Es geht weiter bei den Geflügelzüchtern

Der neue Vorstand der Rassegeflügelzüchter mit dem frisch gewählten Vorsitzenden Hendrik Biesalski (links) und dem Ehrenvorsitzenden Rolf Nebe (daneben). Foto: A. Wiese

Ein deutlich verjüngter Vorstand unter Hendrik Biesalski übernimmt das Steuer

Wiechendorf (awi). Mit dem unerwarteten Tod des langjährigen Vorsitzenden Jürgen Brunngräber ging im letzten Jahr eine Ära für den Rassegeflügelzuchtverein Wedemark zu Ende. Doch trotz des Schocks standen die Mitglieder fest zusammen und führten unter der Leitung des bis dahin zweiten und dann kommissarischen ersten Vorsitzenden Rolf Nebe alle geplanten Veranstaltungen durch. Jetzt hat die RGZV bei ihrer regulären Jahreshauptversammlung einen neuen Vorstand gewählt. An der Spitze stehen nun mit Hendrik Biesalski und Karsten Langehennig deutlich jüngere Funktionsträger und die RGZV blickt optimistisch nach vorn.
Die Zeiten seien nicht einfach für die Rassegeflügelzüchter, gab Rolf Nebe, der von den Mitgliedern bei der Versammlung auf Antrag des neuen Vorstandes zum Ehrenvorsitzenden mit Stimmrecht ernannt wurde, seinen Nachfolgern mit auf den Weg. Zum einen sei es immer schwieriger überhaupt ehrenamtlich Engagierte für die Vereinsarbeit zu finden, zum anderen werde aber Geflügelzüchtern das Leben von ihrer Umwelt auch nicht leicht gemacht. Immer häufiger sähen sich auch langjährige Züchter Klagen gegen ihre Tierhaltung gegenüber – oft auch von Nachbarn, die neu neben den seit Jahrzehnten dort ansässigen Stallungen gebaut hätten. Er sei da immer ganz rigoros vorgegangen, berichtete Nebe in seiner unverblümten Art davon, dass seine Hähne an der Brelinger Straße in Mellendorf früher pünktlich mit Sonnenaufgang die umliegenden Nachbarn geweckt hätten. Ein wenig Fingerspitzengefühl ist bei den Geflügelzüchtern der heutigen Zeit schon gefragt, aber gerade in der Wedemark ist ihre Daseinsberechtigung ganz bestimmt nicht in Frage gestellt. Weit über die Grenzen der Region bekannt ist die Wedemark insbesondere durch Jürgen Brunngräbers Wirken für ihre Verbandsschauen für Rasse- und Ziergeflügel, für Meisterschaften und als Ausrichter für Sonderschauen im Vereinsheim in Wiechendorf. Und das soll auch so bleiben. Mit Hendrik Biesalski und Karsten Langehennig, der in Abwesenheit gewählt wurde, stehen jetzt zwei junge, aber dennoch bereits langjährig erfahrene und sehr engagierte Geflügelzüchter an der der Spitze der RGZV, die wissen, worauf es ankommt und wieviel Arbeit zu bewältigen ist. Im Rück-en haben sie ein schlagkräftiges, nicht minder versiertes Team, das Spaß an der Sache, und im Fall von Gero Pitschmann und seiner Frau auch die nötige Zeit beispielsweise für die Verwaltung des Vereinsheims in Wiechendorf, hat. Davon überzeugen können sich die Wedemärker spätestens am 1. Mai beim traditionellen Hähnekrähen, einem spaßigen Wettkampf, bei dem in den letzten Jahren zumindest noch rund 30 Hähne den Schnabel aufsperrten, wenn auch die Zeiten, in denen mehr als 100 Hähne zum Wettkrähen nach Wiechendorf geschafft wurden, wohl endgültig der Vergangenheit angehören. Der neue Vorsitzende Hendrik Biesals-ki ist für vier Jahre gewählt, sein Stellvertreter Langehennig aus Meitze für zwei Jahre, der neue ers-te Schriftführer Frank Moll aus Wolfenbüttel für drei Jahre. Zweiter Schriftführer für die nächsten vier Jahre ist Eckhard Widdel aus Klein-Plumhof. Die Nachfolge von der mit einem herzlichen Dankeschön verabschiedeten langjährigen Jugendwartin Anneliese Fiebelkorn tritt deren Stellvertreterin Martina Brinkmann aus Wiechendorf an. Die Ausstellungsleitung für die Wedemarkschau übernimmt Hendrik Biesalski, für die Ziergeflügelschau zeichnet erneut Gero Pitschmann aus Scherenbos-tel verantwortlich. Als Kassenprüfer fungieren Friedhelm Dahle aus Osterwald und Wolfgang Bertling aus Scherenbostel, Ersatzfrau ist Birgit Thies aus Bissendorf-Wietze. Verzichtet haben die Geflügelzüchter auf Beitragserhöhungen: „Brauchen wir nicht, wir sind kein Sparverein. Wenn wir weiterhin Veranstaltungen durchführen, werden die Einnahmen fließen“, sagte Rolf Nebe, der 35 Jahre lang zweiter Vorsitzender und seit vielen Jahren Preisrichter war sowie heute noch Geschäftsführer des Kreisverbandes ist. Er bekam von den Mitgliedern volle Rückendeckung für den Verzicht auf Beitragserhöhungen. Ungeachtet dessen würden sich die Rassgeflügelzüchter aber über Spenden für die Finanzierung des Fanfarenzugs Resse beim Hähnekrähen am 1. Mai freuen, den sie nicht so einfach aus der Portokasse bezahlen können. Die nächste große Schau, die ausgerichtet wird, wird die Wedemarkschau am 26. und 27. November diesen Jahres sein. am 10. September wird es eine Sonderschau für federfüßige Zwerghühner geben, die Termine für weitere Sonderschauen in den Räumen des RGZV stehen noch nicht abschließend fest. Die Ziergeflügelschau wird wie immer in den ersten Wochen des Folgejahres, also 2017 stattfinden.