Eltern fordern gestaffelte Erhöhung

Silvia Prüser vom Kindergarten Spatzennest in Hellendorf stellte in der Bürgerfragestunde des Finanzausschusses Fragen bezüglich der geplanten Gebührenerhöhung für Kinderbetreuung. Foto: A. Wiese

Bürgerfragestunde im Finanzausschuss für sachliche Nachfragen genutzt

Bissendorf (awi). Wie angekündigt haben Elternvertreter am Donnerstagabend die Bürgerfragestunde im Finanzausschuss genutzt, um die geplante Gebühren-erhöhung im Bereich der Kinderbetreuung zu hinterfragen und gleichzeitig der Verwaltung ihre Position zu verdeutlichen. Dass eine Erhöhung nach 13 Jahren gerade in der momentanen finanziellen Situation unumgänglich sei, stoße bei den Eltern auf Verständnis erklärten Silvia Prüser für die DRK-Kita Spatzennest aus Hellendorf und andere Elternvertreter. Sie kritisierten jedoch, dass die Erhöhung gleich so drastisch ausfalle. 700 bis 1.000 Euro im Schnitt mehr im Jahr für Kinderbetreuung auszugeben, das bedeute für eine Familie, auf mindestens eine Woche Jahresurlaub zu verzichten. Sie fragten nach, warum eine Gebührenerhöhung nicht gestaffelt vorgenommen werde, um die Familien in der Wedemark verträglich zu belasten, so dass diese sich darauf einstellen könnten. Bürgermeis-ter Tjark Bartels beantwortete die meisten Fragen selbst. Die Wedemark gehöre auch mit den jetzt geplanten Gebührenerhöhungen noch immer zu den günstigsten in der Region, gab er zu bedenken. Da die Erhöhungen nicht sofort, sondern erst mit Beginn des neuen Kindergartenjahres am 1. August griffen, hätten die Familien genügend Zeit, die Mehrkosten einzuplanen. Auf Prüsers Vorhaltung, die Hort-Frühbetreuung in Hellendorf hätte bisher zehn Euro ab 7 Uhr gekostet und jetzt solle der Betrag auf 29 Euro erhöht werden, entgegnete Fachbereichsleiter Jörg Clausing, bisher sei Hort-Frühbetreuung in der Satzung der Kindertagesstätten der Wedemark gar nicht vorgesehen gewesen. Die DRK-Einrichtung in Hellendorf sei der Nachfrage der Eltern nachgekommen und habe den eher symbolischen Betrag von zehn Euro dafür genommen, weil der Beitrag in der Satzung nicht definiert gewesen sei. „Wir fragen uns schon, finanzieren wir jetzt das neue Schulzentrum?“, machte Silvia Prüser das Unverständnis vieler Eltern für das Vorgehen der Verwaltung deutlich. Auch der Gemeindeelternrat der Kitas hatte eine Abordnung in den Finanzausschuss geschickt, der die Antworten von Bürgermeister und Fachbereichsleitung gespannt verfolgte. Nicht beantwortet werden konnte die Frage, wieviele Familien zurzeit unter die Sozialstaffel fallen. Clausing versprach jedoch, diese Zahlen bis zur nächsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Senioren und Soziales am Donnerstag um 20 Uhr in der Jugendhalle in Mellendorf nachzureichen. Der Bürgermeister betonte, der Betrag für die Sozialstaffel sei noch einmal nach unten korrigiert worden und in vielen Kommunen gebe es überhaupt keine Sozialstaffel. Auch hier zeige sich die Gemeinde Wedemark sehr rücksichtsvoll.