Elfen und Wurzelkobolde in den Wäldern

Waldgeister bevölkerten die Fuhrberger Wälder. Foto: H.H. Schröder

Kinder- und Jugendkunstschule Wedemark rettet die Waldgeister

Fuhrberg/Wedemark (hhs). Eine ganz besondere Spezies unter den gefährdeten Lebewesen sind die Elfen, Feen, Zwerge und Wurzelkobolde, sie sind schon seit Urzeiten stille Bewohner des Waldes, lassen sich aber sehr selten blicken. Seit einiger Zeit sind diese scheuen Wesen vom Aussterben bedroht, ihre liebevoll gestalteten Hütten zerfallen langsam und ihre aus Baumwurzeln gekonnt geschnitzten und farbig angemalten Waldgeister modern vor sich hin... . So war es zu lesen im Programm der Kinder- und Jugendkunstschule Wedemark, das Ende Januar in der Gemeinde verteilt wurde. Die Kunstschule hatte sich entschlossen, mit einer großen Aktion den bedrohten Geschöpfen unter die Arme zu greifen. Diese Woche, von Montag bis Mittwoch wurde das Vorhaben in die Tat umgesetzt, mit 38 Freiwilligen, alle zwischen sieben und zwölf Jahren alt, und fünf künstlerischen tätigen Mitarbeitern der kunstpädagogischen Einrichtung sowie zwei Künstlern. Die Rettung der Waldgeister fand statt nördlich von Fuhrberg in den Forsten von Enercity, den Stadtwerken Hannover. Dort war der desolate Zustand der Daseinsbedingungen der Waldgeister am Grundwasserlehrpfad aufgefallen und man hatte über schnelle Hilfe sinniert. Es lag nahe, die Kinder- und Jugendkunstschule Wedemark mit der Aufgabe zu betreuen, denn die hatte schon in den beiden Jahren zuvor bei anderen Sommeraktionen bewiesen, dass sie ein prima Verhältnis zu Wald und seinen Problemen hat. Am ersten Tag bauten die Teilnehmer an dieser Sommeraktion mit Material aus dem Wald eine wunderschöne Hütte, mit Dach, wenn auch ein wenig schief aber mit runden Fenstern. Die richtig echte Verkleidung für den Aufenthalt im Wald bastelten sich die kleinen Helfer auch, am Lagerfeuer gab es spannende Geschichten zu hören über die kleinen Waldbewohner, dann wurden kleine Waldgeister zum Spielen und später zum Mitnehmen gebastelt und schließlich entführte eine Waldläuferin die Kinder in die entlegensten Winkel des Waldes und zeigte dort dessen Geheimnisse. Am Ende wurden die großen Waldgeister nahe der Hütte platziert, wo zum Abschluss ein rauschendes Waldfest gefeiert wurde. Für Bernd Tschirch, den Leiter der Kinder- und Jugendkunstschule Wedemark, war es besonders wichtig, mit den Kindern aus dem Haus der Kunstschule herauszukommen und am ungewohnten Ort anderes Arbeiten zu entdecken. „Wir wollen die Kinder auf das Leben und den Umgang mit der Natur sensibilisieren“, sagte er im Gespräch mit dieser Zeitung. Etwa die Hälfte der Kinder habe schon im Vorjahr an einer Aktion in den Wasserwerksforsten teilgenommen. Er bedankte sich bei den Mitarbeitern von Enercity nicht nur für die Möglichkeit, diese beinahe abenteuerliche Veranstaltung im Wald durchführen zu können, auch für die finanzielle Unterstützung. Auch für die Wasserwerksforsten hat diese Aktion ihr Gutes: Die großen Waldgeister werden bald eine Augenweide sein am Grundwasserlehrpfad, der ganz in der Nähe verläuft.