Erna Böhmer feierte 101. Geburtstag

Der stellvertretende Gemeindebürgermeister Helge Zychlinski gratulierte gestern in der Seniorenresidenz Allerhop Erna Böhmer zum 101. Geburtstag mit einem Präsentkorb. Foto: A. Wiese

Die Seniorin fühlt sich wohl in der Seniorenresidenz Allerhop

Mellendorf (awi). Mittlerweile hat sie sich gut eingelebt: Erna Böhmer hat gestern in der Seniorenresidenz Allerhop in Mellendorf ihren 101. Geburtstag gefeiert. Als die hochbetagte Seniorin vor einem Jahr die Gratulanten zu ihrem 100. begrüßte, lebte sie gerade einige Wochen im Pflegeheim.
Auch gestern gratulierte außer ihren Kindern und Schwiegerkindern und Ortsbürgermeistserin Christa Goldau der gerade im Amt bestätigte stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Wedemark, Helge Zychlinski, zu dem besonderen Ehrentag mit einer Urkunde und einem Präsentkorb, gefüllt mit regionalen Spezialitäten. Bis Herbst letzten Jahre lebte Erna Böhmer bei ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter in Elze. Erst als es mit dem Laufen schwieriger wurde, zog sie den Umzug ins Seniorenheim Allerhop in Betracht. Nach wie vor nimmt sie regen Anteil an allem, was um sie herum geschieht, sieht Fernsehen und liest auch noch, wenn die Schrift groß genug ist. Das Zeitungslesen klappe leider auch mit der Lupe nicht mehr, bedauerte die Jubilarin. Geboren wurde Erna Böhmer am 2. Dezember 1910 In Seifersdorf im Kreis Sorau in Schlesien als eines von drei Kindern eines Schweizers auf einem großen Gut. Sie wuchs in der Landwirtschaft auf, heiratete am 9. Februar 1929 einen Bauernsohn aus dem Nachbardorf und bekam zwei Kinder. Der Krieg vertrieb auch Erna Böhmer aus ihrer Heimat. Zweimal musste sie flüchten, kam dann bei ihren Eltern in der Nähe von Cottbus unter. Als ihr Mann aus englischer Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, suchte er ein neues Zuhause für seine Familie und fand auf der Landkarte Mellendorf. In Schlesien habe es auch ein Mellendorf gegeben, daher habe sich die Familie entschlossen, hierher zu kommen. Am 23. Dezember 1945 hielt Erna Böhmer in Mellendorf Einzug. Das heutige Haus am Teich war das erste Zuhause der Böhmers. Später zog die Familie in ein etwas außerhalb gelegenes Haus zwischen Mellendorf und Scherenbostel. Ihren Mann verlor Erna Böhmer 1966, doch hatte sie immer ein enges Verhältnis zu ihren Kindern, mit denen sie dann 1982 in ihr Haus in Elze zog. Ein Enkel und zwei Urenkel gehören zur Familie, die sie regelmäßig in Mellendorf besucht, ihr Sohn sogar täglich. Über Langeweile klagt Erna Böhmer nicht. Rege beteiligt sie sich an den Angeboten im Haus, spielt gerne Karten und rätselt. Nur singen mag sie nicht mehr so gern. „Dann brumme ich so“, verriet sie schmunzelnd.