Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

An einer langen gemütlichen Tafel im Garten von Rudi und Lore Ringe speisten und tranken die Mitglieder der Feuerwehr-Altersabteilung nach der Hydrantenpflege. Foto: A. Wiese

Das ist Tradition: Nach der Hydrantenpflege zu Rudi Ringe in den Garten

Mellendorf (awi). Seit 18 Jahren ist es Tradition, dass die Altersabteilung der Mellendorfer Feuerwehr sich um die Funktionstüchtigkeit der Hydranten im Mellendorfer Bereich kümmert. Und seit vier Jahren ist es die Regel, dass CDU-Ortsratsmitglied Rudi Ringe, damals noch Ortsbürgermeister und bekanntlich leidenschaftlicher Hobbykoch, die fleißigen Helfer anschließend zum Essen einlädt. Und so trafen sich dann auch letzte Woche Donnerstag 15 der insgesamt 19 Mitglieder der Altersabteilung, um mehrere Stunden lang rund 75 Hydranten zu überprüfen und stärkten sich anschließend bei Ringes im Garten am Anemonenweg mit zwei Sorten selbstgemachtem Kartoffelsalat und warmen Leberkäse. „Mellendorf ist so groß geworden, dass die Hydrantenüberprüfung von den Aktiven an einem Tag nicht mehr zu schaffen ist“, erläutert Rolf Hanebuth die Aktion. In fünf Gruppen waren die Mitglieder der Altersabteilung am Donnerstag im Einsatz. Geschafft haben sie gerade mal ein Drittel der Hydranten in Mellendorf. Die restlichen werden von den Aktiven im Herbst gewartet. Vorgegangen wird nach einem Plan des Wasserverbandes, dem Eigentümer der Hydranten, mit deren Hilfe die Feuerwehr im Brandfall, aber auch andere öffentliche Nutzer, Wasser aus dem Wasserverteilungssystem entnehmen können. Regelmäßig muss nachgesehen werden, ob die Hydranten funktionstüchtig sind. „Aufdrehen tun wir sie nicht“, betont Hanebuth. Die Kameraden der Altersabteilung achten aber drauf, ob die Hydranten sauber und gut gängig sind. „Oft sind die Deckel versandet, gehen schlecht auf oder fehlen manchmal auch ganz“, berichtet auch Hermann Homeyer, der vor zwei Jahren die Sprecherfunktion der Altersabteilung von Gründer Rolf Hanebuth übernommen hat. Wenn viel Dreck den Hydranten schwergängig macht, wird der Rand saubergekratzt. Früher habe man die Hydranten auch mit speziellem Fett geschmiert, damit sie nicht einfrieren. Darauf wird heute aus Umweltschutzgründen verzichtet. Die neuen Hydranten sind bereits ringsum mit Gummi abgedichtet. Das Ergebnis der Überprüfung meldet die Altersabteilung dem Wasserverband, der bei größeren Reparaturen selbst aktiv wird. „Reparieren, wenn sie kaputt sind, dürfen wir die Hydranten nicht und wollen wir auch gar nicht“, so Homeyer, doch sei die Feuerwehr ja selbst an einer guten Funktionstüchtigkeit der Hydranten im Ernstfall interessiert und für sie ist die Ortskenntnis wichtig. „Als ich vor einigen Jahren bei einer Jahreshauptversammlung durch den Bericht von Rolf Hanebuth mitgekriegt habe, was die Altersabteilung hier ehrenamtlich
leistet, wollte ich mich erkenntlich zeigen. Und dabei ist es geblieben“, so Rudi Ringe.