„Elternwille ist entscheidend“

SPD und Grüne zur Ganztagsschule in Bissendorf

Bissendorf (awi). Der Mehrheitsfraktion aus SPD und Grünen sei es wichtig, ihre Position zur Ganztagsschule in Bissendorf klar zu machen, erklärten gestern vormittag die Fraktionschef Helge Zychlinski und Ingemar Becker.
Verwaltung ist Partner
„So wie der Prozess jetzt zwischen der Verwaltung und Eltern, Lehrkräften und Hortmitarbeitern abgestimmt ist, werden wir ihn voll und ganz mittragen“, so Zychlinski und Becker. Der Antrag an die Landesschulbehörde auf Genehmigung der Ganztagsschule in Bissendorf sei zum 1. Dezember lediglich zur Fristwahrung gestellt worden. Die anstehenden Gespräche seien ergebnisoffen. Vom Ergebnis der Gespräche und vom Elternwillen hänge ab, ob es eine offene Ganztagsschule in Bissendorf geben oder mit dem Hort weitergehen werde, der wie berichtet an seine Kapazitätsgrenze gelangt sei. „Ziel muss eine dauerhafte Lösung für Eltern und Kinder sein“, betonte Zychlinski: „Eine tragfähige Lösung, die am Ende nicht schlechter ist als das aktuelle Hortangebot, möglichst sogar besser.“ Dabei solle die Ferienbetreuung erhalten, eventuell sogar weiter ausgebaut werden. Wichtig für die ersten und zweiten Klassen sei ein sehr behütetes Programm. Man müsse kleine Einheiten schaffen, so Zychlins-ki und Becker. Das Thema Ganztagsschule dürfe nicht zum Sparmodell werden „und wird von uns auch nicht als solches betrachtet“, Entscheidend sei, dass bei der Ganztagsschule im Vergleich zum Hort die Gebühren für die Eltern in der regulären Betreuungszeit wegfielen. Selbst finanzieren müssten Eltern nur die eventuelle Betreuung vor der Schule und die zwischen 15.30 und 17 Uhr sowie das Essen. Die Gemeinde finanziert ihre Personalkosten über Landesmittel, die die Schule als Kapitalisierung zusätzlicher Lehrerstunden bekommt und an ihren Kooperationspartner Gemeinde weiterleitet. „Wir müssen jetzt prüfen, ob die Ganztagsschule das flexiblere Modell ist, mit dem den Bedarf decken kann“, erklärten Zychlinski und Becker gegenüber der Presse. 2014 solle die Projektgruppe ihre Arbeit aufnehmen. Nur wenn die Ziele qualitative Gleichstellung mit dem jetzigen Angebot und eine Ausweitung des Angebots erreicht würden, werde die Mehrheitsfraktion aus SPD und Grünen der offenen Ganztagsschule ihre Zustimmung im Rat erteilen, machten Zychlinski und Becker deutlich.
Schulräume besser nutzen
Vertragspartner der Eltern werde die Verwaltung, stellte Becker heraus. Es würden aber weitere Angebote der Schule mit eingearbeitet. Die Gruppengröße werde überschaubar bleiben, die Bezugspersonen nicht wechseln. Der besondere Charme des Modells sei, dass sich alles im Schulgebäude abspielen werde, Neubauten nicht notwendig sein würden. Die Räume der Schule könnten so viel besser ausgenutzt werden, waren sich Helge Zych-
linski und Ingemar Becker einig. Einigkeit herrschte auch darüber, dass es hier immer nur um eine offene Ganztagsschule gehen könne, für die die Eltern sich entscheiden könnten, aber nicht müssten. Allerdings müssten Eltern, wenn sie sich für das Angebot entschieden, dieses dann auch durchgängig nutzen, betonte Zychlinski. Es ginge nicht an, dass jemand die Ganztagsbetreuung nur drei Tage in der Woche in Anspruch nimmt, und dafür ein anderes Kind gar keinen Platz bekomme.