Engelhardt ist Ortsbürgermeister

Der Ortsrat Scherenbostel: Ortsbürgermeister Jürgen Engelhardt von der CDU (Mitte) mit seinem Stellvertreter Lars Pitschmann (rechts daneben) und Michael Wilken von der SPD. Links neben Engelhardt sein CDU-Kollege Jürgen Peters und Erik van der Vorm von der FDP. Foto: A. Wiese

Ortsrat Scherenbostel wählt den „Neuen“ an die Spitze

Scherenbostel (awi). Das dürfte die kürzeste aller aktuellen konstituierenden Ortsratssitzungen in der Wedemark gewesen sein: Nach nur 23 Minuten schloss der neugewählte Scherenbosteler Ortsbürgermeister Jürgen Engelhardt die Sitzung. Zuvor waren die neuen Ortsratsmitglieder vom alten Ortsbürgermeister Gerd Dolle förmlich verpflichtet, die bisherigen Wolfgang Bertling (SPD), Marion Brüggemann-Behnke und Gerd Dolle selbst (beide CDU) verabschiedet und die neuen Funktionsträger gewählt worden. Sowohl Jürgen Engelhardt von der CDU, der bei der Wahl die meisten persönlichen Stimmen bekommen hatte, als auch sein neuer Stellvertreter Lars-Gero Pitschmann von der SPD mussten allerdings ohne die Stimme von FDP-Ortsratsmitglied Erik van der Vorm auskommen. Er kündigte bereits im Vorfeld an, sich bei beiden Wahlen der Stimme zu enthalten, weil mit ihm niemand gesprochen habe. Er hätte erwartet, dass der designierte Ortsbürgermeister alle neuen Ortsratsmitglieder an einen Tisch geholt hätte, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Doch das sei nicht passiert. Setze sich die Große Koalition aus dem Gemeinderat hier vor Ort fort?, mutmaßte van der Vorm. Für ihn, mit dem niemand im Vorfeld auch nur den Versuch gemacht habe, zu reden, gebe es
jedenfalls keine Veranlassung, Engelhardt und Pitschmann mitzuwählen. Den Versuch einer Zusammenarbeit von CDU und SPD kurz nach der Wahl habe es vor zehn Jahren schon einmal gegeben, so van der Vorm, und das habe gerade mal ein Jahr gehalten. Aus seiner Sicht sei der Start für den designierten Ortsbürgermeister Jürgen Engelhardt nicht gut gelaufen, man könne sogar von einem Fehlstart sprechen. Für ihn sei eine Wahl, bei der er keine Alternative habe, keine Wahl und bei Mauscheleien mache er nicht mit, stellte der FDP-Politiker fest, der selbst für das Amt des Ortsbürgermeis-ters kandidiert hatte. Jürgen Engelhardt bedankte sich nach seiner Wahl für das Vertrauen und kündigte an, ein Bürgermeister für alle sein zu wollen. Er wolle jetzt erst einmal herumgehen und die Vereine kennenlernen und sehen, wo die Bürger aus der Drei-Dörfer-Gemeinschaft der Schuh drücke.