Elzer Schlauchturm unter Denkmalschutz

Der alte Elzer Schlauchturm an der Poststraße steht jetzt unter Denkmalschutz – mitsamt des alten Gerätehauses auf der linken Seite. Das später gebaute Gerätehaus (rechts) hat den Denkmalschutzstatus nicht bekommen.

Familie Brötz wollte mit dem Antrag Vorsorge für den Schutz des Turmes treffen

Elze (awi). Die Wedemark hat ein Denkmal mehr: Familie Brötz hat für den alten Elzer Schlauchturm an der Postraße und das benachbarte ganz alte Gerätehaus Denkmalschutz beantragt und bekommen. „Unser Bestreben war, den Turm abzusichern, auch wenn wir mal nicht mehr sind. Er soll nicht so einfach weggerissen werden können“, lautet die Begründung von Margret und Uwe Brötz. Sie haben den Turm 1983 mit den beiden Nebengebäuden von der Gemeinde Wedemark gekauft, „weil er auch ursprünglich zu unserem Grundstück gehörte“. 1999 kauften sie auch das benachbarte frühere Kühlhaus dazu und bauten es zu einem Wohnhaus um – insgesamt also ein geschlossenes Ensemble. Als Baujahr für den hölzernen Schlauchturm ist auf einer Tafel am Gerätehaus das Jahr 1897 angegeben. Früher, so verrät die Tafel auch, befand sich hier eine der fünf Elzer Notkuhlen, wie die Feuerlöschteiche genannt wurden. Der Schlauchturm diente zum Trocknen der aus Leinen gefertigten Feuerlöschschläuche. Zum Turm gehörte das kleine rotgeklinkerte Gerätehaus, auf dessen Tor noch heute der Feuerwehrleitspruch „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“ prangt. Der Bau des zweiten Gerätehauses auf der rechten Turmseite wurde 1962 notwendig, weil die Feuerlöschfahrzeuge immer größer wurden. Feuerwehrmann Helmut Küster aus Elze errichtete den Bau hauptsächlich in seiner Freizeit. Heute steht darin die alte Elzer Feuerwehrspritze neben zwei Kutschen von Uwe Brötz. Aber Denkmalschutz verdient dieser Bau nicht. Sehr wohl jedoch Schlauchturm und altes Gerätehaus. Da stimmte die Untere Denkmalschutzbehörde, die sich auf Antrag der Gemeinde Wedemark, wo das Ehepaar Brötz vorstellig geworden war, bei einem Ortstermin Tor und Haus ansah, den Besitzern uneingeschränkt zu. Dass mit dem Status des Denkmalschutzes Aufwendungen zur Erhaltung der Gebäude steuerlich absetzbar sind, spiele nur eine Nebenrolle, versichern die Besitzer und wer sich auf ihrem mit viel Liebe zum Detail restaurierten Hof, dem ehemaligen Rieckenbergschen Hof, umsieht, glaubt ihnen das sofort. Das Schöne am Elzer Schlauchturm ist, dass er zumindest einmal im Jahr auch noch genutzt wird: Nämlich zum Turmblasen des Elzer Feuerwehrmusikzuges in der Silvesternacht. Das „Neujahrsblasen“ gehört nämlich zur Tradition des Musikzuges von 1912. In der Silvesternacht treffen sich hier um Mitternacht einige Elzer Feuerwehrmusiker, um mit Chorälen und Märschen das neue Jahr und die Elzer Bürger zu begrüßen. „1965 war diese Tradition wohl eingeschlafen“, berichtet Uwe Brötz, aber als er von Willi Bombeck erfahren habe, dass es sie gegeben habe, habe er sich nach Kauf des Turmes dafür stark gemacht, dass sie von 1983 an wieder eingesetzt wurde. Ansonsten wird der Turm das Jahr über nur von Eulen genutzt. Und ob die da noch wohnen, da sind sich Uwe und Margret Brötz auch nicht ganz sicher. Aber die Möglichkeit dazu haben sie auf jeden Fall. Demnächst wird der Turm eine neue Verlattung bekommen, damit seinem neuen Status auch vom Äußeren her gerecht wird.