„Erzählmomente“ im Rathaus

Bürgermeister Helge Zychlinski freut sich mit Susanne Schönemeier (von links) und Maria Eilers, dass Doris Schröder-Köpf als Rednerin für die Ausstellungseröffnung „Erzählmomente“ gewonnen werden konnte. Foto: B. Stache

Doris Schröder-Köpf spricht bei Ausstellungseröffnung zu Geflüchteten

Mellendorf (st). Das Ergebnis ihrer vielen Gespräche mit Geflüchteten, die mittlerweile Zuflucht in der Wedemark gefunden haben, stellt die freie Autorin Maria Eilers in den Fluren des Rathauses in Mellendorf aus. „Es war sehr berührend und bewegend und hat sehr viel Spaß gemacht“, erklärte sie. „Ich interessiere mich für die Geschichte des Anderen. Mit Händen und Füßen, mit und ohne Übersetzer, kommt man miteinander ins Gespräch und nimmt teil an der Geschichte oder dem Weg, den der Andere hinter sich hat oder auf dem er sich gerade bewegt“, beschrieb die Autorin ihre Erfahrungen im Umgang mit den Geflüchteten. Die Idee zu dem Projekt „Erzählmomente“ wurde gemeinsam mit der Kulturbeauftragten Angela von Mirbach entwickelt. Im Rahmen von „Kaffee+Kunst“, einem von der Gemeinde Wedemark initiierten Begegnungsangebot für Wedemärker und Geflüchtete, hatte Maria Eilers das Gespräch mit zahlreichen Frauen und Männern aus unterschiedlichen Herkunftsländern gesucht, die alle seit Kurzem in der Wedemark Zuflucht gefunden haben. „Ich bin auch in die beiden Flüchtlingsunterkünfte in Mellendorf und Bissendorf gegangen“, berichtete die Autorin. In den Gesprächen ging es um Neues und Überraschendes aus der Wedemark, um den Vergleich zwischen Vertrautem und Fremdem, um Geliebtes, Vermisstes, aber auch um das Ankommen und den Traum vom „zu Hause sein in der Wedemark“. Aufzeichnungen ihrer vielen Gespräche finden sich in der Ausstellung, die zu den Texten auch Fotos von Frauen, Kindern und Männern zeigen, die als Geflüchtete in die Wedemark gekommen sind. Die Portraitaufnahmen stammen von dem Fotografen Martin Bühler. Die Erste Gemeinderätin Susanne Schönemeier hatte die Ausstellung am Mittwoch in Verbindung mit einer „Kaffee+Kunst“-Kaffeetafel vor Wedemärkern und Geflüchteten eröffnet. Besonderen Dank richtete sie an Maria Eilers und Martin Bühler. „Bedanken möchte ich mich auch bei unserer Kulturbeauftragten Angela von Mirbach, weil sie die Ausstellung so toll organisiert hat.“ Ihre Ansprache wurde von Mubarek Beshara, Sozialarbeiter der Gemeinde Wedemark, ins Arabische übersetzt. Doris Schröder-Köpf sprach anschließend über ihre Aufgaben als Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe. In ihren weiteren Ausführungen schlug sie einen weiten Bogen von den Flüchtlingsströmen der frühen vierziger Jahre bis in die heutige Zeit. Die aktuellen Kulturprojekte der Gemeinde Wedemark zur Integration und Förderung der Zusammenarbeit mit Geflüchteten hob die Rednerin lobend hervor. Die Schülerinnen Luca-Ciara Büttner und Vinita Kiklas von der Aktion „Soziales Lernen“ der IGS Wedemark haben die Ausstellung mit drei Flüchtlingskindern besucht. Sie arbeiten im Interkulturellen Atelier und wurden von dessen Leiterin Sabine Glandorf ins Rathaus begleitet.