weiterverarbeitet und vermarktet werden. Und jetzt ist es wieder soweit – der Lohn jahrelanger Arbeit kann eingefahren werden: Die Ginsengernte startet!
Ganze sechs Jahre lang, seit 2007, wurden die jetzt erntereifen Ginsengwurzeln gehegt und gepflegt, damit sie den hohen Ansprüchen genügen. „Ginseng ist eine sehr anspruchsvolle Pflanze“, so Gesine Wischmann, Geschäftsführerin der FloraFarm. „Man sagt, sie will jeden Tag den Schritt des Gärtners hören. Dies bedeutet, dass im Ginsenganbau noch viel Handarbeit vonnöten ist: Schnecken absammeln, Unkräuter entfernen... für all dies können wir keine Maschinen einsetzen.“ Früher wurden die Wurzeln in Gold aufgewogen und waren nur Kaisern und Königen vorbehalten. Heute sind sie einer der wertvollsten Schätze der Medizin und zunehmend Objekt wissenschaftlicher Forschung, die ihr Potential erkannt hat.
Viel hat sich seit Aussaat der allerersten Ginsengsamen getan. Frauenpower pur ist heutzutage der Motor, der den deutschen Ginsenganbau vorantreibt. Gemeinsam haben die Töchter des Ginsengpioniers die FloraFarm übernommen, und kümmern sich nun um den Vertrieb der Produkte beziehungsweise den Anbau der Ginsengwurzeln.
Wer in den nächsten Tagen den Ginseng-Shop der FloraFarm besucht, wird Zeuge des emsigen Treibens auf dem idyllischen Niedersachsenhof. Die Mitarbeiter sind mit dem Absammeln der Wurzeln vom Feld, dem Waschen, Sortieren und Einbringen in die Trocknungsanlage beschäftigt – die Ernte, eine der arbeitsintensivsten Phasen im Jahresverlauf des Ginsenganbaus hat begonnen. Sie dauert jedoch nur wenige Tage, denn die empfindlichen Wurzeln müssen schnell verarbeitet werden, um nichts von ihrer Wirkkraft zu verlieren.
Erste Sichtungen deuten daraufhin, dass sich die in den letzten Jahren auf den Ginsengfeldern herrschenden Wetter- und Bodenbedingungen positiv sowohl auf den Ginsengertrag als auch die Qualität der Wurzeln ausgewirkt haben.
Jetzt im Herbst wird mit Ausbringen der Saat auch der Grundstein für zukünftige Generationen von Ginsengwurzeln gelegt – aber deren Ernte ist erst 2019 ein Thema für die FloraFarmer. Die stärken sich nach getaner Arbeit erstmal mit einer Tasse Ginsengtee.